Mini Transat – die Zweite

Vorstagbruch, Energieprobleme und schlussendlich noch eine nächtliche Schwimmrunde ohne Rettungsweste rund 60 km vor der brasilianischen Küste bei einem der härtesten Einhand-Regatten der Welt – dem Mini Transat. Der Schock saß tief und nun, vierzehn Jahre später, steigt Christian Kargl wieder in eine Nussschale und plant erneut am selektiven Transatlantik Rennen teilzunehmen. „Die letzten Jahre brachten, beruflich bedingt, wertvolles Wissen um die Sache noch einmal ordentlich anzugehen,“ meint Österreichs erster – und immer noch einziger Solosegler in der Klasse Mini 650.

Die Boote sind winzig, nur 6,5 Meter lang, innen komplett leer und würden eher auf einen der Alpenseen passen als 4.050 Seemeilen von Frankreich nach Martinique zu surfen. „Mich reizen vor allem die neuen Plattbug-Designs und ich bin extrem auf die ersten Schläge mit meinem Maxi 650 im Februar in Slowenien gespannt,“ freut sich Christian Kargl auf die kommenden Wochen, „vorher wird allerdings noch die Elektronik und Elektrik eingebaut und die Sicherheitsausrüstung sorgfältig ausgesucht.

Über 1700 km von Lorient nach Kottingbrunn – die letzten Meilen im Schnee.

 

Der Neubau des Österreichers wurde als Serienboot bei IDB Marine in Trégunc gebaut und stammt aus der Feder des Gewinners des Mini Transat 20011 david Raison. Optisch etwas gewöhnungsbedürftig sind die Scow-Bows, wie die vorne runden Boote genannt werden, aber erwiesenermaßen schneller als die spitz zulaufenden Bugformen. Der Grund dafür liegt in der höheren Formstabilität der Boote die mehr Segelfläche zulässt. Auch das Angleiten wird durch die extrem flache Bugsektion erleichtert. Lediglich bei Amwind-Kursen ergibt sich ein entsprechender Nachteil vor allem bei kurzer und steiler Welle. Kargl überstellte seine – noch namenlose – Yacht Mitte Dezember und bereitet Mensch und Material in Kottingbrunn auf die ersten Einsätze vor.

Fotocredit: Kargl / www.2sail.com

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