Segeln ist nicht nur Handwerk: Gerade die ersten Törns mit Freunden und Familie sind auch eine logistische Herausforderung. Eine gute Vorbereitung und Planung erspart Skipper und Crew Stress und ermöglicht einen entspannten Segelurlaub. Ein Auszug aus dem Seminar „Der Leitfaden für deinen ersten Törn“ von Skipper Alex.

Schritt 1: Die Törnplanung

Diese kann und soll bereits zu Hause mit Familie/Freunden beginnen. Essentielle Fragen im Vorfeld besprechen, um die Crew auf das Revier einzustimmen und Un­­stimmigkeiten an Bord vorzu­­beugen.Werkzeug hierfür: Eigene, aktuelle Seekarten, ein Hafenhandbuch und ein Reiseführer.
Tipps zur Routenplanung:
· Beide Hauptwindrichtungen parat haben: Thermik = NW, Schlechtwetter = SO
· Immer einen Plan B für das Tagesziel einplanen.
· Kurze Distanzen mit Badepausen – sprich maximal 20–25 Meilen als Tagesziel – und Abwechslung einplanen (Marina, Bucht o. ä.).
Tipps zur Ausrüstung:
· Eigene Automatikweste 150N (Kosten ab ca. € 75,–)​​.
· Unbedingt mit Lifebelt (Stahlring auf der Weste) und Lifeline!​

Schritt 2: Check-In vor Ort

Nach einer langen Anfahrt ist man ungeduldig, will schnell das Schiff beziehen und starten. Doch gerade zu Beginn sollte man sich Zeit nehmen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.
Während das Schiff vorbereitet wird und der Skipper die Formali­täten erledigt, sollte man die Crew nicht einfach am Steg samt Gepäck warten lassen. Unsere Empfehlung: Nummer hinterlassen und du wirst angerufen, wenn das Schiff fertig ist. Die Crew kannst du während­­dessen an den Strand schicken oder mit Einkaufsliste shoppen gehen lassen. Im Anschluss Treffpunkt im Marina-Restaurant. ​Bei der Schiffsübernahme mit der Check-in-Liste der Charterfirma das Schiff und den Inhalt genau (!) kontrollieren und das Schiff komplett durchgehen. Falls etwas fehlt, hast du nur am Samstag Gelegenheit, den Stützpunktleiter so lange zu nerven, bis alles an Bord ist, was du noch benötigst.​

Während des Check-in die Crew nicht warten lassen, sondern einkaufen schicken.

Schritt 3: Das erste Auslaufen

Gängige Fehler​:
· Am Samstag nach dem Check-in fluchtartig ablegen und gleich in die Bucht zum Ankern fahren.​
· Keine Safety-Instruction und keine Einschulung, somit wird bereits das erste Ablegemanöver zum Hochsicherheitsrisiko.​
· Trotz Bora/Jugo auslaufen.​
· Mit der Masse im gleichen Rhythmus cruisen und in den gleichen überfüllten Buchten ankern.​
Stattdessen​ empfehlen wir:
Am Samstagabend in die Stadt essen gehen – akklimatisieren, relaxen​. Gemütlich am Sonntag nach dem Frühstück UND der Safety Instruction (!) ablegen. Die Marina ist leer (daher das Ablegen leichter), das Bier ist kalt und die Ungeduldigen und Übermütigen sind schon weg.​
Kurze Strecke am ersten Tag – an die Boje zum Baden – fahren, am Abend an einen Steg zum Wirten. Danach sind alle garantiert in Urlaubsstimmung!

Besser sonntags nach dem Frühstück und der Safety Instruction gemütlich statt samstags fluchtartig ablegen.

Alexander Bayr
Obmann Sail Austria, Verein zur Förderung des Segelsportes
www.sailaustria.at

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