Was man braucht, um in Corona-Zeiten von Gibraltar nach Kroatien zu segeln? Viel Zeit, ein wenig Frechheit und einen unverhofften Mitsegler! Hubert Resch, seit 2018 hauptberuflicher Skipper, der auf seiner Aurora Kojen verchartert, hat uns sein Logbuch zur Verfügung gestellt, in dem er von seiner abenteuerlichen Reise berichtet, die ihm die vielleicht schlimmsten (weil langweiligsten), aber auch schönsten Segelwochen bereitete. Wer den Skipper und seine Bavaria 50 näher kennenlernen möchte: www.justsailing.at

Skipper Hubert Resch

Barbate

Mittwoch, 11.03.2020

Aus der Meerenge von Gibraltar stehen 35 bis 40 Knoten Wind. Deshalb und wegen der Schäden an meiner Aurora entscheide ich mich, nicht direkt nach Benalmadena bei Malaga zu fahren, sondern Barbate auf der Atlantikseite anzulaufen. Die Aurora hat eine defekte Dieselpumpe, und im Rigg sind das Babystag und die Backbord-Oberwant gebrochen. Meine Crew ist nicht begeistert. Aber das war sie schon seit Tagen nicht. Seit der Motor ausgesetzt hat. Das schwere Wetter der letzten Tage hat auch einiges dazu beigetragen, die Stimmung tief zu halten. Mir ist bewusst, dass die Entscheidung Barbate anzulaufen heißt, dass der nächste Abschnitt der Überstellung sehr schwer, wenn nicht unmöglich zu schaffen ist. Aber meine Möglichkeiten sind beschränkt. Mit der angeschlagenen Maschine und dem beschädigten Rigg kann ich nicht weiter. Der Hafen, in den ich jetzt einlaufe, wird der sein, von dem aus ich den nächsten Törn starten werden muss. Ob mir die Reparaturen gelingen, ist allerdings fraglich, wenn die Infrastruktur fehlt. Barbate ist kein Yachthafen, in dem an jeder Ecke ein Segelmacher oder Bootsmechaniker zu finden ist.
Um 04:30 Uhr sind wir eingelaufen. Die Marina ist mit Schwimmstegen ausgestattet und macht einen guten Eindruck. Allerdings ist sie leer und weit vom Ort mit seinen Einkaufsmöglichkeiten weg. Um 05:00 Uhr geht es ab in die Koje. Um 09:00 Uhr mache ich mich auf die Suche nach einem Mechaniker. Die im Hafen befindlichen Betriebe wollen oder können mir nicht helfen. Mit der Hilfe von Google habe ich einen Volvo Penta Dienst in Barbate ausgemacht. Um 14:00 Uhr mache ich mich mit Manfred auf den Weg dorthin. Die Verständigung ist nicht einfach, da ich kein Spanisch kann. Mit Handytranslator, Händen und Füßen gelingt es uns dann doch zu erklären, was wir brauchen. Zwei Mann kommen gleich mit, um sich das Problem anzuschauen. Wie ich schon vermutete, ist es die Dieselpumpe. Das Problem ist, dass in der Werkstatt keine lagernd ist. Sie versprechen aber, dass für Montag alles fertig ist. Um 17:00 Uhr hat Manfred erfahren, dass einer seiner Freunde während der Zeit, die wir unterwegs waren, verstorben ist. Er beschließt, sofort abzureisen und nicht bis Samstag zu warten. Corrina und Mathias schließen sich an. Wir organisieren ein Taxi für den nächsten Tag um 07:00 Uhr. Um 19:00 Uhr gehen wir in einer kleinen Tapas Bar in Barbate Abendessen. Die Tapas waren super. Hier komme ich gern wieder her. Um 22:00 Uhr sind alle in der Koje.

Donnerstag 12.03.20

Um 06:00 Uhr sind Corrina, Manfred und Mathias abmarschbereit, und das Taxi ist pünktlich da. Um 11:00 Uhr sind die beiden Wanderburschen, die wir von Teneriffa mit auf das Festland genommen haben, zum Abmarsch bereit. Auch sie verlassen mich heute.
Die letzten 2 Wochen waren hart für mich und meine Aurora. Das Wetter hat das Material hart hergenommen. Den Motor, glaube ich, habe ich im Griff. Die Reparatur wird am Montag fertig sein. Aber die Frage des Babystag und der Oberwant bleiben noch offen. Ich weiß noch nicht, wo und wie ich dafür Ersatz bekomme. Es schaut schlecht aus mit der nächsten Etappe. Meine neue Crew kommt am Samstag und ich weiß noch nicht wie es weiter geht.
Mit den beiden Burschen demontiere ich die beiden Stahlseile und dann telefonieren wir wegen einem Ersatz dafür. Um 13:00 Uhr haben wir eine Firma gefunden, die meine Stahlseile ersetzen kann. Ich setze mich ins Taxi und fahre in das 100 Kilometer entfernte Cadiz. Der Chef dort schaut sich mein Problem an und meint, dass er diese nicht vor Dienstag bekommt. Ich bin glücklich. Ich schaffe zwar die Nächste Etappe bis Palermo nicht, aber Mallorca kann sich ausgehen, wenn alles klappt. Ich bin wieder vorsichtig optimistisch. Um 16:00 Uhr bin ich zurück bei der Aurora. Meine Wanderburschen sind weg. Der Mechaniker war da und hat eine Riesensauerei angerichtet. Das ganze Schiff stinkt nach Diesel. Aber egal, er arbeitet. Wenn der Motor läuft, putze ich gern hinterher.
Um 17:00 Uhr richte ich mir ein Essen und lasse die letzten Tage an mir vorbeiziehen. Die letzte Überfahrt war alles andere als einfach. Eine Crew, die nicht zusammen passte. Ein Besserwisser und Intrigant. Hätte ich gekonnt, ich hätte ihn aussteigen lassen sollen. Aber mitten am Atlantik geht das leider nicht. Dazu kommt jetzt auch noch Corona. Noch weiß keiner, wie sich die Situation entwickeln wird. Von der nächsten Crew hat sich einer meiner Stammgäste und Freunde bereits entschuldigt. Karl kommt nicht, da ihm ist die Situation mit Corona nicht geheuer ist. Ich kann das verstehen. Ob die anderen drei Crewmitglieder kommen können, ist ungewiss. Im Moment weiß niemand, ob noch ein Flug geht. Den Rest des Abends verbringe ich mit telefonieren. Brit will unbedingt kommen, Christoph ebenfalls, Tobias ist bereits in Malaga. Also organisiere ich mit Brit, die am Samstag den 14.03. anreist, ein Mietauto. Damit können sie am Samstag direkt zu mir nach Barbate kommen. Problem eins ist also vorläufig gelöst. Wenn die Flüge gehen, kommen sie. Problem zwei ist die nächste Etappe. Die sollte eigentlich ab Palermo starten. Da komme ich aber nicht hin. Mir fehlen drei Tage. Mit Sarah, meiner Unterstützung aus Wien, versuche ich die vier gebuchten Gäste, von denen ich keinen kenne, nach Mallorca umzuleiten. Gleich die ersten beiden, Vater und Sohn, sagen ab. Die anderen erreichen wir nicht. Aber es sind ja noch zwei Wochen bis dahin. Wir müssen schauen, wie es mit Corona weiter geht. Wir werden sehen. Um 23:00 Uhr gehe ich schlafen.

