Billiger wird es nicht. | ocean7

Volle Auftragsbücher, ohne von Rabatten geschmälerte Erträge – doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Robert Mayer, Geschäftsführer von Boote Mayer mit Sitz in Linz, über die aktuell unübersichtliche Verfügbarkeit von Yachten und Preisen – und warum sich daran so schnell nichts ändern wird.

Success way. Tropical island in the form of the Euro symbol, 3D Illustration

Thema Nummer 1, und das wird immer spannender, ist die Versorgung der Werften mit Komponenten
Relings, Bord Toiletten, Motore etc. seien hier nur exemplarisch genannt für die vielen unzähligen Teile, die auf einem Motor- oder Seegelboot verbaut werden. Da kommt es eigentlich schon laufend zu Engpässen, Lager beispielsweise in der umkämpften Ukraine – vor kurzem wurde sogar das Werk des Schlauchbootherstellers MS Marine in Mykolaiv von einer Rakete zerstört – können kaum noch liefern. Die spärlich vorhandenen und dadurch extrem teuer gewordenen Containertransporte aus Fernost verknappen Verfügbarkeiten zusätzlich. Konnten vor der Pandemie die meisten Werften Lieferungen genau planen, geht das heute nicht mehr, teils fehlen schon bei Vorlieferanten Harze, Glasfasermatten, Bezugsstoffe oder Edelstahlrohmaterial.

Dadurch verlängern sich hier schon die Vorproduktion und in Folge die Fertigung in der Werft – in allen großen Werften wird ja in einem Takt wie am Fließband produziert. Fehlt eben eine Komponente wie z.B. die Motoren, kann das Schiff in der Produktion nicht in der Linie bleiben und muss herausgenommen werden, dadurch verzögert sich aber auch der gesamte weitere Fertigungsprozess, wie z.B. Decks- und Rumpfverbindung, denn bei großen Yachten kann man die Motoren nur verbauen, bevor der Rumpf mit dem Deck verbunden wird. Das Schiff wird dann zwischengelagert und nach der Lieferung wieder eingetaktet, was eben große Verzögerungen im Bauprozess mit sich bringt, nicht selten “kostet” das mehrere Wochen, was Werften vor großen Herausforderungen stellt.

Knappe Lager- und Transportkapazitäten kosten viel Zeit (und Geld).

Thema Nummer 2 sind die Preiserhöhungen
Bisher entsprachen die 3 bis 5 % pro Jahr der normalen Inflationsrate, die letzten Erhöhungen schon deutlich heftiger ausgefallen und betragen bis zu 10% bei vielen Werften – die Bootsbauer sind vom allgemeinen Wirtschaftsgeschehen ja nicht abgekoppelt! Natürlich müssen die Hersteller auf knappe Rohstoffe, extreme Lieferkettenverzerrungen und die boomende Nachfrage reagieren, das geht aber nicht von heute auf morgen.

Unsicherheiten am Markt werden daher durch größere Margen ausgeglichen, knappe Güter haben nun Ihren höheren Preis. Das beginnt schon beim Epoxid-Harz und zieht sich von der Bordtoilette über Elektronik-Komponenten bis – ja eigentlich bis zur kleinsten Schraube.
Kauften die Werften früher Marine-WC’s zum Preis XY, sind diese heute glücklich und zufrieden, wenn der Vorlieferant bestätigt, dass er zum Preis YZ bei einer Abnahme von ZZZ Stück liefern kann – in Zahlen sprechen wir von Preissteigerungen von gut 20-25 % Prozent. Das erklärt auch die letzten großen Sprünge bei den Preisen.

Sylvia Kastner und Robert Mayer, Geschäftsführer von Boote Mayer in Linz.

Warten bringt nichts
Daher sollten z.B. Interessenten, die sich schon seit einiger Zeit mit dem Bootskauf beschäftigen, jetzt alles unter Dach und Fach bringen – denn billiger wird es ganz bestimmt nicht! Wer wartet, vergeudet Zeit und wird sich noch mehr über laufend nach oben korrigierte Preislisten ärgern. Dazu kommen die langen Lieferzeiten bei neuen Booten, denn viele Werften akzeptieren nur Neubestellungen mit unterschriebenen Kaufverträgen, daher können Händler derzeit keine Stock-/Lagerbestellungen für die nächste Saison tätigen! Noch längere Lieferzeiten sind also programmiert.

Wer sich jetzt einen Ruck geben will, der sollte ernsthaft über eine Finanzierung nachdenken – es gibt auch einige Spezialisten, die sich mit dem Thema Bootsfinanzierung beschäftigen! Leasing oder eben klassische Finanzierungen mit einer Anzahlung von 30 % und unterschiedlich langen Laufzeiten von 3-6 Jahren sind (noch) zu haben – Ihr Händler kann Ihnen da sicher weiterhelfen.

www.boote-mayer.at

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