Extrem-Abenteurer, Vater und Umweltbotschafter Mike Horn im Interview: Da knistert selbst im Zoom-Modus das Gespräch vor Spannung, denn Mike sprüht nur so vor positiver Energie. Als Forscher im Dienste der Natur erzählt er aber auch vom schmelzenden Packeis und von vor Erschöpfung ertrinkenden Eisbären.

Seit 1997 hat er eine Reihe von Bravourleistungen und bahnbrechenden Expeditionen durchgeführt, wie z. B. „Pole2Pole“, eine dreijährige Weltumrundung über den Süd- und Nordpol inklusive Ozeanüberquerungen und Überlandexpedi­tionen. 
Von Russland aus fuhr der gebürtige Südafrikaner mit Skiern zum Nordpol. Außerdem absolvierte er den „Amazonas“, eine sechsmonatige Solo-Durchquerung des südamerikanischen Kontinents zu Fuß und mit Hilfe des als Hydro­speed bekannten Riverboarding-Sports. Beim „Drive to K2“ fuhren Mike und sein Team mit der legendären Mercedes-Benz G-Klasse von der Schweiz bis nach Pakistan durch insgesamt 13 Länder, dabei wurden in 15 Tagen mehr als 10.500 km zurückgelegt, um schließlich den K2, den zweithöchsten Berg der Welt, zu besteigen. 

Sein letztes Abenteuer hat ihn auf seinem Expeditionsschiff Pangaea wieder in den hohen Norden geführt. Mit an Bord war auch Solosegler Bernard Stamm, der die Yacht sicher durchs Eis manövrierte. 

Geniales Duo: Extrem-Abenteurer Mike Horn und 3-fach-Vendée-Globe-Segler Bernard Stamm. 

Was ist schlimmer zu ertragen, Hitze oder Kälte? 
Der Unterschied ist nicht nur die Temperaturdifferenz. Hitze kommt meistens mit nervigen Begleit­­erscheinungen wie Moskitos, Parasiten und Ungeziefer. Da ist mir Kälte lieber, auch wenn ich schon
einige Erfrierungen riskiert habe. Trotzdem merke ich, dass ich Kälte besser ­ertrage und mich anpassen kann. ­Außerdem stirbt es sich leichter und schneller bei minus 40 Grad …

Hast du Angst vor dem Tod?
Nein. Das gehört zum Leben.

Was ist schöner, das Aufbrechen oder das Heimkommen?
Die Vorbereitung ist eine tolle Phase, ich plane und durchdenke alles, ja ich durchlebe quasi die ganze Expedition. Das Umsetzen und das Durchziehen haben seinen Reiz, aber die Vorfreude ist irgendwie schöner.

Die Pangaea ist mit 35 Metern Länge die größte segelnde Expeditionsyacht der Welt.

Was sind die Erkenntnisse deiner letzten Expedition?
Mit der Pangaea ging es wieder in den hohen Norden Grönlands. Es ist erschreckend, wie die Eisdecke ab­­ge­­nommen hat. 2006 war sie noch 2,5 Meter dick, jetzt sind es nur noch 8 Zentimeter. Das Bizarre daran: Das lässt Eisbären ertrinken! Ich bewege mich seit 30 Jahren in der Natur und ich bin der beste Zeuge, dass es ihr gar nicht gut geht.

2006 war die Eisdecke im hohen Norden Grönlands noch 2,5 Meter dick, aktuell sind es nur noch 8 Zentimeter.

Du sammelst da draußen wichtige ­Ein­drücke. Lernst du dabei auch etwas über dich?
Wenn du allein und isoliert bist, sind deine Sinne ohne Ablenkung offen, du kannst dich besser auf dich selbst konzentrieren. Einsamkeit zermürbt mich absolut nicht – im Gegenteil: ich empfinde das Alleinsein als Bereicherung meines Lebens, als Quelle der Inspiration und neuer Möglichkeiten. 

Mike Horn auf seiner Expedition unterwegs in der Mercedes-Benz G-Klasse.

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Fotos: Dmitry Sharomov, Etienne Claret

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