Natürliche Gegner, (über)mächtig

Punta del Este ist für Thomas Zajac und Barbara Matz kein Neuland und wird trotzdem jedes Mal zu einer speziellen Herausforderung. Das liegt vor allem an den Wellen, die in meterhoher Formation über den Atlantik auf Uruguay zurollen.

Vergleichbare Dimensionen gibt es nur in Japan. Dort, wo in 18 Monaten die olympischen Segel-Bewerbe entschieden werden, gilt es der Pazifikwelle zu trotzen. Die Bucht von Enoshima mag nicht so facettenreich sein wie das Olympiarevier von Rio, unberechenbar ist es aber allemal. Dafür sorgt in der Regel die spätsommerliche Taifun-Saison. Ausläufer und Streifschüsse reichen um das Wellenbild furchterregend zu gestalten. Darauf gilt es vorbereitet zu sein, deshalb Punta del Este, wo neuerlich Überwindung und ein funktionelles Risikomanagement gefragt sind.

„Wir haben im vergangenen Herbst sechs Wochen in Uruguay trainiert, jetzt kommen drei weitere Wochen hinzu, in denen es gilt an Sicherheit zuzulegen und die Foiling-Performance im Grenzbereich zu steigern. Die Wellen erreichen eine Höhe von drei bis sechs Metern, da bist du vom Handling her extrem gefordert. Auch mental, denn wenn du den Bogen überspannst, riskierst du schwere Verletzungen“, weiß Thomas Zajac.

Gefordert werden die Österreicher aber nicht nur aufgrund der Gegebenheiten, sondern auch wegen der Qualität ihrer Sparringpartner. Das OeSV-Duo macht mit keinem Geringeren als Santiago Lange und Cecilia Carranza Saroli gemeinsame Sache, die Argentinier sicherten sich 2016 Olympiagold. 

„Wenn man gegen die Besten der Besten bestehen möchte, muss man mit den Besten der Beste trainieren. Ich kenne Santiago schon aus meiner Zeit im Tornado, er ist einer der besten Katamaran-Segler der Gegenwart, hat auch im Americas Cup seine Spuren hinterlassen. Wir haben vereinbart bis unmittelbar vor den Spielen an einem Strang zu ziehen und mit offenen Karten zu spielen. Bisher läuft die Zusammenarbeit ausgezeichnet“, so Zajac abschließend.

Nach ihrer Rückkehr aus Südamerika starten die heimischen Nacra17-Asse Ende März in die europäische Segelsaison. Den Anfang macht die traditionelle Trofeo Princesa Sofia vor Palma (29. März – 6. April), es folgt der Weltcup in Genua (14.-21. April), die Europameisterschaft in Weymouth (13.-19. Mai), das Weltcupfinale in Marseille (2.-9. Juni) und die Kieler Woche (26.-30. Juni). Anschließend geht es nach Enoshima, wo im Juli und August neben rund 25 Trainingstagen das Olympic Test Event und eine Weltcup-Regatta auf dem Programm stehen. 

Fotocredits: Tobias Stoerkle/OeSV

Lohnende Pause an Bord: Thomas Zajac & Barbara Matz am Nacra 17. 
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