Global Player 2020

Vom 18. bis 26. Jänner lädt die boot nach Düsseldorf zur größten Wassersportmesse der Welt. Mit richtungsweisenden Impulsen und Neuheiten, wie Direktor Petros Michelidakis im Interview verrät.

Neue Halle 1, neue Messegestaltung – was erwartet den Besucher 2020?
Zum Ersten: viel Spaß, gute Laune und beste Urlaubsstimmung. Zum Zweiten: tolle Innovationen – zum Beispiel im Elektroboot-Sektor, natürlich wieder traumhafte Luxus- und Segelyachten und erstmals eine komplette Halle für die Superboats. Herrliche Luxustender, Chase- und Shadow-Boats. Und drittens: Die große Vielfalt im Tauchbereich, beim Surfsport und im üppigen Charterangebot.

Nach großer Investition droht 2020 eine Stagnation auf dem Markt – oder ist die boot als größter internationaler Indikator zu Jahresbeginn anderer ­Meinung?  
Unsere 2.000 Aussteller aus über 70 Ländern zeigen, dass die boot sich weltweit zu einem wichtigen Impulsgeber entwickelt hat. Sie ist ein Global Player. Wir wissen sehr gut, wie sensibel gerade der Bootsmarkt ist, aber Krisengerede hilft der Branche nicht weiter. Eher müssen wir uns auf die Stärken dieser wunderbaren Szene konzentrieren und diese nach vorne tragen. Deshalb haben wir „The Economist“ eingeladen, einen „Sea Tourism Summit“ am 17. Jänner in Düsseldorf zu organisieren. Politik und Wirtschaft werden sich hier zum Austausch treffen. Natürlich kann ich nicht in die berühmte Glaskugel sehen, aber es wird für Unternehmen auf der boot wieder gute Geschäfte und Kontakte für das Jahr 2020 geben.

Ausstellungs-Highlights aus dem ­Motoryacht-Sektor?
Motorboot-Fans sollten auf jeden Fall ihren Weg über die Messe in der neuen Halle 1 beginnen. Lichtdurchflutet, mit einem eindrucksvollen Entrée von der Rheinseite, hochmoderner architektonischer Gestaltung und extrem servicefreundlich für die Aussteller. Da keine Säule die Standgestaltung stört, ist sie für mich der Inbegriff moderner Messehallengestaltung.
Halle 3 ist für jeden ein Muss, mein per­sönliches Highlight bei den Motorbooten! Hier haben wir alles für den Einsteiger und den erfahrenen Motorbootfahrer aufgestellt. Mein Kollege Arne von Heimendahl hat in Abstimmung mit den Ausstellern eine sehr effiziente und besucherfreundliche Aufplanung realisiert.
Als nächstes würde ich die Superboat-Halle – ich gebe zu, ein eigens dafür kreierter Begriff – ansteuern. Namen wie Sacs, Wally, Frauscher, DeAntonio, Boesch, Fjord, Windy und Anvera stehen für puren Fahrspaß. Vorher sollte man noch einen kleinen Zwischenstopp in Halle 4 einplanen. Hier haben wir einen echten Individualisten und Kreativen an Bord: Konrad Bergström, das schwedische „enfant terrible“ der Unternehmer-Szene, zeigt hier mit X-Shore eine neue Generation von Elektro-Booten. Das wird Aufsehen erregen denke ich.
Das Highlight für jeden Super­yacht-Fan ist dann natürlich die Halle 6. San Lorenzo zeigt mit der SL96 ASymmetric eine Weltpremiere in Düsseldorf und gleichzeitig die größte Yacht der Messe. Azimut ist mit der Grande S 10 (28,7 Meter) nicht viel kleiner auf der boot präsent.

Und aus der Ecke der Segelyachten?
In diesem Jahr haben wir uns vor­genommen, für alle Fragen von Einsteigern und Wiedereinsteigern da zu sein. Auf der „start sailing“-Fläche in Halle 15 bekommt man einen kostenlosen „full service“ zu allen Fragen, die einen beschäftigen. Dazu gibt es mehr Segelboote für Einsteiger zu bestaunen. In Halle 16 wird CNB eine neue 76-Fuß-Yacht präsentieren – eine Segelyacht, die französische Eleganz und Symmetrie vereint. Amel stellt mit der 60-Fuß-Yacht ein perfektes Boot vor, um mit Freunden die „Seele des Wassersports“ zu erforschen. Und die Oyster 565 ist bestens geeignet für alle, die das Blauwasser-Segeln entdecken wollen: leicht zu segeln, tauglich für alle Ozeane lädt sie zum Abenteuer ein.
Natürlich sind auch fantastische Katamarane wie Lagoon 46, Excess 11, Astréa 42 oder Balí Catspace ­dabei und zeigen den Trend zu schnittigen, eleganten und leicht zu segelnden Katamaranen. Die Groß­werften Bavaria, Hanse, Hallberg-Rassy, Jeanneau und Beneteau runden das Angebot an Segelyachten hervorragend ab. Bieten sie doch in allen Segmenten Boote, die einfach Spaß machen und für Einsteiger ebenso wie für erfahrene Segler ­bestens geeignet sind.

Trends kommen und gehen. Welche sind geblieben, welche sind neu?
Geblieben ist sicherlich das Interesse an Katamaranen. Chartern wird auch immer beliebter. Spaßsegeln mit Familie und Freunden ist eine stark wachsende Urlaubsform. Superboats werden sich aufgrund ihrer individuellen Ausstattungsformen oder ihrer Designs großer Beliebtheit erfreuen. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit ist der Weg, den viele Anbieter gehen, vorbildlich. Yachten, die ihren Energiebedarf über Solarzellen generieren, verbrauchsarme Motoren, E- und ­Hybridantriebe zeigen die Innovationskraft der Branche. Ich bin überzeugt, dass bald die Mehrzahl der Hersteller mindestens eine Bootsklasse mit Elektroantrieb im Angebot haben werden.

Drei gute Gründe, warum Österreicher nicht auf die Boot Tulln im März warten, sondern schon im Jänner die boot in Düsseldorf besuchen sollten?
Jeder Wassersportfan sollte „seine regionale“ Messe besuchen und unterstützen. Tulln gehört zu den „Touchpoints“ der Wassersportler, die den Mix aus Emotion und marktorientiertem Angebot für die Besucher sehr gut verbindet. Darüber hinaus fördert sie den Zusammenhalt der Branche in Österreich.
Die boot in Düsseldorf wird weiterhin ein Treffpunkt für Aussteller und Besucher aus aller Welt sein. Viele werden beispielsweise den originalen America‘s Cup auf der boot sehen wollen. Das größte Angebot an Charterunternehmen und Marinas oder auch Urlaubsdestinationen präsentiert sich ebenfalls hier. Jeanneau wird zum ersten Mal auf der boot die Sun Loft 47 auf der boot zeigen: ein weltweit neues Konzept für Charterfreunde.

Drei Dinge, die du an Österreich besonders magst? 
1. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Österreicher.
2. Die traumhaften Berge und Seen.
3. Die große Leidenschaft, mit der innovative Segel- und (E-)Motor­­yachten für alle Weltmeere gebaut werden – mit einem für ein Binnenland höchst respektablen internationalen Erfolg.

Fotos: boot Düsseldorf

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