2001 brachte der YACHT-Verlag Delius Klasing Bobby Schenks Astro-Software „Astro Classic“ auf den Markt, tausende Exemplare wurden seitdem verkauft. Das Programm, unter anderem auch von der deutschen Bundeswehr auf Atlantikflügen getestet, wurde für fehlerfrei befunden. Vor allem aber hat Bobby Schenk mit dieser Software alle seine Törns (auch um die Welt) durchgeführt. Das zu einer Zeit, als noch keine Satelliten den Weg wiesen und der Navigator allein auf die Gestirne angewiesen war. Nach zweijähriger Arbeit haben nun Bobby Schenk und sein Team das Programm auf den neuesten Stand der Elektrotechnik gebracht und den Bedienungskomfort für
die heute leistungsfähigeren Computer optimiert.

Foto: Njaj/Shutterstock.com

Vorweg stellt sich die Frage: „Wer braucht das Programm in Zeiten von GPS, Plotter & Co noch? Nun, im Grunde jeder Hochseesegler, der außerhalb der Küstensicht unterwegs ist, jeder ­Besitzer eines Sextanten, jeder Ausbildner oder Schüler in Astronavigation. Wer braucht das Programm nicht? Segler, die nur an der Küste entlang fahren oder sich blind auf die Elektronik verlassen – was ­fa­tale Folgen haben kann. So vermeldete beispielsweise Finnland kürzlich erst lang anhaltende Störungen des Global Positioning System im Grenzgebiet zu Russland.
Skipper, die auf Astronavigation setzen (wie sie in Österreich z. B. für den Fahrtenbereich 4 – welt­weite Fahrt – vorgeschrieben ist) und Astro Classic 2.0 anwenden möchten, werden überrascht sein: Das auch in der Raumfahrt vom Wissenschaftsastronauten Reinhard ­Furrer angewendete Programm ist kinderleicht zu bedienen und be­nötigt keinerlei Tafeln.

Astro Classic 2.0 wird auf einem USB-Stick geliefert, von dem das Programm auf den PC installiert wird und dort zum Abspielen von Astro Classic 2.0 dient. So kann das Programm zusätzlich auch auf das Notebook an Bord übertragen werden. Zwecks besseren Handlings
ist das Programm nicht kopier­geschützt (zur Vermeidung von Raubkopien wird Astro Classic 2.0 für jeden rechtmäßigen Benutzer personalisiert).
Wenn an Bord die Elektronik (und damit auch das Notebook) ausfällt, können Astro-Tafeln (zum Beispiel die NO 249) benutzt werden. Die dann unbedingt nötigen Ephemeriden liefert der – ebenfalls mittels Astro Classic 2.0 verfüg­bare – vorsorgliche Ausdruck die benötigten Jahrbuchseiten.
Der weltweite Erfolg dieser Software ist vor allem darauf zurück­zuführen, dass allergößter Wert auf das unkomplizierte Ermitteln eines Schiffsortes gelegt wurde. So kann jeder Laie seine Schiffsposition (oder eine Standlinie) auf einfache Art bestimmen, indem er lediglich einen ganz ungefähren Schiffsort (kann auf hunderte Meilen ungenau sein), Uhrzeit mit Datum und den gemessenen Winkel eines Gestirns (Sonne, Mond, Planeten oder Sterne) eingibt. Ein großer Vorteil dieses Programms ist die Einbindung aller Navigationsgestirne. Der Mond ist bespielweise untertags die ideale Ergänzung für eine Sonnenmessung. Auch die oft am Tage sicht­baren Planeten (Jupiter, Venus – Morgenstern, Abendstern) erlauben eine hochgenaue Ortsbestimmung ohne fehlerträchtige Versegelung.
Die Eingabe eines gegissten Schiffsorts ist in einem seriösen ­Astro-Programm unerlässlich, denn zwei Messungen (zwei Standkreise) würden auch zwei Schnittpunkte (= Schiffsorte) ergeben, ­wovon nur der in der Nähe der auf vielen Meilen geschätzte der einzig richtige sein kann.

Bewusst wurde das Programm von Bobby Schenk so optimiert, dass auch im Ernstfall der vielleicht seekränkelnde Navigator an Bord in Sekundenschnelle den Schiffsort bestimmen kann.
Zur astronomischen Navigaton wird lediglich ein Sextant benötigt, das kann ein „edler“ vom deutschen Hersteller Cassens & Plath sein (wie viele davon schlummern wohl bei Yachteignern zu Hause, weil sie mangels eines geeigneten Programms nicht zum Einsatz kommen?) oder ein preiswerter aus Plastik, sogar ein selbst gebauter Sextant aus Karton für rund 20 Euro eignet sich mit diesem Programm zur (vorsichtigen) Standortbestimmung mit der Sonne.