Freitag 13.03.20

Es ist 08:00 Uhr. Da die letzte Crew vorzeitig ausgestiegen ist, hat keiner sauber gemacht. Die Aurora schaut aus wie ein Schlachtfeld und stinkt nach Diesel. Also habe ich einen Putztag vor mir. Wäschewaschen, Diesel aus dem Rumpf waschen. Um 18:00 Uhr bin ich fertig mit der Putzerei. Ich selbst bin auch erledigt. Vier Maschinen Wäsche und 15 Meter Boot sind gewaschen und geputzt. An der Situation hat sich nur geändert, dass die Spanier beschlossen haben, ab morgen, Samstag den 14.03.20, den Alarmzustand auszurufen. Was das für Folgen haben wird, weiß ich noch nicht.

Samstag 14.03.20

Heute ist der Tag der Wahrheit. Ich bin gespannt, ob alle drei Crewmitglieder es zur Aurora und mir schaffen. Tobias hat sich bereits gemeldet. Er fährt zum Flughafen Malaga und wartet dort auf Brit und Christoph. 14:00 Uhr Britt ist gelandet. Um 15:00 Uhr ist es Christoph ebenfalls. Um 15:30 Uhr sitzen sie im Auto. Um 18:30 Uhr sind sie bei mir. Ich kann es gar nicht glauben. Heute hat eine Meldung über gestrichene Flüge die andere gejagt. Es ist reines Glück, dass alle da sind. Um 19:30 Uhr wir gehen in die Stadt essen. Das Tapas Lokal von gestern hat zu. Also einfach ins nächste offene Lokal. Diesmal sind die Tapas keine Offenbarung, mehr eine Katastrophe. Ich bin trotzdem glücklich. Meine Crew ist da. Um 23:00 Uhr liegen wir in der Koje.

Sonntag 15.03.20

Heute ist ausschlafen angesagt. Wir frühstücken erst um 09:00 Uhr und machen uns dann an den Bordeinkauf. Der Mercadona ist mit dem Auto leicht zu erreichen und die Regale sind fast alle voll. Um 13:00 Uhr ist alles eingekauft und alles verstaut. Wir machen einen Spaziergang in die Stadt. Gestern war die Uferpromenade noch voll und die Lokale offen. Heute sind nur noch ein paar Menschen mit ihren Hunden unterwegs. Nicht ein Lokal ist offen. Die Promenade und der Strand gehören uns fast allein. Das also ist der Alarmzustand. Wie geht es weiter? Leicht geschockt kommen wir zurück zum Boot. Um 22:00 Uhr sind wir in der Koje.

Montag 16.03.20

Um 08:00 Uhr starten wir voller Tatendrang in den Tag. Die Mechaniker sind um 09:00 Uhr da und bauen die Dieselpumpe ein. Wir reparieren all die kleinen Dinge. Lockere Schrauben werden nachgezogen, der Salontisch festgeschraubt und so weiter. Um 18:00 Uhr fehlen nur noch die Stahlseile. Wir haben ausgemacht, dass mich der Segelmacher anruft, wenn sie da sind. Um 19:00 Uhr essen wir. Danach steht ein Spieleabend am Programm. Um 23:00 Uhr sind wir in der Koje.

Dienstag 17.03.20

Um 08:00 Uhr wird gefrühstückt. Um 10:00 Uhr kommt der heiß ersehnte Anruf. Tobias und ich fahren sofort los. Noch nie habe ich eine Autobahn gesehen, die so leer ist. Auf der ganzen Strecke bis Cadiz, auf über 100 Kilometer sehen wir keine 50 Autos. Der Segelmacher wartet nur auf uns. Er übergibt und die Want und das Stag, kassiert das Geld und meint, jetzt gehe er nach Hause. Er hat nur auf uns gewartet. Ab jetzt steht auch bei ihm alles still. Ich bin dankbar, dass ich meine Stahlseile habe und denke daran, morgen gleich zur Tankstelle zu fahren, zu tanken und von hier weg zu segeln. Um 13:00 Uhr sind wir zurück in Barbate. Um 15:00 Uhr sind Want und Babystag wieder montiert. Christoph war oben. Das war sein Highlight des Tages. Meines auch. Die Aurora ist, bis auf Sprit, abfahrbereit.
Um 19:00 Uhr gibt es Abendessen, danach wieder einen Spieleabend. Wir sind optimistisch. Morgen geht es los. Um 22:30 Uhr kommt noch ein Schiff rein. Das erste Schiff, das hier anlegt, seit ich da bin. Marinero ist keiner zu sehen, also helfen wir den beiden auf der 50er Beneteau beim Anlegen. Stefan, der Skipper, erzählt, dass er von Madeira raufgekommen ist. Das ganze allein. Sein Begleiter ist ein Segelanfänger. Er hat meine volle Bewunderung. 600 Meilen und nur zwei oder drei Stunden Schlaf pro Tag, während sein Mitsegler den Autopiloten bewacht. Harter Kerl. Die beiden sind noch ganz überdreht, weil sie es geschafft haben und nun hier im Hafen sind. Die Erleichterung sieht man ihnen an. Um 23:30 Uhr sind alle, auch unsere neuen Nachbarn, in der Koje.

Mittwoch 18.03.20

Um 09:00 Uhr haben wir gefrühstückt. Ich war im Marinabüro und habe gesagt, dass wir heute auslaufen wollen. Sie weisen mich auf den Alarmzustand hin und dass ein Auslaufverbot besteht. Ich will trotzdem. Hier ist ja keiner. Und wenn ich mal in Mallorca bin, sehen wir weiter. Stefan von der 50er Beneteau will noch ein paar Tage bleiben und sich erst mal ausschlafen. Sein Mitsegler aber, der aus der Ukraine ist, will zu seinem Flieger. Nachdem wir jetzt ja keine Verwendung mehr für unser Mietauto haben, machen wir aus, dass er es für uns in Malaga, wo sein Flieger um 20:00 Uhr geht, abgibt. Um 14:00 Uhr öffnet die Tanke. Wir legen um 14:30 Uhr ab und wollen um 14:40 Uhr bei der Tankstelle anlegen. Der Tankwart verweigert uns Diesel. Er sagt nur in Notsituationen. Wir haben laut ihm keine. Also wieder müssen wir wieder zurück. Deprimiert liegen wir wieder an unserem alten Platz. Um 18:00 Uhr kommt Stefan zu uns an Bord. Die Mietautorückgabe hat funktioniert. Brit und ich atmen auf. Stefan will Backgammon spielen, dabei verliere ich 10 Euro. Brit, Tobias und Christoph spielen Twickle. Das wird noch das Spiel der Woche. Um 23:30 Uhr sind wir in der Koje.

