Balearen Teil 1: Mallorca zu Wasser

Die meisten Charterflotten auf Mallorca sind nahe dem Flughafen in und um die Touristen­­­­­hoch­burg Palma zu finden. Aber nicht alle. Im Osten Mallorcas hat sich der Fischerort Portocolom der Authentizität verschrieben und verteidigt tapfer seine Ursprünglichkeit. Setzt man von hier
aus die Segel, landet man in einem Meer voller fantastischer Buchten an der Ostküste.

Nun gut, es gibt kein Gesetz, das zu grundlegenden Englischkenntnissen verpflichtet. Aber als
unser Taxifahrer nach einer knappen Stunde Fahrzeit an einem Pier voller einfacher Boote anhält und ­zufrieden lächelt, ist die Message wohl klar: Wir sind da! Ungläubig blicke ich aus dem ­ Fenster. Wo sind die samstäglichen Horden, die hektisch ihr Hab und Gut in überdimensionierten Einkaufs­wägen über die Stege karren? Wo die Armada von Alumasten, die tänzelnd im Wind singen? Kein Marina-Supermarkt mit meerge­salzenen Preisen weit und breit?
Unser Taxifahrer ist ausgestiegen und deutet mir, ihm zu folgen. Und ­tatsächlich, gleich um die Ecke ein Häuschen versteckt hinter einem Vorgarten, in dem bereits die ersten Chartergäste sitzen und auf den Check-in warten. Das Schild mit der Aufschrift „Porto­colom Yachting“ überzeugt restlos, ich bezahle das Taxi.
Gerade einmal 17 Charteryachten zählt die Flotte, entsprechend gering sind daher die Wartezeiten und hoch das Service des Teams. So gelingt uns das in der Hochsaison fast schon Unmögliche: Wir laufen noch am selben Tag aus.

In der Bucht von Portocolom. Ein mächtiger Leuchtturm markiert die schmale Ausfahrt.

Wechselbad der Gefühle
Die vier Seemeilen bis zu unserem ersten Etappenziel bezwingen wir im Einklang mit der untergehenden Sonne. Cala d‘Or als die mittlere einer Dreifingerbucht empfängt uns mit offenen Armen, weil leer. Das ändert sich schlagartig am frühen Morgen, die Szenerie erinnert an eine Robbenkolonie, wie man sie aus bild- und tongewaltigen Dokus im Fernsehen kennt.

Cala d‘Or. Goldener Sandstrand, viele Prachtvillen.

Wir wechseln die Kulisse und ­lassen nur eine knappe Seemeile weiter den Anker ins kristallklare Wasser der Cala Mondragó fallen. Allein die Ansteuerung der in sattem Grün bewaldeten Bucht mit Spurwechsel vom Marineblauen ins Türkise beschert ein erhebendes Glücksgefühl – ist das vielleicht schon die schönste Bucht auf diesem Törn?

Cala Màrmols, Traumbucht fernab der Zivilisation.

Den vollständigen Revierbericht lesen Sie in der atuellen ocean7-Ausgabe 6/2019  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Fotos: Tahsin Özen, Zoi Krzyvon

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