Malaria und Sago | ocean7

Papua-Neuguinea steckt immer noch voller Geheimnisse und Abenteuer – aber auch gesundheitlicher Risiken. Tropische Geschwüre und Malaria machen den Menschen hier schwer zu schaffen. Wolfgang Hausner war dort unterwegs – mit Geschwür am Knie und Sago im Ankerschapp.

Wolfgang Hausner unterwegs in Papua-Neuguinea, rechts vor Anker im versunkenen Vulkankrater der Vitu-Insel.

Während unseres Aufenthaltes in Papua-Neuguinea stoppten wir am südlichen Ende von New Ireland in einer Bucht, die Irish Cove heißt. Es war ein friedlicher Ankerplatz, auf dem wir die scheuen Einwohner erst ­ansprechen mussten.

Etwas getrübt wurde dieses Idyll durch ein tropisches Geschwür an meinem Knie, das trotz Antibiotikum nicht wegzukriegen war. Im Gegenteil, es fraß sich in die Tiefe und hatte zahlreiche Ableger rundherum bekommen. Das Gewebe war schwammig, ohne Eiterherd, in den man reinstechen hätte können, um es spritzen zu lassen. Deswegen segelten wir nach Rabaul und wurden dort an das St. Marys Hospital in Vunapope verwiesen. Der Arzt ordnete sofort eine Röntgenuntersuchung des Abszesses an, um festzustellen, ob der Knochen bereits angegriffen war. Glücklicherweise war das nicht der Fall, eine zehn­tägige Behandlung mit einem ­anderen Antibiotikum sollte die Sache in Ordnung bringen.

Eine der Nonnen im Spital schwärmte von der malerischen Vitu-Insel, auf der sie einmal eine katholische Mission besucht hatte. Diese liegt 150 Seemeilen im Westen, tags darauf machten wir uns auf den Weg dorthin. Die Insel ist das Überbleibsel eines versunkenen Vulkans, nur der Kraterrand ragt noch aus dem Meer. Durch die offene Passage segelten wir in die fast kreisförmige Lagune und ankerten in der Nähe einiger Gebäude. Wir waren umgeben von vertikalen Felswänden, die ab und zu von kleineren Stränden unter­brochen waren. Ebener Grund war eine Seltenheit.

Gleich nach unserer Ankunft ­kamen schwarze, kraushaarige Kinder angepaddelt, die Orangen tauschen wollten. Als sie damit Erfolg hatten, brachten sie neben den bestellten Kokostrinknüssen zwei weitere Körbe, die wir ihnen auch abnahmen. 

Geflochtenes Segel ohne einen einzigen Nagel.

Danach überraschte uns der ­Besuch eines Jungen, der zwar wie die anderen in einem schmalen Einbaum saß, aber hellhäutig und dunkelblond war. Er erzählte uns, seine Eltern seien holländische Missionare und sie lebten hier, um die Bibel in die Sprache der Eingeborenen zu übersetzen. Nun, in Papua-Neuguinea gibt es über 800 verschiedene Sprachen.

Nachmittags besuchten wir die Familie an Land. Peter Bachet war Architekt und seine Frau Wiljo Ärztin. Beide hatten ihr Berufs­leben in Holland seit Jahren unterbrochen, um den Insulanern hier zu helfen. Ihre beiden Kinder ­betrachteten Papua-Neuguinea ­bereits als ihre Heimat und alle hatten schon Malaria gehabt. Malaria ist eine der häufigsten Todesursachen in Papua-Neu­guinea, erzählte Wiljo.

Der Kern der Sagopalme – mit Wasser angerührt und ­gekocht eine schwer ­verdauliche Masse, die zwar gut den Magen füllt, aber keinerlei Nährwert hat.

Wolfgang Hausners vollständigen Bericht findet ihr in der aktuellen ocean7-Ausgabe 2/2021  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Wolfgang Hausner ist Weltumsegler, Schriftsteller und ocean7-Autor. Derzeit weilt er mit seiner Taboo III, einem 18-Meter-Katamaran, auf den Philippinen und bietet individuelle Mitsegel-gelegen-
heiten an.
www.wolfgang-hausner.com

Fotos: Wolfgang Hausner, Shutterstock (1)

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