Ecomobile der Zukunft | ocean7

Bootsbauer Mathias May und Bootsdesigner Holger Henn suchen den ultimativen Einklang mit der Natur und wollen nachhaltige Ecomobile aufs Wasser bringen, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die Herzen der Eigner höher schlagen lassen dürften. Ihre brandneue Marke Alva Yachts steht vor allem dafür, dass das Grüne nicht erst in der Verpackung, sondern schon im Innersten stecken muss. Wie das aussieht? ocean7 hat nachgefragt.

Ocean Eco 90

Alva Yachts als neue Marke auf dem Markt trägt mit einem Nachhaltigkeitskonzept, das eher auf eine Umweltbewegung schließen lassen könnte als auf eine Werft. Eure Leitmotive?
Mathias May: Als passionierte Segler und Wassersportler sind wir ja direkt vom Klimawandel und seinen Folgen betroffen mit immer stärker zunehmenden extremen Wetterlagen, Plastikverschmutzung der Ozeane und durch Erwärmung hervorgerufene Schäden an Korallen und Meeresfauna. Verursacher: der Mensch. Im Kleinen beginnt das z. B. abends nach einem schönen Segeltag in einer Bucht, in der man mit anderen Schiffen liegt, und um einen herum rattern die Generatoren, weil die Eigner auf ihren kalten Weißwein nicht verzichten wollen. Diese großen und kleinen Plagen haben uns zu der Frage geführt, ob man das nicht besser machen kann? Man kann, wenn man die Komfortzone verlässt und über den Tellerrand blickt.

Mathias May, technischer Leiter und Co-Founder Alva Yachts

Was wollt ihr anders machen als die Solarpower-Mitbewerber?
Holger Henn: Uns war von Anfang an wichtig, auf ein integriertes und nachhaltiges Konzept zu setzen. Wir wollen die Yacht um die Anforderungen herum konstruieren und nicht einfach nur bestehenden Entwürfen einen grünen Touch geben. Da gibt es einige, die diesen Ansatz verfolgen, der wird aber immer nur ein Kompromiss bleiben.

Auffallend ist, dass Alva-Design die Solartechnik nicht verbergen will, sondern bewusst ins Erscheinungsbild integriert. Wie trifft hier Form auf Funktion?
Holger Henn: Ja, wir sind überzeugt, dass grüne Technologie auch optisch sehr attraktiv sein kann, und das wollen wir zeigen. So haben wir die Dachfläche unserer Eco-Kats – bei uneingeschränktem Komfort und voller Bootsfunktion – bis auf den Rumpf heruntergezogen. Primär, um möglichst viele Solarpanele unterzubringen, das erkennt man aber erst bei genauem Hinsehen. Auf den ersten Blick ist das keilförmige Roof-Top ein stylisches Design­element mit hohem Alva-Wiedererkennungswert. Das gilt im Übrigen für alle Solarpanele rund um unsere Wasserfahrzeuge, deren funktionalen Wert wir ebenso hoch setzen wie den optischen. 

Aushängeschilder sind die autarken Solarkatamarane Ocean Eco 90 und 60. Auch eine 80-Fuß-Segelyacht und spacige Floating Homes sind geplant. Worin liegt der Luxus innen und außen?
Mathias May: Allen unseren Entwürfen liegt der Nachhaltigkeitsgedanke zugrunde. Wenn wir z. B. unsere Floating Homes betrachten, dann sind diese ja nichts anderes als schwimmende Luxusyachten ohne Antrieb! Die Funktionen sind ähnlich einer Yacht. Energieversorgung sowie Wasser-und Abwasserhandling zeigen ebenfalls viele Parallelen.

Ocean Home

Auch unsere Eco Sail-Baureihe mit dem derzeitigen Flagschiff OS 82 ist eine Segelyacht, die auf maximale Autarkie ausgelegt ist und quasi nebenbei höchsten Komfort bietet. Ähnlich wie Power-Kats ist die Segelyacht mit einer großen Lithium-Batteriebank, ­Solarpanelen und einem E-Motor ausgerüstet, der in diesem Fall sogar die Rekuperation im Segelbetrieb ermöglicht.

Holger Henn, Designer und Co-Founder Alva Yachts

Das ganze Interview mit Mathias May und Holger Henn lesen Sie in der aktuellen ocean7-Ausgabe 4/2020  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Renderings: Alva Yachts

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