So simpel ist die Message an Ben Ainslie und sein Ineos-Team UK für die 36. Auflage zum America’s Cup. 

Eigentlich klingt die Aufgabe einfach: drei gegnerische Teams, dafür jede Menge Olympia-Medaillen, Welt- und Europameistertitel sowie einen Ritterschlag im Gepäck. Nach 170 Jahren soll es der erfolgreichste Segler bei olympischen Spielen für das Empire einfach nur richten und die Dinge ins Lot bringen.
Kurz zur Erinnerung: Im Jahr 1851 demoralisierte der US-Schoner America die gesamte britische Flotte bei einer Regatta rund um die Isle of Wight. Auf die königliche Frage, wer denn hinter den Amerikanern Zweiter sei, soll der Legende folgend und wegen des großen Vorsprungs die Antwort „There is no second“ gewesen sein. Ein Motto, das aufgrund des Reglements rund um den Gewinn der ältesten Sporttrophäe der Welt nach wie vor Gültigkeit hat. Und der klare Auftrag sowie das nationale Anliegen an Ainslie und seine Teamkollegen, die „hässliche Kanne“ zurück auf die Insel zu bringen. 

Sir Ben Ainslie soll – nein, muss nach 21 erfolglosen Anläufen den Cup zurück nach England holen. Mit dem Sieg in der Round Robin zum Herausforderer-Event ist der erste Schritt getan.

Was geschah in Neuseeland bisher?
Die 36. Auflage des – nach der Siegeryacht benannten – America’s Cup hat noch bevor es Anfang März losgeht schon fast alles geboten, was den Mythos und die Besonderheit dieser Regatta ausmacht. Die neuen 75-Fuß-Einrumpf-Foiler sind bahnbrechend und erfüllen die Erwartungen ihrer Designer und Segler. Noch vor wenigen Monaten zweifelten nicht wenige an der prinzipiellen Tauglichkeit der völligen Neuentwicklungen. Dann unmittelbar vor Weihnachten die erste und einzige Vorbereitungsregatta direkt im Cup-Revier. Mit Neuseeland als einem souveränen Gastgeber und Titelverteidiger, mit durchaus spannenden Szenen und Wettfahrten und nach drei Tagen mit den sieglosen Briten einen klaren Außenseiter.

Wer wird Neuseelands Herausforderer im Finale?
Jetzt, nach der Round Robin zum Prada Cup, sieht die Welt freilich ganz anders aus. Das englische Team rund um Ben Ainslie holt in sechs Duellen ebenso viele Siege, zeigt sich bei Leichtwind genauso souverän wie bei kräftigeren Brisen und lässt auch in der Vorstartphase nichts anbrennen. Die Amerikaner, bis dahin überraschend stark, verpatzen eine Bojenrundung, heben ab und schaffen es mit vereinten Kräften aller Teams, ihre Rennyacht Patriot vor dem Sinken zu bewahren. Die Vorrunde ist damit für das Team des New York Yacht Club zu Ende, sie müssen mit den italienischen Herausforderern ins Semifinale. Aus aktueller Sicht sollte Patriot morgen Freitag wieder einsatzbereit sein, die ersten Schwimmversuche nach den Reparaturarbeiten stimmen das Team „American Magic“ zuversichtlich. Der Sieger tritt dann gegen Ineos-Team UK im Prada-Cup-Finale um den einen und einzigen Platz als Herausforderer von Emirates Team New Zealand an.

Patriot im nicht planmäßigen Flugmodus. Fast gesunken, wurde 24 Stunden pro Tag an der AC75 von Team “American Magic” gearbeitet. Mit Erfolg – am Freitag können die Amerikaner gegen das Luna Rossa Prada Pirelli-Team um den Platz im Finale ins Rennen gehen.

Der Zeitplan im Überblick:
29.1.–2.2. Prada Cup-Semifinale (auf vier Siege)
13.2.–22.2. Prada Cup-Finale (auf sieben Siege)
6.3.–15.3. America’s Cup (auf sieben Siege)

Fotocredits: America’s Cup, Team American Magic, Ineos Team UK

Diesen Artikel teilen