Hart wie das Eis

An der Nordwestpassage ­haben sich viele die Zähne ausgebissen. Der berühmte Sir John Franklin blieb mit seinen Schiffen HMS Terror und HMS Erebus auf der Suche nach der Passage 1845 im Packeis stecken. Und ward fortan samt Crew verschollen. Die Schiffe wurden erst 2014 und 2016 im eisigen Wasser des nörd­­lichen Sommers entdeckt. Dass die Inuit schon lange vorher wussten, wo die Wracks lagen,  aber schlechte Geister fürchteten, würde man alte Geschichten aus­­graben, macht diese Nordwest­­passage umso geheimnisvoller.

Nomad vor Anker in der Depot Bay, Fort Ross, kana­­dische Arktis. Foto: Wolfgang Slanec

Und nun erzählen die See­nomaden Doris und Wolf von ­ihrem Abenteuer in diesen ­sa­genum­wobenen Gefilden. Dass die beiden aus dem richtigen Eis – pardon Holz geschnitzt für ein solches Abenteuer sind, steht außer Frage. Zweimal um die Welt, ­Patagonien und das Kap Hoorn
im Logbuch – da musste der hohe Norden einfach locken.
Bescheiden wie immer Doris Renoldner, die Seefrau: Sie macht keinen Hehl daraus, dass man in dieser Gegend eigentlich am besten auf einem ­Polarforschungsschiff aufgehoben ist und nicht in einer Aluyacht namens Nomad, die Kondenswasser sammelt wie andere Leute Schwammerl. Sie hat Angst und schreibt darüber. Im Fahrtenseglerzirkus heutzutage ein seltenes Gut. Und sie sieht irgendwo mitten in der Passage – vielleicht an einem dieser klingenden Plätze wie Bellot Strait, Terror Bay oder Larson Sound – in die erschöpften Augen ihres Ehemannes Wolf, der erst Wochen später darüber spricht, wie sehr ihm die Anstrengungen, Verant­­wortung und Wetter­­kapriolen unter die Haut ­gegangen sind.
Die Seenomaden Doris Renoldner und Wolfgang Slanec in Grönland. Foto: Hans Thurner
„Ein nautisches Irrenhaus“, sagt Wolfgang Slanec und rauft sich die widerspenstigen Haare. „Was diese ­Gegend so unvergesslich macht, ist die Abwesenheit – wenn es in einer Welt ohne weiße Flecken noch irgendwo das Gefühl gibt, zu den ersten gehören zu dürfen, dann hier“, sagt Doris.
Ein Hochplateau, Tierknochen, ein Karibugeweih, Heidelbeeren und tief unten ein Pünktchen in einer Bucht – die Nomad. Bei ­„erträglichen 30 Knoten“ geht es immer weiter, harsche Winde, zürnender Himmel, wütendes Meer, dann nordisches Zauberlicht, Regenbögen – märchenhaft! Das Auf und Ab der Gefühle als Teil eines Abenteuers, das die Urururnichte des Sir John Franklin, Jane Maufe, im Vorwort des ­Buches „Hart wie das Eis“ mit dem Warnhinweis„Don’t try this at home“ versieht. Und unter all den Lesertipps, die die Seenomaden in diesem arktischen Abenteuerbuch geben, ist mein liebster: „Braunbären niemals in die Augen schauen und vor Eisbären nicht davonlaufen. Das nehmen die als Aufforderung zum Kampf.“

www.seenomaden.at

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Teilnahmeschluss ist der 31. März 2019.

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