Neuer Untersatz

Benjamin Bildstein und David Hussl bereiten sich seit Anfang Oktober auf die Weltmeisterschaft in Auckland vor. Mit neuem Boot, allerdings noch eingeschränktem Material, arbeiten die 49er-Segler intensiv an ihrem großen Ziel – die Qualifikation für die olympischen Spiele 2020 in Tokyo.

Anfang Oktober flogen Benjamin Bildstein und David Hussl nach Auckland/Neuseeland, wo im Dezember nicht nur um Edelmetall, sondern um die so wichtigen Olympia-Quotenplätze gesegelt wird. Nach der langen Reise mit Zwischenstopp in Singapur kämpften die OeSV-Athleten, die 2012 im 470er schon einmal in diesem Revier waren, zunächst gegen den 11-Stunden-Jetlag sowie Wind und Kälte. Doch gleich am nächsten Tag nahmen die Weltranglisten-Zweiten ihr neues Boot entgegen und bekamen auch eine Führung durch die Produktionsstätte von Bootsbauer Mackay. „Es war sehr interessant vor Ort zu sehen, wie unser neues Boot entstanden ist. Wir haben das Boot dann bei einem Freund im Segelshop ausbauen können. Aufgrund des Wetters ist uns das sehr entgegengekommen, wir haben zwei Tage daran gearbeitet“, erklärt Steuermann Benjamin Bildstein.

Bereits am dritten Tag wurde das neue Boot von der neuseeländischen 49erFX-Seglerin Alexandra Maloney auf „Maia“ getauft. Der maorische Name steht für Mut und Vertrauen. „Der Name gibt uns ein gutes Gefühl. Es war eine tolle Taufe, die Neuseeländer haben sofort unser Boot bestaunt. Jetzt geht es darum, die ganzen Systeme auf uns anzupassen. Wir legen viel Wert auf die Bootsarbeit,“ berichtet Vorschoter Hussl. Im Anschluss an die Taufe gingen die Österreicher gleich zum ersten Mal auf das Wasser. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Duo vom Yacht Club Bregenz mit „Maia“ auch an der Weltmeisterschaft, bei der es um das Olympia-Nationenticket geht, an den Start geht. Bis dahin werden sich die beiden in der „Stadt des Segelns“ – Auckland ist die Base vom Emirates Team New Zealand – bestmöglich vorbereiten. „Das Siegerteam vom letzten Americas-Cup-Titelgewinn hat zeitgleich mit uns trainiert. Der Stellenwert des Segelsports ist hier gewaltig, es gibt sogar eigene Museen. Wir haben jetzt viel Zeit, um uns auf das Revier einzustellen. Wir werden im technischen Bereich hart arbeiten und uns sehr auf die Starts konzentrieren“, so Bildstein.

Während das neue Boot bereits intensiv getestet wurde, müssen Benjamin Bildstein und David Hussl noch auf ihren Container aus Japan mit dem weiteren Material warten. Aufgrund der strikten Einfuhrbestimmungen steht der Container noch bei der Bio-Security. „Neuseeland ist sehr bedacht auf die Umwelt. Deswegen wird auch unser Container genauestens gecheckt. Für uns ist das natürlich nicht ganz optimal, da wir im Moment nur limitiertes Material hier haben. Die Umweltfreundlichkeit in Neuseeland unterstützen wir aber natürlich“, beschreibt David Hussl den Prozess des ungeduldigen Wartens auf die Vollausstattung.

Die aktuellen Verhältnisse mit ablandigem, drehendem Wind sind sehr ähnlich jenen im Dezember. Das Trainingslager der beiden 27-Jährigen geht bis 25. Oktober.

Fotocredit: OeSV, privat 

Maia soll Bildstein und Hussl weiterhin Flügel am Weg zu den Olympischen Spielen verleihen. 

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