Neapel sehen und segeln | ocean7

Neapel sehen und segeln

von | Nov 7, 2022

Wer sich in den Golf von Neapel begibt, um zu segeln, kommt um Vulkane nicht herum. Da ist z. B. der Vesuv und das von ihm heimgesuchte Pompeji. Oder die Phlegräischen Felder, ein System von Vulkanen, das sich auf rund 150 km² erstreckt und beunruhigend aktiv ist. 

Die Ankerbucht Cala del Porto auf Palmarola. Die Aussicht hier auf die tiefgrüne und hügelige Insel erinnert an Bilder von der Südsee. 

Oder der Golf selbst, der ver­mutlich der riesige Krater eines ehemaligen Supervulkans ist. Jede der ­Inseln im Golf und im weiter westlich liegenden Pontinischen Archipel ist vulkanischen Ursprungs, was zum einen die enorm üppige Flora und zum anderen die unregelmäßige Küstenlinie mit ­ihren hohen Felswänden und den langen schmalen Stränden erklärt.

Als Segler müssen wir uns also bei den Vulkanen für ein unglaublich schönes und abwechslungsreiches Revier bedanken, das zudem zu den noch eher unbekannten ­Gefilden im Mittelmeerraum zählt. Bei einem Wochentörn vom Golf von Neapel zu den Pontinischen Inseln und retour rechne man mit 120 bis 140 Seemeilen – eine ideale Länge, um das Segeln und Relaxen angenehm zu verbinden und Land und Leute kennenzulernen.

Neapel, das Vielbesungene

„Neapel sehen und sterben“, befand schon Johann Wolfgang von Goethe in seiner Italienischen Reise. Damit spielte der Dichterfürst keineswegs auf einen eventuell stattfindenden Vulkanausbruch an, sondern meinte, Neapel in seiner Schönheit und Pracht erlebt zu haben, kann von nichts im späteren Leben eines Menschen mehr übertroffen werden. Ein Besuch der Altstadt zahlt sich auf jeden Fall aus. Hier erlebt ihr das quirlige und laute ­italienische Großstadtleben der ­Neapolitaner schon beim Spazie­rengehen. 

Neapel von seiner quirligen Seite, links die Galleria Umberto I. 

Stimmen die Klischees, die man sich von Neapel erzählt? Die Stadt gehört leider zu den zehn gefährlichsten Städten Europas, und ja, vor allem nachts sollte man dort dunkle, enge Gassen meiden. Ich habe mich aber bei unseren Erkundungstouren in Neapels Zentrum nie wirklich unsicher gefühlt.

Neapel ist auch bekannt für die beste Pizza der Welt! Das ist jedenfalls die einhellige Meinung der „­Pizzaioli“, der Pizzabäcker der Stadt. Wie dem auch sei, ein guter Tipp ist, im Zuge des Bordeinkaufs auch frischen Büffelmozzarella zu besorgen, der ja traditionell in der Region Kampanien hergestellt wird und dort frisch vor Ort meiner Meinung nach am besten schmeckt. Neapel abgehakt, auf geht’s zur ersten Insel, Procida, die italienische Kulturhauptstadt 2022.

Bunte Häuserkulisse von Procida. 

Das Segelrevier vor den Toren der süditalienischen Metropole ist nicht nur enorm abwechslungsreich, sondern auch überraschend ursprünglich. Unser Mittelmeer-Experte Markus Silbergasser verrät seine Geheimtipps in ocean7-Ausgabe 6/2022: Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Fotos: Markus Silbergasser, www.untersegeln.eu

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