Quo vadis, Quotenplatz?

Vier Plätze zum olympischen Glück. So viele Nationentickets werden in den kommenden Tagen in Enoshima in der 470er-Klasse vergeben.

Der offizielle WM-Beginn war der Sonntag, Flaute verhinderte jedoch die Durchführung von Wettfahrten in der Qualifikationsphase. Für die beiden Österreichischen Top-Teams David Bargehr/Lukas Mähr und Niko Kampelmühler/Thomas Czajka gibt es ein klares Ziel: Eines der vier verbliebenen Nationentickets für die Olympischen Spiele muss her! OeSV-Sportdirektor Mattias Schmid bringt es auf den Punkt: „Das Nationenticket hat die oberste Priorität. Es ist aber eine besondere Art der Qualifikation, da im Vorfeld nicht feststeht, welcher Platz dafür nötig ist. David und Lukas haben bewiesen, dass sie mit ihrem Niveau und soliden Leistungen die Qualifikation schaffen können. Mental ist es keine leichte Situation, das gehört aber zum Leistungssport dazu. Sie müssen den selbst auferlegten Druck richtig kanalisieren, dann kann es sogar positiv sein.“ Denn auch beim Kampf um den Quotenplatz ist die Konkurrenz groß: Auch weil das Teilnehmerfeld im Vergleich zu Rio 2016 von 26 auf nur 19 Startplätze verkleinert wurde. Nachdem neun Nationen ihr Ticket für Tokyo 2020 bereits haben, kann man im Vorfeld nicht sagen, welche Platzierung für die Qualifikation reichen wird. „Darüber machen wir uns jetzt keine Gedanken. Einige Top-Leute haben noch kein Ticket. Wenn wir unsere Leistung abrufen, ist ein sehr gutes Ergebnis möglich“, so Bargehr.

Doch der Montag begann für die 470er-Segler – wie schon der Vortag – mit einer Startverschiebung. Nachdem eine Stunde an Land gewartet wurde, fuhren die Boote auf das Wasser. Dort mussten sich die österreichischen Teams Bargehr/Mähr und Kampelmühler/Czajka nochmals gedulden, bis ihre Gruppe schließlich um 15 Uhr den ersten WM-Start hatte. Bei fünf bis acht Knoten wurden zwei Wettfahrten bei drehendem Wind und starker Strömung absolviert. David Bargehr und Lukas Mähr erwischten in beiden Wettfahrten einen guten Start, fielen im Laufe der Rennen jedoch auf die Ränge 20 und 16 zurück. „Das Feld ist klein und die Leistungsdichte ist enorm hoch, hier wird jeder Fehler beinhart bestraft. Das haben wir heute zu spüren bekommen, leider wurden wir durchgereicht. Unsere Leistung war sicher besser, als es die Ergebnisse aussagen. Die Bedingungen sind für alle schwierig, wir hoffen morgen auf mehr Wind. Wir bleiben dran und werden von neuem angreifen“, blickt Vorschoter Mähr bereits auf Dienstag. Dann stehen zum Abschluss der Qualifikation drei weitere Wettfahrten auf dem Programm. Bei einem Streichergebnis werden die Top-26 in die Goldflotte einziehen. Auf diesen Cut fehlen den beiden auf Rang 39 liegenden Vorarlbergern aktuell neun Punkte.

Auch für Nikolaus Kampelmühler und Thomas Czajka verlief der WM-Auftakt nicht nach Wunsch. Das Duo vom Burgenländischen Yacht Club kam mit den Plätzen 23 und 18 ins Ziel und liegt im Zwischenklassement an 43. Stelle.

Fotocredits: Tobias Stoerckle

 

Kamplemühler/Czajka am Vorwind, eine verpatzte Wende auf der Kreuz verhinderte zumindest eine bessere Wettfahrtplatzierung.

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