Es geht um Tokio

Im Segelmekka vor Auckland werden ab kommendem Dienstag die Klassen-Weltmeisterschaften der 49er, 49erFX und Nacra 17 ausgetragen. Der Österreichische Segel-Verband ist in Neuseeland mit sechs Booten am Start. 

Jedes der sechs OeSV-Boote verfolgt wichtige Ziele, die größte Aufgabe haben Benjamin Bildstein und David Hussl vor sich. Während Österreich in den anderen beiden Klassen bereits für die Olympischen Spiele 2020 qualifiziert ist, wollen die beiden 27-Jährigen bei den Titelkämpfen in Neuseeland den 49er-Quotenplatz holen. Mit dem Gewinn der offenen Ozeanienmeisterschaft feierte das Duo vom Yacht Club Bregenz erst vor wenigen Tage eine gelungene Generalprobe. „Obwohl das Ergebnis natürlich mit Vorsicht zu genießen ist, haben sie wieder einmal gezeigt, was sie abrufen können. Der Druck ist da, damit umzugehen ist eine große Herausforderung. Von ihrer seglerischen Leistungsfähigkeit können sie bei allen Bedingungen vorne mitfahren und auch Wettfahrten gewinnen“, weiß OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid.

Bildstein/Hussl vertrauen auf eigene Stärken
Als Benjamin Bildstein und David Hussl im letzten Jahr bei der Weltmeisterschaft vor Aarhus/Dänemark – als sie erst von einer längeren Verletzungspause zurückkamen – das Olympia-Ticket im ersten Anlauf verpassten, wurde der Fokus schnell auf die Titelkämpfe 2019 vor Auckland gerichtet. Die Konkurrenz unter den 93 Startern aus 33 Nationen ist im 49er aber auch im zweiten Anlauf für Tokyo 2020 enorm stark. Neben den Österreichern gelten unter anderem Spanien, Polen, Australien, Argentinien, Belgien, Schweden und Italien zu den größten Olympia-Anwärtern. Nur vier Nationen können sich das Nationenticket bereits bei der WM vor Auckland erfüllen. Für eine optimale Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt reisten Bildstein/Hussl bereits im Oktober für drei Wochen nach Auckland, wo sie gute Wasserstunden sammelten und viel Zeit in Materialoptimierung investierten. „Wir haben unsere Stärken weiter ausgebaut und gezielt an unseren Entwicklungspotentialen gearbeitet. Der Sieg bei den Ozeanienmeisterschaften gibt uns ein gutes Gefühl. Wir fühlen uns am Boot und in den Racing-Gebieten sehr wohl. Das Wichtigste ist jetzt die Weltmeisterschaft, auf die wir das ganze Jahr hinarbeiten. Wir sind startbereit und in allen Belangen dort wo wir sein wollen. Es wird eine schwierige Woche werden, sind aber sehr zuversichtlich ein Olympia-Ticket zu ergattern“, zeigt sich Steuermann Benjamin Bildstein zuversichtlich. 

Trainingsrückstand soll weiter aufgeholt werden
An den Ozeanienmeisterschaften nahmen auch die beiden österreichischen Nacra-17-Boote teil. Für Thomas Zajac und Barbara Matz war es die erste Regatta seit Ende Juni, als sie das Duo bei der Kieler Woche den Sieg holte. Beim Regatta-Comeback nach dem im Sommer erlittenen Seitenbandriss des Olympia-Bronzemedaillengewinners wurden mit dem dritten Platz sogar die eigenen Erwartungen weit übertroffen. „Das war eine tolle Leistung, sie wissen das aber richtig einzuordnen. Man hat gesehen, wie eng das Feld beisammen ist. Beim Speed sind Thomas und Barbara noch nicht ganz vorne dabei, diese Defizite müssen sie mit klugen Entscheidungen wettmachen“, weiß Sportdirektor Schmid. 

Laura Farese und Matthäus Zöchling zeigten bei der WM-Generalprobe wieder mit starken Rennen auf und holten in der Silberflotte sogar einen zweiten Rang. Die Burgenländer waren vor allem bei wenig Wind sehr schnell und konnten auf der Kreuz bereits voll mithalten. „Das Ziel bei der WM ist in die Goldflotte einzuziehen“, setzt sich Steuerfrau Laura Farese ambitionierte Ziele.

49erFX-Teams wollen sich beweisen
Im 49erFX ist Österreich wieder mit drei Booten in Auckland vertreten. Dank der letztjährigen WM-Silbermedaille von Tanja Frank und Lorena Abicht hat der OeSV den Olympia-Quotenplatz bereits fix. Durch diesen Erfolg ist das Duo vom Union Yacht Club Neusiedlersee auch in der nationalen Selektion um den Tokyo-Startplatz in der „Poleposition“. Von Angelika Kohlendorfer/Lisa Farthofer sowie Laura Schöfegger/Anna Boustani wird mindestens ein Top-12-Ergebnis verlangt, um mit den Vize-Weltmeisterinnen in eine interne Qualifikation zu gehen. „Alle drei Teams haben gut trainiert, hoffentlich können sie diese Form nun bei der WM bestätigen. Sie treten nicht gegeneinander an, jeder muss für sich ein Top-Ergebnis liefern“, erklärt Sportdirektor Schmid.

Fotocredit: Tobias Stoerkle / OeSV

Laura Farese & Matthäus Zöchling sind die Rookies im 12köpfigen WM-Team vor Auckland, konnten aber in den letzten Monaten bereits international im einen oder anderen Rennen schon ordentlich aufzeigen. 

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