Mit seinen zahlreichen Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten zählt der Bodensee zu den mitteleuropäischen Binnenrevieren der Extraklasse. Wir haben das österreichisch-deutsch-schweizerische Multikulti-Gewässer mit einer Sea Ray Sundancer unter den Kiel genommen. Und dabei auch ein Auge auf erlesene Highlights an Land geworfen.

Flott unterwegs auf einer Sea Ray Sundancer 320.

Die Strahlen der Sonne tanzen über die Wellen des Sees, zerfasern in kleine Fragmente und spiegeln sich als blitzende Kobolde in den Masten und Wanten der Segelyachten. Wir sind in Arbon, sitzen auf der Terrasse des Restaurants Rotes Kreuz und genießen fangfrische Bodensee-Egli. 

Nach einem Spaziergang durch die historische Altstadt kommen wir mit dem Hafenmeister des Schweizer Örtchens ins Gespräch. „Wenn ihr Zeit habt“, sagt er uns, „besucht St. Gallen. Der Legende nach hat der irische Wandermönch Gallus dort zusammen mit einem Bären einst eine kleine Einsiedelei erbaut. Aus der schmucklosen Klause entstand nach und nach eine riesige Klosterstadt, die zu den wichtigsten Zentren des christlichen Abendlands gehörte. Heute zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe.“

Knapp sechs Kilometer südöstlich von Arbon zeigt sich die Rorschacher Badhütte in aller Pracht. Wir lassen die 1924 in den See gebaute Badeherrlichkeit und mit ihr das gleichnamige 9.000-Einwohner-Städtchen im Heck unserer Sea
Ray Sundancer 320, umfahren die (nautischen) Tücken des Rhein­deltas und erreichen nach einer Dreiviertelstunde die Kulisse der berühmten Bregenzer Festspiele. 

Wir legen in der Stadtmarina an, erweisen der Seebühne unsere Reverenz, werfen einen Blick in die Altstadt und liften dann mit der Luftseilbahn hinauf auf den Pfänder, den 1.062 m hohen ­Hausberg der Vorarlberger Landeshauptstadt. Oben angekommen, erheben sich vor uns im Südosten die schroffen, bis zu 3.000 m hohen Lechtaler Alpen. Richtung Westen plätschern ­Alpenrhein und Bregenzer Ache in den Bodensee, dahinter, auf Schweizer Boden, leistet der Alte Rhein seinen Beitrag zum Pegelstand des Sees. 

Links: Klosterinsel Reichenau. Mitte: Schaufelraddampfer Hohentwiel (1913). Einst die Yacht des Königs von Württemberg, heute österreichisches Ausflugsschiff mit Hafen in Hard. Rechts: Weinkeller des Staatsweinguts Meersburg.

Nach einem opulenten Frühstück im Cockpit unseres Luxus-Weekenders heißt es Leinen los. Kurz hinter der (imaginären!) deutschen Grenze dampft die SD Hohentwiel an uns vorbei. Das bilderbuchschöne Jugendstilschiff – die vormalige Staatsyacht des Königs von Württemberg – steuert den Lindauer Hafen an. 

Wir lassen das urbane Kleinod mit seinem bayerischen Löwen auf der rechten und Deutschlands südlichsten Leuchtturm auf der linken Seite der Hafeneinfahrt im Achterwasser. Unser Ziel ist Meersburg. 

Panoramablick vom Bregenzer Hausberg Pfänder (1.062 m, auch per Seilbahn erreichbar).

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Fotos: Gerald Penzl, Mikalai Nick Zastsenski/Shutterstock

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