Željko Jerat: Eine Ikone ist gegangen

Am Montag war es traurige Gewissheit: Željko Jerat, Bewahrer der kroatisch- maritimen Geschichte, ist verstorben. Am Mittwoch wurde er unter der Teilnahme von hunderten Menschen zur letzten Ruhe gebettet.

Viele zogen aus, um zu studieren, nur die wenigsten kamen zurück. Željko Jerat war einer von den wenigen. Nach der Ausbildung zum Maschinenbau-Ingenieur in Zagreb zog es ihn wieder nach Murter – in seinen “malo misto” (kleiner Ort). In den letzten zwei Jahrzehnten hat Željko von hier aus der untrennbar mit der Adria verbundenen Geschichte Dalmatiens neues Leben eingehaucht. Ein besonderes Anliegen war ihm die Rettung der für die Fischer typischen alten Segelboote mit Lateinersegel. Kein Wunder also, dass Dr. Vladimir Skračić mit seiner Idee, eine Regatta mit diesen traditionellen Lateinerbooten zum Jahrestag des Schutzheiligen Michael abzuhalten, bei Željko Jerat auf offene Ohren stieß: 1998 war die “Latinsko Idro” geboren.

Doch Željko Jerat war nicht nur die Seele dieser Regatta, sondern u. a. auch Leiter des Tourismusverbandes von Murter und des Kroatischen Charterverbandes. Unter seiner Führung wird Jarušica Yachting 1999 erster Charter-Partner von Pitter Yachtcharter. Und dank seiner unendlichen Hingabe und Enerige gelingt es ihm, Klaus Pitter für eine Neuauflage der “Mutter aller Fahrtenseglerregatten” zu gewinnen: 2001 startet der Kornati Cup (1985–1992)neu durch. Mit überwältigendem Erfolg, sodass die Teilnehmerzahl 2009 organisationsbedingt auf 100 Yachten beschränkt werden musste.

Am Mittwoch wurde Željko Jerat (1956–2019) im Beisein hunderter Trauergäste in seinem Heimatort beerdigt – doch sein Vermächtnis strahlt als einer der hellsten Sterne über seinem Grab und der Adria – dafür hat Željko schon zu Lebzeiten gesorgt.

Kornati Cup
Latinsko idro
Betina Museum of Wooden Shipbuilding

Fotos: Georg Gindl www.gindlfoto.at

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