Donnerstag 19.03.20

Gestern hatten wir versucht Diesel zu bunkern. An der Tankstelle haben sie uns aber abgewiesen. Heute teilte uns das Marina Personal mit, dass nur Fischerboote, Guardia Civil, Polizei und Lotsen Diesel bekommen. Für uns heißt das, dass wir hier festsitzen. Ich habe zwar noch genug Diesel um es durch die Meerenge von Gibraltar zu schaffen. Wenn wir aber auch da nichts bekommen wird es eng. Also warten wir und gehen einkaufen, da uns ja keiner sagen kann, wie lange wir hier ausharren müssen. In der Stadt schaut das Leben normal aus. Die Läden sind voller Waren. Keiner scheint gestresst, wegen der Situation. Alles geht seinen normalen Gang. An der Baustelle wird gearbeitet. Die Trafiken und Apotheken sind offen. Die Lebensmittelläden voll. Nur, dass die Kunden einzeln eingelassen werden und die Schlange vor dem Geschäft und nicht vor der Kasse ist, zeigt das etwas anders ist als sonst. Kunden werden nur einzeln in Geschäft eingelassen. Auf den Straßen sind nur Leute zu sehen, die mit dem Hund Gassi gehen oder etwas zu erledigen haben. Hier in der Marina merkt man nichts. Es sind nur wenige fremde Schiffe da. Alle wollen weiter, aber keiner kann raus. Für uns heißt das, warten. Meine Crew wird irgendwann zurück nach Hause müssen. Aber wann und wie, kann im Moment keiner sagen. Also sitzen wir hier und vertreiben uns, so gut als möglich, die Zeit.

Freitag 20.03.20

Wir vertreiben uns irgendwie die Zeit. Christoph hat beschlossen, am Sonntag zu fliegen. Er organisiert den Flug und wir nehmen den Taxifahrer, der schon die letzten Tage unseren Einkauf zur Marina bringt, für seine Fahrt zum Flughafen in Anspruch. Tobias hat mein Angelzeug entdeckt und versucht sich seit Tagen beim Fischen. Gott sei Dank fängt er nichts.

Sonntag 22.03.20

Christoph ist heute früh zum Flughafen gefahren. Wir anderen haben einen Entschluss gefasst. Wir verlegen die Aurora am Donnerstag nach Benalmadena. Der Bordalltag geht auch da seinen Lauf und der Flugplatz ist nur 10 Minuten weit entfernt. Vor allem sind da die Supermärkte näher. Hier in Barbate sind es für jeden Einkauf 2 km Fußweg bis zum Mercadona. Der Lidl ist überhaupt 5 km weit weg. Es kann also nur besser sein. Was die Guardia Civil dazu sagt werden wir sehen. Sprit reicht noch bis Benalmadena. Ich hoffe aber, dass wir beim Auslaufen volltanken dürfen. Ansonsten ist die Situation hier unverändert. Es regnet und so ist auch unsere Stimmung.

Verlängerung der Quarantäne, Barbate, Spanien

Montag 23.03.20

Die letzten drei Tage waren ereignislos. Stefan trägt nun täglich zur Füllung der Bordkasse bei, weil er täglich 10 € beim Backgammon an uns / mich verliert. Es gibt nichts zu berichten. Meine Crew hilft ihm, seine kleinen Schäden am Schiff zu reparieren. Es kommt eben keiner vom Atlantik zurück, ohne das Dinge kaputt gehen. Bei ihm war es eine Pumpe, er hat Wasser im Schiff und sein Segel ist ein wenig mitgenommen. Die spanische Regierung hat heute die Quarantäne hier um 2 Wochen verlängert. Sie geht jetzt bis 14.04.20. Für uns an Bord ändert sich auch einiges. Wir dürfen nicht mehr zu zweit einkaufen gehen, sondern nur mehr allein. Aufhalten dürfen wir uns auch nur mehr am Steg. Selbst den Weg zur Toilette haben wir ohne Unterbrechung zurück zu legen. Spaziergänge im Hafen und der Marina sind auch verboten. Es gibt immer noch keinen Diesel für uns. Warten ist daher angesagt. Ich habe meiner Crew gesagt, sie sollen sich um einen Heimflug umsehen, da nicht mehr zu erwarten ist, dass sich an der Situation bald etwas ändern wird. Im Gegenteil, ich rechne mit noch größeren Einschränkungen. Ich weiß allerdings auch nicht, was die Spanier uns hier noch verbieten können. Meine Stimmung ist ziemlich weit unten, da ich nicht weiß wie es weiter geht. Wir werden sehen, was da noch kommt.

Donnerstag 26.03.20

Ich gehe um 11:00 Uhr zu Fuß rund um das Hafenbecken zur Tankstelle. Ich erzähle dem Tankwart was er hören will. Wir haben eine Notsituation und brauchen Diesel, weil wir heute raus müssen. Er ist einsichtig. Wir sind um Punkt 16:00 Uhr bei der Tankstelle. Da ich uns vorher angemeldet habe, geht das Tanken schnell und problemlos. Allerdings zerschramme ich beim Ablegen ein bisserl das Gelcoat auf der Backbordseite. Es war doch mehr Wind als erwartet. Egal, nur weg hier. Bereits um 18:30 Uhr stehen wir vor der Meerenge. Um 21:00 Uhr wir sind durch. Gibraltar liegt nun hinter uns. Bis zur Dunkelheit segeln wir, dann schläft der Wind ein, also geht es mit dem Motor weiter. Mit dem Strom haben wir in der Enge von Gibraltar bis zu 9,8 ktn gemacht. Der Sog ins Mittelmeer ist gewaltig. Um 20:00 Uhr schicke ich Brit in die Koje, um 22:30 Uhr folgt auch Tobias. Seit 21:00 Uhr ist eine Herde Delphine neben uns und treibt ihre Späßchen. Sehen tut man sie nur an den Luftbläschen, die sie beim Schwimmen erzeugen und ab und zu, wenn sie springen. Es ist trotzdem ein Erlebnis.

Freitag 27.03.20

Um 01:00 Uhr wecke ich Brit. Bis 02:00 Uhr bleibe ich mit ihr an Deck, dann kommt Tobias rauf. Um 02:30 Uhr setzen wir gemeinsam Segel. Dann gehe ich auch in die Koje. Die Delfine sind immer noch da. Die Nacht ist eine der schönsten, die ich je erlebt habe. Um 03:30 Uhr weckt mich Brit, weil der Wind schwächer wurde. Sie will mit dem Motor weiter fahren. Aber die 2,5 Ktn unter Segel sind für mich noch in Ordnung. Wir waren zu schnell und ich will nicht in der Dunkelheit ankommen. Um 04:30 Uhr weckt Brit mich wieder. Wir machen nur 1,5 Ktn. Jetzt bin auch ich für Motor. Um 07:00 Uhr kommt Wind auf. Wir könnten nun gut Segeln, aber ich will für die letzte Stunde nichts ändern. Um 08:30 Uhr ist der Wind bei 28 Ktn und wir stehen vor der Hafeneinfahrt. Hier sind jede Menge Fischerbojen, denen ich ausweichen muss. Ein Fischer hat sogar in der Hafeneinfahrt einen Korb gelegt. Es stehen ca. 2 Meter Welle auf die Einfahrt, aber die nehmen wir gekonnt im Surf. Wir sind froh, drinnen zu sein. War zum Schluss echt unangenehm. Gleich beim Anlegen steht die Guardia Civil am Pier. Sie erklären mir, dass der Hafen geschlossen ist und ich wieder wegmuss. Aber ich muss gar nichts. Also Palaver warum, wieso und überhaupt. Letztendlich gewinnen wir. Wir bekommen einen Liegeplatz zugewiesen. Also alles gut.

