Luna Rossa Prada Pirelli steht im Prada Cup Finale, Team American Magic muss Foils und Segel streichen.

Vier Siege waren im Semifinale des Prada Cups für den Aufstieg nötig, die italienischen “Challenger of Record”, also die ersten Herausforderer des regierenden America’s Cup Siegers, absolvierten diese in Mindestzeit. Vier Wettfahrten, vier Siege und damit geht es in zwei Wochen gegen das INEOS Team UK weiter. Jimmy Spithill, einer der beiden Steuerleute von Luna Rossa Prada Pirelli bringt es kurz und prägnant auf den Punkt: “Es war der erste Schritt, ein wichtiger Schritt. Aber es fehlen uns noch zwei weitere bis zum großen Ziel. Jetzt heißt es die Briten zu besiegen, dann sehen wir weiter.”

Das Bild, beispielgebend für das gesamte Semifinale des Prada Cups: Luna Rossa führt, American Magic findet keinen Weg vorbei.

Die Amerikaner zeigten trotz der klaren Niederlage seglerisch und in punkto Sportlichkeit wirklich Größe. “Patriot” wurde binnen weniger Tage nach den dramatischen Szenen wieder rennfertig gemacht. Gleich der Auftakt des Semifinales am Freitag wurde bei Windspitzen von bis zu 23 Knoten absolviert. Dabei zeigten sich die Italiener auf allen Kursen stabiler, zudem konnten sie beide Starts für sich entscheiden. Wie gut das Team des NY Yacht Clubs gearbeitet hatte und dass es keinen psychologischen Knick gegeben hatte, zeigte jedoch der Speedrekord. Mit 53,31 Knoten setzten die Amerikaner ein Rufzeichen. Doch erst in der dritten Wettfahrt, also heute am Samstag, geplant es dem Team um Dean Barker die Vorstartphase offen zu halten und bei deutlich leichterem Wind zumindest auf der ersten Kreuz für spannende, Matchrace-typische Bilder zu sorgen. Aber auch am zweiten Semifinal-Tag siegte die Konstanz und Präzision der Italiener, die sich an beiden Wettfahrttagen eigentlich keinen gröberen Schnitzer leisteten.

Souverän und fehlerlos – so pilotierten die beiden Steuerleute Francesco Bruni und Jimmy Spithill die italienische AC75 ins Prada Cup Finale.

“Die Kenterung hatte weniger Einfluss aus technischer und psychologischer Sicht. Aber die damit verlorenen Segeltage haben unsere Performance definitiv beeinträchtigt”, so American Magic Steuermann Dean Barker unmittelbar nach der letzten Wettfahrt. Skipper Terry Hutchinson schlägt in die gleiche Kerbe und zollt den italienischen Gegnern große Respekt: “Luna Rossa hat sich nach der Round Robin bei Bootsgeschwindigkeit, der teaminternen Kommunikation und der Vorstartphase deutlich gesteigert.”

Für “American Magic” ist der 36. America’s Cup damit zu Ende, doch für den New York Yacht Club Commodore Christopher Culver ist es “der Auftrag stärker wieder zurückzukehren, denn die Geschichte des Cup’s wäre ohne dem Club unvorstellbar und der Club ohne dem Cup”. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Zeitplan im Überblick:
13.2.–22.2. Prada Cup-Finale (auf sieben Siege)
6.3.–15.3. America’s Cup (auf sieben Siege)

Fotocredits: America’s Cup

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