Nein, Magie war es keine. Aber magische Momente gab es in den letzten Tagen zu Hauf. 

Heute machten die Kiwis jedoch mit dem siebenten Sieg Schluss und verteidigten den Cup. Die  Magie, die das aus der Cup-Historie oft „Black Magic“ genannte Team aufs Wasser zauberte, war schlicht und einfach der konsequenten Umsetzung ihrer Stärken und und ihrer Vorteile geschuldet. Der heutige Abschlusstag zeigte dies eindrucksvoll auf. Emirates Team New Zealand hält den Start offen, kommt etwas in Luv der Italiener sauber und mit viel Speed über die Linie – eventuell sogar mit leichten Vorteilen. Das reizen sie gar nicht aus. Eine schnelle Wende nach rechts, in den freien und aus ihrer Sicht besseren Wind – und weg waren sie. Kurz keimte auf italienischer Seite noch einmal so etwas wie Hoffnung auf. Trotz Rückstands am Luv-Gate konnten Bruni & Spithill am Vorwind das Rennen noch offen halten. Aber ab der zweiten Kreuz war Schluss mit Spannung – die Kiwis flogen auf und davon, der erfolgreichen Titelverteidigung entgegen. 

Die Kiwis hatten einen klaren Plan, vom Start an. Den zogen sie durch – und holten den siebenten und entscheidenden Sieg zur Verteidigung des America’s Cup in heimischen Gewässern.

Es war der vierte Erfolg für die segelbegeisterte Nation in Ozeanien. Der erste Erfolg gelang im Jahr 1995, danach waren die Neuseeländer noch 2000 und 2017 erfolgreich. Womit sich die nächste Frage aufdrängt: Wer wird der erste Herausforderer, der sogenannte „Challenger of Record“? Francesco Bruni deutete in seiner ersten Reaktion noch am Wasser und an Bord an, dass Luna Rossa wiederkehren wird. Und auch aus England rumort es laut. Der Makel, der dieser großen Segelnation anhängt, soll ausgemerzt werden. Um bei einer erfolgreichen Herausforderung dann wieder, wie schon im Jahre 1851, um die Isle of Wight zu segeln?

Fotos: (c) ACE / Studio Borlenghi

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