Benalmadena Malaga Spanien

Samstag 28.03.20

Den letzten gemeinsamen Tag verbringen wir wieder mit dem beliebten Trackle Spiel und lernen unsere Nachbarn am Steg kennen. Neben uns liegt eine Oyster 54`, die von von einem US-Pärchen bewohnt wird. Dann gibt noch ein englisches Paar auf einer 60 Fuß Motoryacht. Gegenüber, an der Ecke, ein Kieler mit einer Dufur 460. Ebenfalls eine Dufur 460 wird vom deutschen Konsul, der auch gegenüber liegt, bewohnt. Weiters liegt noch ein tschechisches Pärchen und einen Engländer, der allein auf seinem Motorboot sitzt. Das war es. Wird einsam, wenn meine beiden Crewmitglieder weg sind.

Benalmadena

Sonntag 29.03.20

Um 06:00 Uhr bringe ich Brit und Tobias zum Taxi. Danke Tobias für deinen Einkauf. Mit den Lebensmitteln komme ich nun bis Kroatien. Um 18:00 Uhr haben sich beide gemeldet. Sie sind gut zu Hause angekommen.

Samstag 04.04.20

Seit Sonntag schon sind die letzten meiner Crew wieder in Deutschland. Ich verbringe nun den 6. Tag allein auf meiner Aurora. Schön langsam bildet sich ein Tagesablauf heraus. Um 08:30 Uhr aufstehen, frühstücken und duschen. Um 10:00 Uhr Smalltalk mit dem Deutschen auf der Stöbi, der Dufur 460 gegenüber. Den treffe ich am Weg zum Einkaufen. Um 11:00 Uhr bin ich zurück am Boot. Dann hole ich meinen Computer raus. Bei Solitärer bin ich schon weit oben im Ranking. Zwischendurch klicke ich mich durch Facebook, Whatsapp, SMS und telefoniere. Jedem, den ich kenne, habe ich schon zum Geburtstag gratuliert. Echt ein Stress so eine Quarantäne, aber soll ja bald vorbei sein. So in einem Monat. Keine Ahnung, was ich bis dahin mache. Wenigstens habe ich hier ein paar nette Bootsnachbarn, denen genauso fad ist wie mir. Ach ja, ein paar neue Nachbarn habe ich auf meinen Einkaufstouren gefunden. Am Steg gegenüber liegt ein Deutscher mit einer Amel Maramu, der täglich vom anderen Steg auf ein Schwätzchen vorbeikommt. Da liegt er, ganz allein. Die zwei Amis neben mir sind auch ganz nett. Sie haben mich gestern auf ein Steak eingeladen. Den Konsul sehe ich wenig, der fährt jeden Tag ins Büro. Aber mit dem Kieler, Carsten, auf der Stöbi, sitze ich jeden Tag beisammen. Einen Schweizer, Oliver, gibt es auch noch. Der will mit seinem Stahlboot nach Argentinien. Alles in allem ist die Lage bescheiden, aber hoffnungslos.

Donnerstag 16.04.20

Ich habe keine Ahnung mehr, wie lange ich schon hier bin. Tage, Wochen. Immer derselbe Ablauf. Aufstehen, Duschen, Frühstücken, Brot kaufen, PC, Mittagessen, PC. Die beiden Amis bleiben bei Schlechtwetter unter Deck, der Deutsche gegenüber liegt in seiner neuen Hängematte und liest, der Schweizer arbeitet an seinem Schiff, der Konsul ist unter Tage nicht da, der mit der Amel kommt einmal am Tag vorbei und die Engländer bleiben unter sich. Ab und zu treffen wir uns auf ein Schwätzchen. Nicht gerade abendfüllend das Programm. Mit dem Schweizer, der gut spanisch spricht, habe ich in den letzten Tagen die Guardia Civil bearbeitet. Ich will hier raus, und so wie in Barbate einfach loszufahren, traue ich mich nicht. Die Guardia überwacht die Ausfahrt. Heute habe ich die Marina Rechnung bekommen. Über 500 €. Ich bin hin und habe denen erklärt, dass ich nicht hier sein will und sie mir daher auch nichts verrechnen können. Leider hat sie das ziemlich kalt gelassen. Aber mit dem Oliver als meinem Übersetzer habe ich erreicht, dass sie mich rauslassen. Es macht wohl mehr Schwierigkeiten, mit mir um das Geld zu streiten, als mich hier zu behalten. Sie sagen, wenn ich bezahlt habe, darf ich raus.

Endlich unterwegs

Freitag 17.04.20

Ich will nach Hause, nach Kroatien. Heute um 16:00 Uhr soll es losgehen. Die Marina ist bezahlt (ich musste zahlen, obwohl ich nicht hier sein wollte). Nach langen Diskussionen mit der Guardia Civil lassen sie mich heute ablegen. Ich wollte schon am 02.04.20 los. Die Tage hier haben mir 510 € Liegegebühr gekostet, die nicht notwendig gewesen wären. Meine erste Zwischenstation wird Almerimar sein. Dort will ich nur nachtanken und ein paar Stunden schlafen. Dann soll es weiter nach Cartagena gehen. Aber wir werden sehen, was kommt. Morgen sehen wir, wie es geht. Pünktlich um 16:00 Uhr mache ich die Leinen los. Alle meine Leidensgenossen kommen zur Verabschiedung und winken vom Steg. Irgendwie komme ich mir vor wie ein Fahnenflüchtiger, weil ich sie hier zurücklasse. Die Tage hier haben uns alle zu einer, wenn auch erzwungenen, so aber doch zu einer Gemeinschaft gemacht. Ich hoffe, ich sehe euch alle einmal wieder. Als ich bei der Guardia vorbei fahre, kommt doch wirklich einer raus und will mich zurückpfeifen. Aber falsch, ich dreh hier sicher nicht mehr um, ich bin weg und komme so schnell nicht wieder. Tschau Benalmadena. Es ist 16:30 Uhr. Gleich nach der Hafeneinfahrt will ich den Autopiloten einschalten, aber Fehlanzeige, der geht nicht. Egal, nur weg hier, dann steuere ich eben per Hand. Es sind nur 80 Meilen nach Almerimar. Mechaniker gibt es dort auch. Nur nicht hierbleiben müssen. Die Dinge, die ich erledigen wollte, wie Steckdosen für Landstrom wieder zusammenbauen, müssen eben warten. Die erste Etappe bis zur Dunkelheit ist sonnig und warm. Ich sehe ganze Rudel von Delfinen und Schweinswalen. Damit habe ich hier nicht gerechnet. Sogar in der Nacht begleiten mich die Delfine immer wieder ein Stück und verhindern mit ihrer Anwesenheit, dass ich einschlafe. Die Nacht verläuft wie geplant. Der Motor hält, das Meer ist spiegelglatt.

