Die Eye of the Wind bietet eine bewegend authentische Möglichkeit, Chartertörns auf
einem historischen Großsegler zu verbringen.

Die Brigg hat ein spannendes Leben hinter sich. 1911 in der deutschen Lühring-Werft vom Stapel gelassen, dient der Gaffelschoner zunächst unter dem Namen Friedrich, dann Sam und schließlich Merry als Frachtschiff. 
1955 die erste Katastrophe: Das Schiff strandet in einem schweren Orkan an der schwedischen Westküste. Das Wrack wird geborgen, repariert und als Rose Marie erneut in Fahrt gebracht, zeitweise in der Heringsfischerei vor Island. 1970 die zweite Katastrophe: Ein Feuer vernichtet das gesamte Achterschiff und den Maschinenraum. 
Dann die wundersame Auferstehung: 1973 erwirbt eine Gruppe von Schiffsliebhabern das Wrack und beginnt damit, das Schiff als Brigantine aufzuriggen. Fast vier Jahre dauert die Restaurierung auf der Werft in Faversham/England. In den ehemaligen Laderäumen entstehen ein Salon sowie Unterkünfte für Crew und Passagiere. 

Die Kombüse setzt auf frische Lebensmittel und echtes Geschirr.

Ab 1976 fährt der Zweimaster unter seinem neuen Namen Eye of the Wind großen Abenteuern entgegen: Eine Weltreise mit Stationen in Australien, der Südsee und einer Umrundung des Kap Hoorn, dann als Flaggschiff die Führung der „Operation Drake“, einer zwei­­jährigen Expeditionsreise auf den Spuren des berühmten Seefahrers Sir Francis Drake.
Schließlich entdeckt Hollywood das edle Segelschiffsjuwel: In dem Abenteuerstreifen „Die Blaue Lagune“ (1980), dem Piratenfilm „Savage Islands/Die Insel der Piraten“ (1983), „Tai-Pan“ (1986) und „White Squall/Reißende Strömung“ (1996) dient das Schiff als Filmkulisse. 

Das Tauwerk auf der Eye of the Wind ist zwar nicht aus Hanf, aber langlebig. Das Steuerrad kam secondhand an Bord,

Seit gut elf Jahren in Besitz eines deutschen Medienunternehmens, wird die Eye of the Wind nun für Urlaubstörns, Segelcharter und Führungskräftetrainings eingesetzt. Die Passagiere – maximal zwölf in sechs Kabinen – begeben sich auf dem 110 Jahre alten Windjammer auf ­eine gemütliche Reise in die Vergangenheit, sind dabei aber sehr komfortabel und zeitgemäß untergebracht.

Wie sehr lässt sich ein 110 Jahre alter Windjammer, der auf zeitgemäßen Komfort Wert legt, auch umweldfreundlich betreiben? Das erfahrt ihr in der aktuellen ocean7-Ausgabe 4/2021  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Fotos: Hans Peter Bleck, Forum Train & Sail

Diesen Artikel teilen