Von Mönchen und Hippies | ocean7

Unser Mittelmeer-Experte Markus Silbergasser hat den nördlichen Teil der Ägäis erkundet. Was er dort gefunden hat? Ursprüngliche Landschaften, Inseln und Halbinseln mit besonderem Charakter, wunderschöne einsame Buchten und ein Griechenland, von dem man uns früher oft erzählt hat.

Auch wenn die griechische Ägäis für viele von uns der Inbegriff des Segelns in südlichen Gefilden ist, gibt es dort einen Norden. Der beginnt ungefähr bei den Nördlichen Sporaden, die rund 150 Kilometer nördlich von Athen liegen, und führt über die Halbinsel Chalkidiki (die mit den drei Fingern) bis nach Thasos, der nördlichsten Insel Griechenlands. Die Berge in diesem Teil Griechenlands zeigen schon recht anständige Bizeps, die Landschaft präsentiert sich grüner und waldreicher als im Süden. Großer Vorteil: Es ist im Hochsommer nicht so heiß, aber warm genug, um zu baden (Wassertemperaturen um 25 Grad).

Das, was Griechenland für Segler so attraktiv macht – kleine Hafenorte, einsame Badebuchten, wunder- und wanderbare Inseln –, findet sich auch in der Nordägäis. Jedoch besitzen die Inseln hier einen noch ursprünglicheren und individuelleren Charakter. Auch sehr willkommen: Der Massentourismus hat die Gegend noch nicht so auf dem Radar. Und da die Gäste, die hier hergefunden haben, mehr aufs Geldbörserl schauen (müssen), ist im Großen und Ganzen das Preisge­füge gefälliger als im Süden.

Unser Törn in den griechischen Norden begann in einer Bucht auf Skiathos mit einer stürmischen Nacht inklusive Starkregen, driftender Nachbaryachten und dementsprechend wenig Schlaf. Am nächsten Morgen standen dann ein gemütliches Frühstück, Schwimmen bei 27 Grad Wassertemperatur im Regen und eine ausführliche Bordeinweisung auf dem Programm. 

Erst am frühen Nachmittag sind wir Anker auf gegangen und bei wenig Wind Richtung Südosten nach Skopelos gesegelt, von dort ging es dann am nächsten Tag im Lee der Insel Alonnisos nach Kyra Panagia. Die Gewässer hier sind Teil des Meeres-Nationalparks Alonnisos-Nördliche Sporaden, der sich über 2.220 km² erstreckt und neben Alonnisos weitere sechs von Menschen unbewohnte Inseln sowie 22 Felseninseln umfasst. 
Der prominenteste Bewohner des Parks ist die vom Aussterben bedrohte Mittelmeer-Mönchsrobbe, sie findet in den Höhlen der Insel Piperi Unterschlupf. Seit vergangenem Jahr braucht man für den ganzen Nationalpark ein Permit, das man online erwerben kann. 

Welche nordägäische Inseln und Buchten Markus Silbergasser noch empfiehlt, ist in der aktuellen ocean7-Ausgabe 4/2023 nachzulesen: Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

 

Markus Silbergasser ist Blogger, Reisefotograf und Fahrtensegler mit mehr als 45.000 sm im Kielwasser. Mitfahrmöglichkeiten im Mittelmeer und weitere Törnberichte in seinem Segelblog unter www.untersegeln.eu

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