Samstag 18.04.20

Wie vorausberechnet bin ich genau zur Morgendämmerung am Ziel. Ich gehe sofort an die Tankstelle. Obwohl ich nicht gefunkt habe, sind zwei Marineros zur Stelle und nehmen die Leinen an. 59 Liter für fast 30 Stunden kommt mir wenig vor, aber der Tank ist voll. Sprit ist hier in Almeria billiger als in Benalmadena. Um ganze 30 Cent. Hier ist alles billiger, auch der Liegeplatz kostet die Hälfte, 22€ pro Tag. Die Marineros rufen auch gleich die Polizei zwecks Kontrolle. Irgendwie seltsam, wie sich die Polizisten verhalten. Überhaupt hat man hier mehr Angst vorm Virus. Der Sekretär der Marina ruft für mich einen Techniker an, welcher verspricht zu Mittag da zu sein. Mittag zieht sich in Spanien. Ich unterhalte mich derweilen mit einer Skipperin, die ich von Windbeutel kenne. Wir werden auch gleich mehrmals ermahnt, nicht zusammen zu stehen. Der/das Virus geht um. Wissen wir. Daher stehen wir auch zwei Meter auseinander. Es ist 12:30 Uhr. Schön langsam werde ich müde, und es ist immer noch kein Raymarine-Mann in Sicht. So ist das halt in Spanien. Um 14:00 Uhr ist der Elektriker wegen des Autopiloten da. Er sucht ganze drei Stunden und findet dann den Fehler. Guter Mann. Um 18:00 gibt es endlich etwas Warmes zu essen. Um 19:00 Uhr bin ich fertig für heute und gehe in die Koje. Morgen geht es weiter. Kroatien ist noch weit. Ich telefoniere noch mit Stefan aus Barbate, der sagt er möchte morgen los. Er will nach Athen. Morgen ist ein idealer Tag. Westwind ist angesagt, wenn der Wetterbericht stimmt und das tut er meistens, schiebt er mich bis Cartagena.

Sonntag 19.04.20

Um 07:00 Uhr gibt es Frühstück und um 08:45 Uhr geht es los. Das war Almerimar. Gesehen habe ich nichts außer der Marina, die angeblich die zweitgrößte in Europa ist. Vorm Hafen nehme Fender weg und setze Segel. Der Wind ist noch moderat, soll aber stärker werden. Um 13:00 Uhr ist der Wind da. Bis zum Kap und darüber hinaus bläst es mich mit ca. 6 Ktn. Fahrt. Dann ist Flaute. Der Wind ist wie abgehackt, also fahre ich bis in der Früh mit dem Motor.

Montag 20.04.20

Mit der Sonne kommt auch der Wind. Erst zaghaft, aber dann wieder mit bis 25 Ktn. Wegen des vielen Schiffsverkehrs habe ich nicht geschlafen. Ich bin sehr müde. Um 12:00 Uhr ist der Wind aus und der Autopilot übernimmt. Ich schlafe zwei Mal für eine halbe Stunde. Um 17:00 Uhr ist der Wind wieder mit bis zu 25 Ktn. da. Um 19:00 Uhr spielen die Schweinswale mit meinem Boot und darum herum. Tauchen darunter durch. Fast wie Delfine. Sowas habe ich noch nie gesehen. Schweinswale sind doch eher träge Tiere. Um 20:15 Uhr sehe ich einen Schwarm Delfine. Es sind sicher mehr als 30 Tiere. Sie ziehen an der Aurora und mir vorbei. Die haben scheinbar etwas Besseres zu tun, denn sie beachten uns überhaupt nicht. Um 21:30 Uhr ist es dunkel und ich stehe seit Stunden am Steuer. Ich mag nicht mehr, mache die Segelfläche kleiner und schalte den Autopiloten ein. Mir fallen die Augen zu, daher lege ich mich für Stunde hin. Aus einer sind dann drei geworden. Immer wenn der Wecker geklingelt hat, habe ich kurz rausgeschaut und ihn nochmal eingestellt. Drei Stunden Schlaf und ich fühle mich wie neugeboren. Halt ein bisserl steif und alt, aber ja. Um 06:00 Uhr ist der Wind aus, also geht es mit dem Motor weiter.
Um 07:00 Uhr ist Formentera in Sicht. Um 10:00 Uhr lege ich bei der Tankstelle an. Der Marinero kommt und befiehlt mir, wieder abzulegen. Ich darf erst anlegen, wenn die Polizei da ist. Die Guardia Civil und Hafenpolizei kommen beide. Vier Mann hoch verteidigen sie den Hafen und lassen mich nicht rein. Nur mit einer Sondergenehmigung dürfte ich anlegen. Es entsteht eine lange Debatte mit viel herumtelefonieren seitens der Beamten. Sie verweigern mir Sprit und Brot. Ich muss den Hafen sofort wieder verlassen. Das ist ein echtes Trauerspiel. Ich habe mich schon auf ein frisches Brot gefreut. Da ich auch keinen Sprit kriege, habe ich ein kleines Problem. Mit dem was ich noch habe, komme ich nie nach Italien. Menorca wird es richten müssen, wenn es da auch nichts gibt, wird es ernst. Ich fahre aus dem Hafen raus und ankere in der Bucht davor. Ich esse und schlafe ein paar Stunden. Dann werde ich sehen wie es weiter geht.Wer auch immer behauptet hat, Einhandsegeln hat was, sollte sich mal untersuchen lassen. Hat nix und kann nix. Ganz ehrlich. Ich habe sogar mit meinem Autopiloten geredet, geantwortet hat er halt leider nicht.

Dienstag 21.04.20

Es ist 18:00 Uhr. Die Bucht vor Formentera war keine gute Idee. Der Wind hat auf mehr als 25 Ktn. aufgefrischt, Welle und Wind lösen den Anker. Ich muss hier weg. Also Anker hoch und weiter nach Mallorca. Da will ich zwar nicht hin, aber was bleibt mir über. Wenigstens konnte ich drei Stunden schlafen. Ich bin einigermaßen ausgeruht und die 75 Meilen sind über Nacht kein Problem. Um 19:00 Uhr läutet mein Telefon. Am Apparat ist Hans Jörg von Sailomania und will mir helfen. Er sagt, er schaut was er tun kann und meldet sich am nächsten Morgen um 08:00 Uhr bei mir. Ich freue mich sehr. Im Gegensatz zur Botschaft ist Hans Jörg jemand mit einem Plan. Die Nacht vergeht ohne Besonderheiten. Bis Mitternacht segle ich, bis der ist Wind aufhört und schalte dann den Motor ein. Das gibt mir die Möglichkeit, ein bisschen zu schlafen. Es ist nichts los am Wasser. So leer habe ich das Meer zwischen den Inseln noch nie gesehen.

Mittwoch 22.04.20

Um 09:00 Uhr meldet Hans Jörg sich wie versprochen. Wir besprechen, was zu tun ist. Er sagt, er kann eine Anlaufgenehmigung besorgen. Ich schicke ihm die erforderlichen Daten. Um 12:00 Uhr bin ich vor Palma und habe noch keine Einlaufgenehmigung. Warten bringt nichts, also fahre ich rein. Ich rechne damit, dass ich schon in der Hafeneinfahrt angehalten werde. Aber nichts passiert, keinen kümmert es. Um 12:30 Uhr lege ich an der Tankstelle an. Der Tankwart ist nett, gibt mir Sprit und sagt mir, wo ich einkaufen kann. Die Aurora darf ich solange an der Tanke liegen lassen. Um 13:30 hab ich alles erledigt. Ich lege von der Tankstelle ab und bin um 14:00 Uhr raus aus dem Hafen. Es ist immer noch keine Guardia in Sicht. Besser geht’s nicht. Hans Jörg meldet sich. Er hat meine Einlaufgenehmigung. Zu spät, aber er hat geschafft, was die Botschaft nicht einmal versucht hat. Danke Hans Jörg. Ich habe vor, auf Cabrera, einer kleinen Insel an der Südost Ecke Mallorcas, auf ein Wetterfenster zu warten und nehme Kurs dahin. Um 18:00 Uhr bin ich auf Cabrera und die Guardia Civil kommt mich besuchen. Genau das, was mir nicht gefehlt hat. Ich frage höflich, ob ich die Nacht hier verbringen darf, da normale Häfen nicht anlaufbar sind. Wieder wird es schwierig. Die Guardia scheint aus sehr pflichtbewussten Menschen zu bestehen. Doch Gott oder besser Hans Jörg und seinen Spanischkenntnissen sei es gedankt, dass ich nach langem reden die Nacht hier verbringen darf. Ich muss ihnen aber versprechen, um 08:00 Uhr am nächsten Tag wieder weg zu sein.