GPS, Glonass, Galileo – brauchen wir da noch die Astronavigation?
Nun sind schon hunderte Weltumsegelungen gemacht worden, ohne dass ein Sextant benutzt wurde. Was allerdings nichts heißt, denn auch Rettungsinsel, Feuerlöscher, Signalpistole etc. wurden oft nicht einmal eingesetzt …
Ein eherner Grundsatz, von allen ernsthaften Lehrern in der Welt der Navigation gelehrt, lautet: Es muss immer ein Backup-System da sein!
Verlässt sich der Skipper allein auf die Elektronik – und das tut er auf hoher See ohne einen Sextanten –, verstößt er gegen diesen Grundsatz der Hochseenavigation. Dementsprechend hat ein deutsches Obergericht unlängst nach einem Schiffsunfall geurteilt, dass ein Skipper „grob fahrlässig“ gehandelt hat, weil er sich ausschließlich auf seine elektronische Karte verlassen hat. Bei „grober Fahr­lässigkeit“ zahlt die Schiffsversicherung in der Regel nicht, und bei Personenschäden gibt es eine erhebliche Verurteilung.

Aber ist das nicht ein wenig übertrieben, wo wir neben dem amerikanischen GPS noch das europäische, das chinesische und das russische System in unserem Plotter (oder auch im Smartphone) ­haben? Hierzu folge man zahlreichen Beiträgen im Internet, wo eine ganze Reihe wahrer Begebenheiten von Seglern geschildert werden, bei ­denen ein Blitz nachhaltig und ­natürlich unerwartet die ganze Elektronik ausgeschaltet hat. Und in Kriegszeiten wäre es nicht das erste Mal, wenn die Parteien sich auch per Cyber­attacken bekämpfen. Eine gestörte Navigation trifft den Feind ziem­lich hart.
Nicht umsonst ist Astronavigation sowohl beim deutschen Hochsee-Schein (SHS-Schein) als auch beim österreichischen Schein für weltweite Fahrt (FB4) und beim international hoch anerkannten Yachtmaster Prüfungsfach. In Landnähe ist alles kein Problem. Aber auf hoher See? Ohne Landsicht? Bei einer Atlantiküberquerung? Auf Weltumsegelung?

Bobby Schenk – Weltumsegler, Navigations-Experte und Buchautor. Foto: Gernot Weiler

Kinderleicht nach den Sternen navigieren
Eindrucksvoll der Hinweis des ­deutschen Raumfahrers Alexander Gerst, dass bei der berühmten Beinahe-Katastrophe („Houston, we have a problem“) wohl nur der mitgeführte Sextant eine Rückkehr der Apollo 13 zur Erde ermöglicht hat.
Voraussetzung für die Navigation mit Astro Classic ist neben einem Sextanten nur, dass man einen Schiffsort in eine (papierene) Seekarte eintragen oder auslesen kann.

Astro Classic 2.0 ist speziell dahingehend programmiert worden, dass es allen Anforderungen gerecht wird, die ein Skipper auf Hochseefahrt stellt, um die Astronavigation unter Bordbedingungen kinderleicht und mit hoher Präzision bewerkstelligen zu können. In dieser Software steckt die jahrzehntelange Erfahrung von Bobby Schenk, den dieses Programm zuverlässig beispielsweise durch die erst auf kurze Distanz ­optisch erkennbaren Riffeinfahrten in die entlegensten Lagunen der Welt geführt hat.
Astro Classic 2.0 beinhaltet sechs Programme, die alle für eine sichere und fehlerfreie Navigation not­wendig sind, um möglichst sicher, schnell und ohne jede Vorkennt­nisse (auch ohne Sternenkenntnisse) zu einer genauen Standlinie und zu ­einem präzisen Schiffsort zu kommen. Zu den einzelnen Hauptprogrammen (siehe Abbildungen) wird ­jeweils auf einen Klick eine leicht verständliche Hilfe angeboten.

Bobby Schenks Astro Classic 2.0
Das Programm läuft mit Windows XP, 7, 8, 10 und 11 und benötigt keinen Internet-anschluss (zum Beispiel am Ankerplatz). Die Hardware-Anforderungen sind so gering, dass alle Windowsrechner sehr gut mit dieser Software zurechtkommen.
Die Software ist auf USB erhältlich für € 198,–, im Preis inkludiert ist eine exklusive Beratung per E-Mail für ein ganzes Jahr. Ausschließlich zu bestellen über
mail@bobbyschenk.de
www.bobbyschenk.de

