Das Ende einer Ära

Alles begann 1987 und – wie könnte es in Österreich anders ein – rund um und anlässlich eines Skirennens. Genauer gesagt im Ziel der Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel. Die Rede ist: vom „Sportmagazin“. Heute erscheint nach fast 32 Jahren die letzte Ausgabe. Damit gehört auch das letzte überregionale und sportartübergreifende Printmagazin Österreichs der Geschichte an. Wer Einschalt-Ziffern des einzigen rot-weiß-roten Sportsenders im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kennt, wer die Medienlandschaft in den Nachbarländern kennt, der kommt nicht umhin, die Einstellung des „Sportmagazins“ mit dem breiten gesellschaftlichen Stellenwert des Sports in Österreich in Verbindung zu bringen. Trotz der positiven Rückmeldungen quer über verschiedene olympische Sportarten hinweg nach Rio 2016 über die gute bis sehr gute Unterstützung durch die Förderstellen für den (Hoch-) Leistungssport. Trotz der laufenden Bemühungen von Seiten der politisch Verantwortlichen aus den Gebietskörperschaften zur laufenden Optimierung des Förderwesens: So lange der Sport, die SportlerInnen, die TrainerInnen und BetreuerInnen und die ehrenamtlich Tätigen nicht auch die entsprechende Reputation in der Gesellschaft erfahren, so lange Trainer – nicht nur in den so genannten [Achtung, Unwort!] Randsportarten – ihre teilweise Halb- bis Vollzeit-Engagements in vielen Fällen für eine bessere Spesenentschädigung leisten, so lange wird der Sport ein Minutenereignis rund um Medaillen und Jubelszenen bleiben. Unvergessen und leider noch immer voll inhaltlich gültig, eine Begebenheit vor rund 15 Jahren im Rahmen einer Präsentation des zu der Zeit sportlich höchst erfolgreichen Schwimmverbandes. Der Vorstellung des damals federführend verantwortlichen Trainers von Rogan, Nadarajah & Co folgte ein Raunen im Publikum. Und aus dem fachlich doch einigermaßen versierten Publikum die leise formulierte Frage: „Stark, was der leistet. Aber: wovon lebt der eigentlich?“ So bleibt mir an der Stelle nur ein vorweihnachtliches „Danke“ an Chefredakteur Fritz Hutter und sein Sportmagazin-Team für drei Jahrzehnte emotionale, bildstarke und fachliche Berichterstattung über den Sport und immer wieder auch das Segeln. Wir, als Special-Interest-Magazin, werden die Fahnen im Printbereich weiter hoch und in den Wind halten. Und im wohlgestimmten Orchester das Internet sowie unsere Social-Media-Kanäle mit für euch relevanten Geschichten, Bildern und Videos bespielen.

Fotocredit: Sportmagazin

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