Donnerstag 23.04.20

Um 08:30 Uhr weckt mich die Guardia und weißt mich darauf hin, dass es schon nach 08:00 Uhr sei.  Ich bitte mir ein paar Minuten aus, da ich gerade erst aufgestanden bin. Ich mache alles fertig und lege, ohne Frühstück, um 08:45 Uhr von der Boje ab. Die Guardia begleitet mich aus der Bucht raus. Erst nachdem ich sicher die Insel verlassen habe, nehmen sie Fahrt auf und steuern auf Mallorca zu. Nette Menschen. Ich weiß, warum ich sie nicht mag. Nachdem ich wieder Empfang am Handy habe, schaue ich mir die Wettervorhersage an. Die nächsten Tage soll es windstill sein. In zwei Tagen, wenn ich kurz vor Sardinen bin, soll Ostwind mit 20 ktn stehen. Ab Samstag, Sonntag sollte es aber gut gehen. Der Wind dreht auf Südwest und schiebt mich dann nach Sardinien. Also werde ich ankern und warten. Ich entscheide mich für den Hafen von Petro Mallorca. Der macht mir einen sichern Eindruck. Um 14:00 Uhr ankere ich. Es ist eine schöne Bucht. In der Saison ist das hier sicher ein beliebter Ankerplatz. Jetzt ist hier alles menschenleer.
Nochmals danke an Hans Jörg von www.sailorama-segelreisen.at. Deine Hilfe war sehr wichtig. Ohne dich wäre es für mich viel schwieriger gewesen.
Porto Petro ist eine schöne Bucht mit einer kleinen Marina. Ringsum stehen Ferienhäuser. Um 15:00 Uhr richte ich mir mein Abendessen. Um 16:30 Uhr schlafe ich die erste Runde. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die paar Tage so schlauchen. Um 20:00 Uhr schaue ich mir das ZIB 1 Corona-Update an. Um 21:00 Uhr bin ich endgültig in der Koje.

Gottfried

Freitag 24.04.20

Um 08:00 Uhr ist Tagwache. Ich beginne die Dinge zu erledigen, die schon länger auf meiner Liste stehen. Als erstes ist der Segelwechsel dran. Die Genua hat in den letzten Tagen etwas gelitten. Also runter damit und durch die Reserve ersetzen, die mir Pero in Kroatien mitgegeben hat. Der Segelwechsel erweist sich als schwieriger als gedacht. Ohne das Segeln ausbreiten zu können, ist es nicht so einfach es wieder zusammen zu legen und in den Segelsack zu packen. Nach schweißtreibenden drei Stunden bin ich fertig und esse zu Mittag. Danach kontrolliere ich den Motor. Alle Flüssigkeiten nachzufüllen ist, im Vergleich zum Segelwechseln, eine leichte Übung. Um 16:00 Uhr rudert doch tatsächlich einer mit seinem Standup-Paddelboard durch die Bucht. Ich schau ganz begeistert zu. Am Rückweg kommt er bei mir vorbei und fragt nach dem Woher und Wohin. Wir plaudern ein bisschen. Um 18:00 Uhr kann ich das Inselradio nicht mehr hören. Um 20:00 Uhr schaue ich wieder ZIB 1. Um 21:00 Uhr bin ich in der Koje.

Samstag 25.04.20

Um 08:00 Uhr ist die Nacht vorbei. Ich mache mir Frühstück. Die Warterei nervt, da ich nicht bis Sonntag warten will, beschließe ich, gleich los zu fahren. Um 10:00 Uhr ist alles erledigt, was noch zu tun war und ich hebe den Anker. Kaum habe ich den Anker fest, sehe ich, wie der Holländer, mit dem ich gestern, geplaudert habe, wieder mit seinem Paddelboard auf mich zufährt. Also warte ich. Ich bin neugierig, was er will. Der Holländer, Gottfried, fragt, ob ich ihn mitnehmen will. Er hält die Quarantäne nicht mehr aus. Ich denke: „Den schickt der Himmel. Da kann ich fast bis Kroatien durchfahren. Klar nehme ich ihn mit.“ Also Anker wieder rein ins Wasser. Um 14:00 Uhr ist er zurück mit einem Koffer am Paddelboard. Sein Sohn bringt Proviant. Ich schau mir die Wettersituation nochmals an. Wenn ich erst morgen wegsegle, kann ich bis Sizilien durchsegeln. Also machen wir aus, dass er noch eine Nacht zuhause schläft, und wir am Sonntag zu Mittag hier wegfahren. Er lädt mich zum Essen in sein Haus ein und ich frage, ob ich duschen darf. Nach fünf Tagen ist Duschen was schönes. Um 18:00 Uhr werde ich stilvoll mit dem Paddelboard abgeholt. Nette Leute. Hier leben seit sechs Wochen sechs Leute zusammen. Auch nicht einfach. Ich verstehe, dass er weg will. Jeden Tag die gleichen Gesichter, immer dieselben Gespräche. Um 21:00 Uhr werde ich zur Aurora zurückgebracht. Um 22:00 Uhr bin ich in der Koje und freue mich, dass ich nicht allein segeln muss.

Sonntag 26.04.20

Um 08:00 Uhr bin ich mit dem Frühstück fertig und warte auf Gottfried. Er soll um 12:00 Uhr da sein. Bis dahin höre ich Inselradio. Gottfried ist um 11:30 Uhr da. Nach einer kurzen Begrüßung lichte ich schnell den Anker, bevor er es sich noch anders überlegen kann und ich doch allein weiter muss. Gleich vor der Hafeneinfahrt setzen wir Segel. Die Aurora macht bei 8 Ktn Halbwind, 5 Ktn Fahrt. Die ersten 6 Stunden segeln wir, dann ist leider Wind aus und wir starten den Motor. Die Nachtwachen teile ich, wie immer, mit 3 Stunden ein. Es ist schön während der Fahrt schlafen zu können, ohne Angst zu haben, dass etwas passiert.

Gottfried

Montag 27.04.20

Um 07:00 Uhr setzt der Wind, wegen dem ich einen Tag gewartet habe, ein. Er kommt genau von hinten und schiebt uns gegen Sardinien. Gottfried erweist sich als absoluter Glückstreffer. Er hat Segelerfahrung und segelt gern. Schnell spielt sich bei uns eine Routine ein, sodass die Tage ohne Besonderheiten vergehen. Die einzige Abwechslung ist, dass wir oft von Delfinen begleitet werden, die bei Gottfried Begeisterung auslösen. Es gelingt ihm auch, ein paar schöne Fotos zu schießen.

