Nach fast 20 Jahren als Messeleiter der Boot Tulln heuert Thomas Diglas beim Versicherer Yacht-Pool an. Im Interview mit ocean7 blickt er auf seine Tätigkeit bei der Austrian Boat Show zurück und erklärt die Gründe für den Job- und Branchenwechsel. 

Nun, 45 Jahre alt und nur einen Job im Lebenslauf – das ist in Zeiten der Selbst- und Karriereoptimierung sehr selten geworden. Nach seinem Studium an der WU Wien startete Thomas Diglas im August 2003 bei der Messe Tulln sein Berufsleben und wechselt nun nach fast 20 Jahren im besten Einvernehmen mit dem bisherigen Arbeitgeber zum Yacht- und Charterversicherer Yacht-Pool. In dieser Zeit schaffte es Diglas, die Bootsmesse in Tulln von einer kleinen Veranstaltung zum führenden Branchenmeeting zu machen, das von Ausstellern und Besuchern nicht nur aus ganz Österreich, sondern auch aus den angrenzenden Ländern besucht wird. 

Ihre Entscheidung hat nicht nur uns, sondern die ganze Wassersportbranche überrascht. Die ­Austrian Boat Show ­entwickelte sich ­unter Ihrer Führung zu einer wirklichen Erfolgsstory und war ja sozusagen Ihr Baby. Verspüren Sie da nicht auch eine gewisse Wehmut nach dieser 20-jährigen Aufbauarbeit? 
Auch Babys werden irgendwann ­erwachsen, und so hat Tulln meines Erachtens einen sehr festen und stabilen Platz unter den Messen gefunden, und es ist nicht in Sicht, dass sich dabei in nächster Zeit etwas ­ändern sollte. Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass man sich in der Mitte des Berufslebens die Frage stellt: Soll das alles gewesen sein? Und ob es uns gefällt oder nicht, wir haben in unserem Leben gelernt, dass letztlich jeder ersetzbar ist.

Sie haben ganz entscheidend zum Erfolg der Boot Tulln beigetragen, das war nicht immer einfach und vor allem zu Beginn Ihrer Tätigkeit war viel Aufbau- und Überzeugungsarbeit gegenüber den anderen Ausstellern notwendig.
Ich denke, es ist ganz entscheidend, wie sich der objektive Service und die subjektive Verbindung zu den Ausstellern gestalten. Für unsere Aussteller bedeutet der Antransport der Schiffe aus allen Teilen Europas und die Präsenz auf den Ständen ­einen erheblichen Aufwand. Da spielt auch die Chemie, die man mit einer Branche hat, eine wichtige Rolle und diese Chemie stimmte von Anfang an. Alle Partner in der Branche wussten, dass wir für jedes Problem Lösungen finden und ein Partner mit Handschlagqualität sind. So entwickelte sich eine vertrauens- und respektvolle Partnerschaft zu unseren Ausstellern. 

Was uns verwundert, ist auch, dass Sie mit diesem Schritt nun in ein ganz ­anderes Metier wechseln.
Ganz so fremd ist es mir nicht, denn ich bleibe ja im Bereich des Wassersports. Und mit vielen meiner langjährigen Kunden werde ich in meiner neuen Position ebenfalls in Verbindung bleiben …

Das Interview in voller Länge lesen Sie in der aktuellen Ausgabe (ocean7 Nr. 1/2023), erhältlich auch als interaktives e-Paper. Alle Bezugsmöglichkeiten hier

Skipperin am Ruder.
Mit 1. Jänner 2023 hat Michaela Brunner das Ruder der Boot Tulln übernommen. Als Prokuristin und Messeleiterin kann sie auf eine große Erfahrung im Haus zurückblicken und betreut beispielsweise mit der Energie- und der Gartenbaumesse zwei bedeutende Events der Messe Tulln GmbH. Wir wünschen viel Erfolg!

Fotos: Gregor Semrad, Gernot Weiler, Messe Tulln GmbH

Diesen Artikel teilen