Fort & Bildung

Die Professionalisierung im Sport schreitet munter und unverdrossen fort, auch im Segelsport. Immer mehr Athleten leben von „ihrem“ Sport. Ein Trend, der sich im Bereich der Wettkampfleitung und -organisation nur bedingt widerspiegelt.

An der Spitze, bei den Top-Regatten und Regattaserien haben natürlich auch hauptberufliche „Race Officials“ das Sagen. Fast immer im Zusammenspiel mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Es ist ein wohl ausbalanciertes System, das vor allem in Stresssituationen auf beiden Seiten sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert. Und nicht zuletzt natürlich auch an der Schnittstelle zu den Aktiven. 

Die Delegierten im Segelzentrum des griechischen Segelverbandes beim Planen des internationalen Austauschprogramms der EUROSAF. 

Um das weitere Aufgehen der Schere zwischen Profi-Sportlern und Profi-Organisatoren zu verhindern sowie einen Erfahrungsaustausch über Ländergrenzen hinweg zu gewährleisten, gibt es seit Jahrzehnten ein Exchange-Programm des europäischen Segelverbandes. Die nationalen Segelverbände melden ihre Regatten, von der nationalen Nachwuchsmeisterschaft bis zur WM, ein und bieten in den Bereichen Wettfahrtleitung, Jury und Schiedsrichter Plätze an. Das Matchmaking offener Plätze erfolgt traditionell Mitte Jänner im Rahmen eines internationalen Meetings. Dieses Jahr fand das „EUROSAF Race Officials Exchange Meeting“ in Athen am vergangenen Wochenende statt. In Zeiten von „Brexit“, Abschottung und wiederaufflammender Re-Nationalisierung ist die Rekordzahl von 25 Nationenvertretern, die Austauschplätze in knapp 250 Regatten in 29 europäischen Ländern organisierten, ein mehr als erfreuliches Zeichen. Vor allem das einhellige Bekenntnis, trotz fortscheitender Automatisierung des „Match-Making“ durch Datenbank und Programmierung am persönlichen Treffen festzuhalten. Und die freiwerdenden Konferenz-Zeiten mit neuen Angeboten und Inhalten aufzufüllen.

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