Dienstag 28.04.20

Sardinien liegt quer ab. Gottfried steuert und macht mich auf ein Motorschiff aufmerksam, dass sich in unsere Richtung bewegt. Ich schicke ihn um seinen Pass und richte meinerseits die Schiffspapiere her. Was kann es denn anderes als unser Freund und Helfer sein? 20 Minuten später berge ich das Groß und lasse die Aurora nur mit Genua laufen. Die Guardia Finanzia funkt uns an und will das Woher und Wohin wissen. Sie weisen uns an auf 070ˆ zu gehen. Wir übergeben Ihnen die Papiere. Es dauert seine Zeit, bis sie alles überprüft haben. Eine Bestätigung, dass sie uns kontrolliert haben, bekommen wir natürlich auch. Wie ich später bemerke, haben sie mir meine Madeira Flagge einbehalten. (Ich würde ja sagen geklaut, aber es handelt sich um die Guardia Finanzia, die klauen nicht).

Die Guardia Finanza vor Sardinien

Mittwoch 29.04.20

Es geht immer noch derselbe Wind, immer noch derselbe Ablauf. Delfine und Wachwechsel. Der Autopilot läuft nun schon seit zwei Tagen. Das Solarpaneel erzeugt genug Strom, nur die Kühlung dazu wird problematisch.

Donnerstag 30.04.20

Während der Nacht kommt Sizilien in Sicht. Das heißt, wir sehen den Hellern Himmel. Immer noch derselbe Wind, dieselbe Richtung. Es ist einfach schönes Segeln. Seit wir Segel gesetzt haben, mussten wir noch nichts an Ihnen ändern. Schön. Um 22:00 Uhr ist es vorbei mit Segeln, da der Wind aus ist. Wir motoren also weiter.

Freitag 01.05.20

Um 07:00 sind wir bei Messina. Ich habe Wache und wecke Gottfried, damit er die berühmte Meerenge sehen kann. Gleich nach der Enge können wir wieder segeln. Bei 22 ktn wahrem Wind setzen wir nur die Genua und lassen uns bis zur Stiefelspitze runtertreiben. Einfach nur super. Auch die Guardia Finanzia war wieder da. Diesmal per Helikopter. Die konnten es nicht glauben, die Aurora so einsam zu sehen und haben einige Ehrenrunden rund ums Schiff gedreht. Aber wir waren ihnen dann nicht mal einen Funkspruch wert. Gut so. Manchmal frischt der Wind bis 32 Ktn auf, da keine Welle ist bleibt es segelbar. Kaum sind wir um den Stiefel herum, ist der Wind weg. Wie abgeschnitten. Aber der Tag ist sonnig und schön. Wir hören Musik von den Doors und sogar ein wenig Klassik. Gottfried kennt sich da aus. So stört es nicht, dass wir seit 15:00 Uhr motoren. Wir haben den Motor bis jetzt fast nicht verwendet. In den Nachtstunden erwischt uns Wind direkt von vorne. Da ich aber keine Lust habe aufzukreuzen, motoren wir da durch. Bei bis zu 32 Ktn ist das kein Vergnügen. Da es aber kaum Welle gibt, geht es.

Italien

Samstag 02.05.20

Um 07:00 Uhr sind wir in Crotone. Wieder einmal. Die Aurora und ich waren im November schon mal hier. Ein wenig plagt die Ungewissheit, was die Italiener mit uns machen werden. Müssen wir in Quarantäne oder nicht? Aber nachdem wir da sind, kratzt sie das scheinbar wenig. Wir tanken und gehen auf den uns zugewiesenen Liegeplatz. Keinen kümmert es. Nach fast einer Woche auf See ist duschen das Erlebnis. Heißes Wasser, rasieren, frühstücken, Logbuch schreiben und ausschlafen stehen auf dem Programm. Morgen kommt die Bootspflege und Motorkontrolle dran. Dann heißt es  warten, dass wir nochmal 3 – 4 Tage den gleichen Wind wie bisher bekommen.
Alles in allem war das die schönste Woche auf See, die ich jemals hatte. Es war ein perfekter Wind. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Ein guter Segelkamerad. Wir haben im Schnitt 5 Ktn. gemacht und sind knapp 800 Meilen in 6 Tagen gesegelt. Das lässt einen ja die Corona-Situation fast vergessen. Es hätte auch ein normaler Törn sein können. Nein, so etwas ist nie normal.
Nur mehr knapp 400 Meilen. Die nehmen wir in Angriff, sobald das Wetter passt.

Stopp in Crotone

Sonntag 03.05.20

Wir machen einen Hafentag. Einfach einmal nichts tun. So wie es am Tag des Herrn sein soll.

Montag 04.05.20

Um 14:00 Uhr machen wir uns fertig für die letzte Etappe. Um 15:30 Uhr legen wir ab. Im Hafen haben wir immer noch 22 ktn Wind. Gleich danach bis zu 28 Ktn.. Wir motoren, da uns der Wind fast genau auf den Bug steht. Es soll aber weniger werden. Um 16:00 Uhr kommt der Wind immer noch von vorne. Es sind aber nur noch 15 Ktn. Um 18:00 Uhr hat der Wind etwas gedreht und mit unserer Höhe, reicht es jetzt aus, Segel setzen zu können. Ein paar Delfine tauchen auf und begleiten uns. Halbes Groß und Genua bringen uns auf fast 6 Ktn. Am Wind. Aber das ist den Delfinen wohl zu langsam, weshalb sie schon nach 10 Minuten wieder weg sind und sich etwas anderes zum Spielen suchen. Um genau Mitternacht ist es vorbei mit dem Wind, weshalb wir wieder motoren.

Dienstag 05.05.20

Motor, Motor, Motor. Wo bleiben meine, mir vom Wetterbericht versprochenen, 15 Ktn.? Der Wind kommt aus Südost. Um 08:00 Uhr ist die Nachtwache aus. Wir fahren immer noch unter Motor. Seit wir um 06:00 Uhr am Stiefelabsatz vorbei sind, steht die Strömung gegen uns. Ich habe daher die Drehzahl auf 1800 U/min erhöht. Das bringt uns aber auch nur knapp 5 Ktn. ein. Um 12:00 Uhr fahren wir immer noch mit Motor. Die Strömung wird weniger und wir machen jetzt fast 6,5 Ktn. im Schnitt. Um 15:00 Uhr haben wir leichten Wind und versuchen es mit den Segeln. Leider ist es nicht genug. Also schalten wir wieder den Motor ein. Um 20:00 Uhr geht der Tag zu Ende. Wir sehen einen wunderschönen Sonnenuntergang. Um 23:00 Uhr können wir endlich Segel setzen.

