Auch die 49er-Weltraniglistenführenden Benjamin Bildstein & David Hussl segeln wieder in salzigen Wassern.

Nach einer etwa zwölfstündigen Reise sind Österreichs 49er-Aushängeschilder Dienstagabend in ihrem Trainingscamp in Zadar, Kroatien angekommen. Problemlos gestaltete sich ihre Anreise vom Bodensee: sämtliche Dokumente seien vom Österreichischen Segel-Verband perfekt vorbereitet und auch die Verkehrsbedingungen ideal gewesen, berichteten die beiden Athleten. Vor dem nun gestarteten Trainingsblock haben sich Benjamin Bildstein und David Hussl dem obligatorischen Covid-Test unterzogen. Auch vor Ort werden klare Vorsichtsmaßnahmen eingehalten: Die Sportler müssen sich beim Betreten des Segel-Clubs täglich ausweisen, der Mindestabstand muss eingehalten und auch abseits der Trainingsaktivitäten werden sämtliche Sicherheitsvorgaben berücksichtigt.

Auch Kenternden und „dives“ gehören im Training dazu. Vor allem bei Starkwind und spitzer Welle.

Anspruchsvolle Bedingungen bei den ersten Einheiten
„Es war eine `Wahnsinns-Gaude‘ zurückzukommen – und gleich so gefordert zu sein. Einfach cool“, schwärmt Steuermann Benjamin Bildstein von den ersten Einheiten am Meer seit Mitte März. Anspruchsvolle Bedingungen haben die beiden 28-Jährigen an den ersten Trainingstagen vorgefunden: Der für diese Gegend typische Südwind, der den Namen Jugo trägt, machte es den beiden nicht leicht zu segeln und sorgte für eine aggressive, spitze Welle. Die dann auch zu ersten Kenterungen geführt hat. „Die Schritte am Boot sind nach dieser langen Zeit noch nicht sauber genug gewesen, wenn so viel Wind da ist. Aber wir haben dann in der dritten Einheit schon deutlich routinierter und besser reagiert und agiert“, erzählt Vorschoter David Hussl. „Im Training pusht man sich schon ordentlich ans Limit – da kann sowas schon passieren“, ergänzt der Vorarlberger Bildstein zu den unfreiwilligen Stopps: „Wenn man Fortschritte machen will, dann gehören Kenterungen dazu!“

„Es geht darum, wo die guten Boote trainieren“
Vorerst ist das Trainingslager in Kroatien bis zum 20. Juni geplant. „Im Laufe der nächsten Tage und Wochen müssen wir dann entscheiden, wie es weitergehen wird. Wir werden sehen, welche Optionen sich öffnen. Es geht darum, wo die guten Boote trainieren und ob bzw. wann es eine Möglichkeit gibt, wieder nach Japan zu kommen“, skizziert David Hussl Varianten für den Sommer und Herbst. Zurückhaltend gab sich bislang die 49er-Klassenvereinigung zu einer Adaptierung des Regatta-Kalenders. „Aktuell wissen wir nicht viel. Wir würden uns aber schon sehr freuen, wenn wir wieder ein Rennen hätten. Das wäre schon wichtig“, weiß Steuermann Bildstein. 

Austausch und Zusammenhalt im Fokus
Neben den 49er-Duos haben auch die OeSV-Teams der Klassen Nacra-17 und 49erFX ihre Zelte in Zadar aufgeschlagen. „Für uns ist das ganz cool, weil wir manche länger nicht gesehen haben“, freut sich Benjamin Bildstein auf das Wiedersehen mit seinen Teamkollegen. Zudem sei es „wichtig für alle, dass wir uns untereinander austauschen und voneinander profitieren können“. David Hussl spricht ebenfalls den Zusammenhalt an: „Diesen wollen wir wieder verstärken nach dieser langen Zeit. Vor allem in Richtung Olympia ist ein Miteinander enorm wichtig.“

Nach ein paar Sessions bei Wind kam die Sicherheit am Boot schnell wieder zurück.

Fotos: Bildstein/Hussl

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