Crew-Check auf Sisi, einem Ocean Racer, auf dem Weg von Portopiccolo nach La Valletta. Und keine beliebige Crew, sondern das liebenswerte Team um Julian Kircher – Skipper auf diesem Törn und Mastermind hinter dem The Austrian Ocean Race Project.

Das rege Treiben in der Marina Portopiccolo erinnert ein bissl an einen Ameisenhaufen: Die einen karren Rucksäcke, Ölzeug und Proviant vors Lokal, die anderen schleppen das Aufgetürmte durch das Labyrinth der mondänen Anlage Richtung Steg, an dem Sisi angeleint ist. Nur einer sitzt mit stoischer Ruhe am Tisch vor dem ­Bistro und tippselt lächelnd ins Smartphone: Skipper Julian Kircher. Wahrscheinlich checkt er die neuesten Wetterberichte – dem ­Gesichtsausdruck nach könnte man ihm aber glatt das Übermitteln von Liebes-SMS unterstellen.

Es ist schon dunkel, als Sisi, von der Leine gelassen, Richtung Süden entschwindet. Julian hat die Gäste an Bord bereits eingewiesen und mit allen Besonderheiten an Bord eines Ocean Racer 65 vertraut gemacht („Achtung, jede Winsch trägt 13 Tonnen Last …, Vorsicht, 350 bar in der Hydraulik können das Groß zerreißen wie einen Fetzen Papier …“). Nur Wind geht keiner, also heult der 75-PS-Volvo wie ein einsamer Wolf durch die diesige Vollmondnacht.

Am nächsten Morgen weiß jeder Gast an Bord: Selbst das hochwertigste Carbon eignet sich nicht zur Schallisolation und eine Carbon-Yacht ist nicht zwangsläufig ein Luxus-Schiff. 

Kein Wind – daher Kartenspiel und  Werbung für Instant-Nahrung.

Vor der Querung der Straße von Messina frischt der Wind endlich auf und bringt Sisi auf Touren. An Bord herrscht Rennmodus. Mit bis zu 22 Knoten und somit meist schneller als der Wind braust der VO65 auf Teufel komm raus über die Geisterstunde hinaus.

Erstaunlich gemütliche Kojen im achterlichen „Wohnviertel“ einer VO65 nach einem schönen Tag an Bord.

Am Ziel La Valetta kommt noch vor dem Morgengrauen ein weiterer Team-Player des Austrian Ocean Race Project (TAORP) ins Spiel: Christian Kargl pirscht sich per Motorboot an, um Skipper Julian direkt und ohne Umweg über die Marina zum International Airport zu bringen. 
Fliegt er etwa zu seiner Liebsten? Nein, er verlässt sie gerade, wie sein noch lange auf die Sisi gehefteter leidenschaftlicher Blick verrät. Das muss wahre Liebe sein …

Den vollständigen Bericht des ocean7-Aufenthaltes auf der Sisi und wie der Hunger an Bord überwunden wurde, lesen Sie in der aktuellen ocean7-Ausgabe 2/2020  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Sisi segeln, Ocean Race schnuppern

Wer schon immer einmal an Bord eines VO65 mitsegeln wollte: The Austrian Ocean Race macht‘s möglich! Ob Regattan, wie z. B. die Antigua Sailing Week im April, Überstellungstörns, wie z. B. von den Azoren nach Cowes im Mai, oder einfach nur einmal Schnuppersegeln im August ab der Heimatmarina Portopiccolo bei Triest – unter „Sail with us“ sind auf der Homepage sämtliche Optionen für 2020 gelistet. 
www.ocean-racing.at/regatten.html

Auch im Trockendock kann man das Abenteuer Ocean Race erleben. Auf der Boot Tulln wird
The Austrian Ocean Race Project einen Mock-up in Originalgröße eines Ocean Racers, der
in der Mitte durchgeschnitten ist und für Besucher begehbar sein wird, präsentieren. Am Simulator darf die VO65 auch gesteuert werden. Wer sicher anlegt, gewinnt einen Goodie-Bag!

Austrian Boat Show, Halle 10, Stand 1023

Fotos: Tahsin Özen, Michael Muck Kremtz 

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