Kroatien

Mittwoch 06.05.20

Um 01:00 Uhr schalten wir den Motor wieder ein. Um 08:00 Uhr ist die Nachtwache zu Ende. Wir sind immer noch mit Motor unterwegs. Um 10:00 Uhr haben wir endlich Wind. Motor ist aus. Groß und Genua sind gesetzt. Halbwind mit 12 Ktn. bringen mit meiner Aurora fast 7 Ktn. Fahrt. Um 11:30 Uhr wird der Wind wieder stärker. Wir nehmen das halbe Groß weg und lassen auch die Genua nur halb draußen. Um 12:00 Uhr ist die Genua auf einem Viertel. Der Wind geht rauf auf 30 Ktn. in Böen. Gottfried hat mich am Steuer abgelöst. Man sieht ihm an, dass er Spaß hat. Auch wenn er ab und an etwas geduscht wird, ist ihm das Grinsen nicht zu nehmen. Unsere Aurora fühlt sich sichtlich wohl wieder in Kroatien zu sein und zeigt sich von ihrer besten Seite. Um 14:30 Uhr landen wir in Lastovo. Wir machen an der Zollstelle fest. Es ist kein Mensch da. Das war mir klar. Also Telefon und bei der Polizei anrufen. Die können gar nicht glauben, dass da einer kommt, der einklarieren will. Schon 10 Minuten später sind zwei Polizisten da. Erst erstaunt, dann aber hilfsbereit und nett machen sie sich daran, das Problem des Einklarierens zu lösen. Als wäre das hier noch nie passiert. Erst werden die Papiere überprüft. Alles ok. Dann die Frage, wer zuständig ist. Diese Frage erweist sich als äußerst knifflig. Nach über zwei Stunden, mit Hilfe von Ines, der Basischefin von Wimmer Yachting, (betreut die Aurora während des Sommers) ist um 16:30 Uhr alles klar. Wir müssen warten und dürfen beziehungsweise müssen in Ubli / Lastovo so ankern, dass uns die Kameras, die hier die Gegend überwachen, sehen. Wir müssen über Funk unsere Position bekannt geben. Und bevor wir Lastovo verlassen, müssen wir uns wieder über Funk hier abmelden. Natürlich müssen wir uns dann auch wieder anmelden, wenn wir in den nächsten Hafen reinwollen. Ich habe noch nie so viel gefunkt wie in den letzten Wochen. VTS Croatia (Vessel Trafic Control) kontrolliert hier alles. Um 17:00 Uhr sind wir an der Boje und haben unsere Position durchgegeben. Wir essen zu Abend und sind schon um 21:00 Uhr wieder in der Koje.

Donnerstag 07.05.20

Um 08:00 Uhr sind wir beide bereits am frühstücken. Ich kontrolliere den Motor und wir füllen  gemeinsam den Diesel aus den Reservekanistern in den Tank. Gottfried schreibt an seinem Buch. Um 10:00 Uhr ruft Ines von Wimmer Yachting an und sagt uns „wir bekommen Bescheid, müssen hier warten, bis die alles geklärt haben“. Also gut, Warten können wir schon. Um 12:00 Uhr geht Gottfried baden. Das Wasser hat so ca. 17 Grad. Mich friert beim zuschauen. Aber er ist Holländer, die sind das gewohnt. Danach? Weiter machen mit Warten. Um 15:00 Uhr warten wir immer noch. Warten. Um 20:00 Uhr ruft Ines an und sagt wir sollen losfahren. Sie hat alles im Griff. Um 23:30 Uhr schläft Gottfried bereits. Ich kann nicht schlafen und lege allein von der Boje ab.

Freitag 08.05.20

Es ist 00:15 Uhr und VTC ruft mich am Telefon an, warum ich mich nicht abgemeldet habe. Was ich jetzt vor habe, wohin ich jetzt will. Die Kameras scheinen gut zu funktionieren. Soviel zur anonymen, ruhigen und einsamen Bucht. Big Brother is watching you. Der Wind ist anfangs stärker, als ich mir ausgerechnet habe und die Welle noch höher als gedacht. So machen wir nur 3,5 Ktn. Fahrt. Aber es geht nach Hause. Allein das zählt. Um 03:00 Uhr wecke ich Gottfried. Wind und Welle haben sich beruhigt, wir machen wieder unsere 6 Ktn. Fahrt. Wachwechsel. Um 06:00 Uhr bin ich wieder dran. Wir fahren immer noch mit Motor. Um 08:00 Uhr läutet das Telefon. Die Polizei ist dran. Wir dürfen nicht wie geplant direkt nach Kremik, wo bereits alles organisiert ist. Wir müssen vorher noch nach Sibenik, dann erst dürfen wir in die Kremik. Ich rufe Ines an. Sie versucht denen die Kremik schmackhaft zu machen, aber keine Chance. Die bestehen darauf, dass wir nach Sibenik kommen. Also sind wir vier Stunden länger unterwegs. Schade, aber da ist nichts zu machen. Um 13:30 laufen wir in Sibenik ein. Die Beamten sind nett, aber Corona und das veraltete Equipment der Polizei und der Zollbehörde lassen eine schnelle Abfertigung nicht zu. Die Regeln sind irgendwie verschwommen. Keiner kennt sich aus, und so werden meine Papiere am Telefon überprüft und dann mit ernsten Schwierigkeiten ins System eingegeben, wobei immer wieder nachgefragt wird, ob sie das jetzt auch richtig machen. Über zwei Stunden später ist dann alles erledigt und wir dürfen in die Kremik wo wir um 18:00 Uhr ankommen.

In Kremnik

Nach Österreich

Dort werden wir bereits von der Feuerwehr erwartet. Ich rechne damit, dass sie das Schiff desinfizieren und uns testen wollen. Aber weit gefehlt. Die sind nur hier, um uns aus Primosten rauszueskortieren. Wir schlichten unser Gepäck in mein Auto, das von Pero, dem Basischef, für mich vollgetankt wurde und schon geht es los. Vorneweg die Feuerwehr, dahinter wir, lotsen sie uns aus der Marina. Bis zur Ortsmitte Primosten bleiben sie vor uns, dann winken sie uns vorbei. Wir haben von der Polizei eine Karte bekommen, auf der die Strecke die wir zu nehmen haben, eingezeichnet ist. Auch die Tankstellen dürfen wir uns nicht aussuchen, es gibt bis Zagreb nur eine, an der wir halten dürfen. Um 23:30 sind wir am kroatischen Grenzübergang. Wir zeigen unsere Ausweise und stellen fest, dass wir schon erwartet wurden. Scheinbar haben sie uns die ganze Strecke per Handyortung überwacht. Wo bleibt da der Gedanke der Reisefreiheit in der EU? Wo die Datenschutzrechte? Ich hoffe, das kommt wieder. Denn ein überwachtes Europa ist nicht das Europa, in dem ich leben will. An der slowenischen Grenze sind wir um 23:40 Uhr. Hier kommen wir problemlos weiter.

Samstag 09.05.20

An der österreichischen Grenze sind wir um 00:30 Uhr. Die Polizei weist uns an, rechts ran zu fahren. Ein Mitarbeiter der BH, der uns einen Zettel bezügliche freiwilliger Quarantäne ausfüllen lässt, kommt zu uns. Ich glaube, hier geht die Handy–Überwachung weiter. Um 04:00 Uhr sind wir in Fischamend. Die letzten Kilometer haben wir uns alle 30 Minuten im Auto abgelöst, da wir schon so müde waren.

Zurückgelegte Strecke gesamt 1650 SM. Davon alleine 420 SM zu zweit 1230 SM. 70 Stunden unter Motor.

Zum Schluss möchte ich Danke sagen!
Danke an all jene, die mir geholfen haben diese Reise, während Corona, zu einem guten Ende zu bringen!
Das erste und größte Danke an Gottfried. Ohne dich wäre ich heute noch unterwegs.
Danke Herr Karl! Deine Whatsapp-Betreuung und Aufmunterung hat mir sehr geholfen. Schade, dass du nicht dabei sein konntest. Ich weiß, wieviel Spaß du am Steuer hast.
Danke Oliver der Schweizer, Parasailer, aus Benalmadena für das Übersetzen.
Danke an Hans Jörg von www.sailorama-segelreisen.at

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