Gefangen auf Hoher See | ocean7

Es geschah auf dem Weg von Malta nach Lefkas bei helllichtem Tage. Die von Thomas Palmetshofer zu überstellende 42-Fuß-Segelyacht Wauquiez ging einer ausgerissenen Fischzuchtanlage ins Netz.

Nautik-Experte Thomas Palmetshofer war mit seinem Segelfreund Klaus Hackl unter Motor unterwegs, als es auf der Überstellungsfahrt von Malta nach Lefkas zu einer Kollision mit einem „UFO“ – in diesem Fall ein unbekanntes Fischfang-Objekt – kam. Mit knapp sieben Knoten schob sich die Wauquiez über den auf der Wasseroberfläche treibenden „Plastikmüll“ – eine alte, sehr wahrscheinlich ausgerissene Fischzuchtanlage mit rund 40 Metern Durchmesser.
Durch die Restgeschwindigkeit der Yacht und der Auftriebsträgheit der mit Wasser vollgelaufenen Anlage tauchte diese glücklicherweise erst hinter dem Ruderblatt wieder auf. Als Problem stellte sich in weiterer Folge jedoch heraus, dass das Boot im geschlossenen Kreis der tonnenschweren Anlage gefangen war. 

Kaum zu sehen auf offener See: eine alte Fischzuchtanlage, die zur Falle für die 42-Fuß-Yacht Wauquiez wurde.

Da während der Überfahrt auf dem offenen Meer kein weiteres Schiff registriert wurde und die Leistung des UKW-Funks zur Kontaktaufnahme nicht ausreichte, war an fremde Hilfe nicht zu denken. Also nutzte man die ruhige See und das verbleibende Tageslicht zur improvisierten Selbsthilfe. Leinenreste, die dem Boot beziehungsweise der Schiffschraube gefährlich hätten werden können, wurden abgeschnitten. 

Befreiungsschlag mit Bohrmaschine und Stichsäge.

Nach Beseitigung der Leinenreste, die dem Boot beziehungsweise der Schiffschraube gefährlich hätten werden können, wagten Palmetshofer und Hackl den Befreiungsschlag mittels Bohrmaschine und Stichsäge. „Mit der elektrischen Winsch wurden langsam die Schwimmkörper längsseits des Schiffes angehoben. Die Plastikrohre wurden angebohrt, sodass das Wasser zum Zwecke einer Gewichtsreduzierung im angehobenen Teil entweichen konnte. Diese Arbeit wurde solange fortgesetzt, bis die Hartplastikrohre mit einer Stichsäge von der Badplattform aus durchtrennt werden konnten“, berichtet Thomas Palmetshofer, dem dieses Unterfangen dank der leistungsstarken elektrischen Bordanlage vor Einbruch der Dunkelheit auch gelang. 

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