Bestimmung einer Standlinie oder einer Schiffsposition. So einfach geht das: Ganz grob geschätzten Schiffsort, Datum, Uhrzeit und gemessenen Winkel von einem x-beliebigen Gestirn eingeben (Sonne, Mond, Stern oder -Pla-neten), und schon ist die astronomische Standlinie (LOP = Line of Position, also eine Linie, auf der sich die Yacht befindet) fertig berechnet. Merke, schon eine Standlinie kann eine wertvolle Navigationshilfe sein, wir wissen das aus der Anfängernavigation (Kompasspeilung, Tiefenlinie, Abstandsmessung usw.) Eine Messung kann nur eine LOP ergeben, das ist ein Naturgesetz, auch wenn -immer wieder im Internet „Querdenker“ eine Methode erfinden, mit der man -vermeintlich mit einer einzigen Messung eine Position feststellen könne. Wenn eine zweite Messung von einem anderen oder vom selben Gestirn ein paar Stunden später eingegeben wird, ist der Schiffsort, der Fixort gegeben!

Nautische Gestirndaten (nautisches Jahrbuch). Nachdem das deutsche Nautische Jahrbuch nicht mehr verlegt wird, ist -dieses Programm mit einem ähnlich übersichtlichen Layout wie das ehemalige deutsche Jahrbuch ein unersetzlicher Schatz. Anders als -gedruckte Jahrbücher, die nur für ein Jahr gelten, stimmen -diese „Epehemeriden“ (= Gestirndaten) ein Leben lang. Es zeigt alle für die Hochseenavigation wichtigen Gestirne an, also die Sonne, den -besonders wichtigen Mond, die Planeten Venus, Jupiter, Saturn und Mars. Die betreffenden Seiten des Nautischen Jahrbuchs können vor einem langen Törn ausgedruckt werden, sodass selbst beim Ausfall der Navigationselektronik die astronomische Navigation mit Hilfe von Tafeln (zum Beispiel den gedruckten Pub.No.249, die ja mit den -Gestirndaten gefüttert werden müssen) noch möglich ist. Der Skipper kann so z. B. auch nach einem schweren Blitzeinschlag ohne jegliche Elektronik noch seinen Schiffsort bestimmen.

Sternenhimmel. Besser, schneller und zuverlässiger als bei jedem Sternfinder (Starfinder) wird hier nach Eingabe von Ort, Datum und Uhrzeit der aktuelle Himmel, wie er sich exakt am eingegebenen Ort und zur eingegebenen Zeit darstellt, mit insgesamt über 500 Himmelskörpern gezeigt – auf Wunsch mit Sternzeichen. Per Maus können die einzelnen Gestirne mit -Namen und kurzer Beschreibung abgerufen werden.
Der „Tageslauf“ zeigt fortwährend den Ablauf und die Veränderung des Firmaments für den ganzen Tag auf gegebener Position. Per Klick kann der aktuelle Sternenhimmel für die beste Messzeit am Abend und am Morgen aufgerufen werden. Der Sternenhimmel kann jeweils ausgedruckt werden, was in den einsamen Nächten auf einer Atlantiküberquerung auch Laien die Bestimmung oder das Suchen der einzelnen Sterne und deren Zeichen zu einem ganz besonderen und spannenden Erlebnis machen kann.

Sextant-Technik. Was helfen die besten Rechenergebnisse, wenn der Navigator mit seinem Sextanten das Gestirn falsch misst, sei es, weil auch der teure Metallsextant nicht justiert ist, sei es, weil der Skipper die notwendige präzise Messtechnik nicht beherrscht? Mit Hilfe von erklärenden Videos und Zeichnungen wird der Navigator in der Lage sein, mit Bordmitteln alle Spiegelfehler zu korrigieren. Denn fast immer, wenn der Schiffsort nicht auf 2 oder 3 Meilen genau ist, liegt ein Messfehler vor.
Wegpunkte. Hier können vorsorglich aufrufbare Wegpunkte (zum Beispiel gegisster Schiffsort, das Ziel oder die berechneten Fixe) eingegeben und mit Namen aufgerufen werden.

Astrostatus. Nach Eingabe des ganz ungefähren Schiffsorts (auf hundert Meilen genau oder besser, kann auch aus der Wegpunktdatei übernommen werden), Datum und UTC-Zeit werden hier sofort die (Schiffs-)Mittagszeit, die besten Zeiten zum Messen am Abend und am Morgen sowie die sicht-baren Gestirne mit Winkel über dem Horizont und deren Richtung angezeigt. Ein ideales Programm, um das Messen zu üben, denn für jede Sekunde gibt das Programm an, welchen Winkel das Gestirn hat. Und unverzichtbar, um Sterne durch Voreinstellung zu identifizieren und anschließend zu messen. Wie die Erfahrung zeigt, ist das der einzig prakti–kable Weg, um in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit in der Dämmerung (wo man die Kimm und gleichzeitig den Stern sehen muss) Schiffsorte durch -Sternenmessungen festzustellen.

Diesen Artikel teilen