Fin del Mundo | ocean7

Segeln bis ans „Ende der Welt“ auf den Spuren von Ferdinand Magellan und Charles Darwin: eine österreichische Crew auf Expedition durch die Magellanstraße bis Kap Hoorn.

Von Andrea Sikorski

Sechs Öster­reicher und ein Deutscher fanden sich für seine „Magellan-Expedition“ ab Uruguay durch die „Roaring Forties“, die „Furious Fifties“, die Magellan­straße und den Beagle-Kanal bis Kap Hoorn. Alles Gewässer, die einst Ent­deckern das Fürchten lehrten. Sie ­segelten ins Unbekannte, Stürmen und Kälte ausgesetzt, brackiges ­Wasser in den Holzfässern, von ­Maden durchsetzten Zwieback und ranzigen Speck als Nahrung, dicht gedrängt in stinkenden Schiffsbäuchen, jahrelang fern von zu Hause, unter Skorbut und dem Bewusstsein leidend, dass niemand erfahren würde, wenn sie in unbekannten Gewässern für die Erkundung der Welt ihr Leben ließen.

Im Oktober 2023, also rund 500 Jahre nach Ferdinand Magellans ­erfolgreichem Versuch, eine Durchfahrt vom Atlantik in den Pazifik zu finden, begeben wir uns auf ihre Spuren.
Unsere Expedition startet im Hafen von Piriápolis an der Mündung des Río de la Plata in Uruguay und in nur 14 Tagen sind die 1.300 ­Seemeilen bis zum „Kap der 11.000 Jungfrauen“ geschafft, die Einfahrt in die Magellanstraße liegt vor unserem Bug. Magellans Flotte brauchte für diese Strecke mehr als sieben Monate. Fürchterliche „Pamperos“ und der nahende Winter zwangen sie dazu, in Port San Julian zu über­wintern. 

15 Ankerplätze dienten uns zur Erkundung einsamer Fjorde und kalbender Gletscher.

Gewaltige Tiden bis 10 Meter mit entsprechenden Gezeitenströmen herrschen in den beiden Engstellen der Magellanstraße. Mit voller Motorkraft machen wir gerade einmal zwei Knoten Fahrt durch das erste Nadelöhr des berühmten Seewegs. Ein gewaltiger Sturm baut sich auf, als in Puerto Sara vor der zweiten Engstelle unser Anker fällt. 70 Knoten Wind zerren an der 120 Meter ­langen Kette. Das Schiff krängt ­ächzend bis zur Bordkante.

Am nächsten Morgen gelangen wir mit der Flut durch die zweite Engstelle und erreichen Punta Arenas, die südlichste Großstadt der Erde. In nur 150 Jahren entwickelte sich die einstige Strafkolonie zur wichtigsten Handelsstation an der Magellanstraße. Die Stadt ist die einzige Einkaufsmöglichkeit am ­kalten Südzipfel Chiles …

Die Santa Maria Australis war in den vergangenen Wochen unser vertrautes Zuhause geworden und der wilde Süden eine Gegend, die uns zwar Ehrfurcht, aber nie das Fürchten lehrte – mein vollständiger Bericht ist in der aktuellen ocean7-Ausgabe 2/2024 nachzulesen. Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für Smartphone, Tablet, Laptop oder Computer.

 

Vortragsreihe.
Andrea Sikorski präsentiert diese Expedition auf großer Leinwand mit Musik und vielen Infos über Wetterverhältnisse, Segelbedingungen, Land und Leute. Infos unter www.diashow.at

Termine:
9. April 2024, 19.30 Uhr, Gasthaus Pistauer, 1110 Wien
12. April 2024, 19 Uhr, Gasthof Thalinger Hof, 4484 Thaling
10. Mai 2024, 19 Uhr, Gasthof Zoißl, 8073 Seiersberg-Pirka.

Platzreservierung für alle Interessierten, die nicht Mitglied des Yacht Club Austria (YCA) sind, per E-Mail an andreasikorski@gmx.at
Telefonische Rückfragen: +43 664 504 58 16.

Fotos: Andrea Sikorski

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