Seensucht Segelsport

Rund 150 Jahre ist’s her, dass der Segelsport auf dem Wörthersee Einzug hielt, vor 90 Jahren wurde der Kärntner Yachtclub Klagenfurt in der Ostbucht gegründet. Journalist und Autor Philipp Novak nahm dieses Jubiläum zum Anlass, um in den Archiven zu stöbern und eine buchgebundene Chronik herauszubringen, die auch rechtzeitig zum Jubiläum erschienen ist.
Bis zum 100er-Jubiläum wollte man nicht warten – denn noch gibt es ein paar Urgesteine, die Geschichten und Anekdoten aus den Anfangszeiten erzählen können.

Viele Spitzensegler haben im Kärntner Yachtclub Klagenfurt (KYCK) ihre Wurzeln und kommen in der Chronik zu Wort wie z. B. Robert Jessenig, zweifacher Weltmeister im Tornado oder Lara Vadlau, eine der wohl talentiertesten Seglerinnen der heutigen Zeit. Dank Robby Jessenig hat Lara übrigens begonnen, mit verbundenen Augen zu segeln …

 

Die seglerische Heimat des KYCK, die Ostbucht des Wörthersees. In der reich bebilderten Chronik findet man viele historische Aufnahmen wie diese um 1920. Foto: Archiv Atzwanger

 

„Das schönste Revier ist der Wörthersee. Genau zwischen Klagenfurt und Velden.“ (Heinz Rencher) Schon ab 1937 machte der Kärntner Yachtclub erste Regatta-Erfahrungen auf Salzwasser in Triest, später gründete und organisierte man viele Regatten wie z. B. die 24-Stunden-Wettfahrt „Wörthersee-Rose“ selbst. Der als Trendsetter im Segelsport geltende Kärntner Yachtclub ist außerdem Initiator des „Ladies Cup“, der heuer zum vierten Mal ausgetragen wurde. Regattiert wurde oft mit selbstgebauten Booten …

Pionierarbeit unter KYCK-Flagge: In Grado lernten Generationen von Österreichern auf der Seekuh für ihr Küsten-schifffahrtspatent. Foto: Archiv Stossier

 

„Wer am Wörthersee mit seinen ständig wechselnden Schwachwindverhältnissen das Segeln lernt, der kann überall segeln.“ (Lara Vadlau, österreichische WM- und Olympia-Seglerin) Die Jugend war dem Kärntner Yachtclub Klagenfurt schon immer sehr wichtig. Bereits 1938 wurde um Unterstützung beim Ankauf von O-Jollen für 40 Jugendliche angesucht und ein Bändiger war immer da, um in geduldiger Aufbauarbeit die Zöglinge zu Spitzenseglern zu formen. Heute stellt der KYCK eine der stärksten Jugendgruppen Österreichs mit sehr erfolgreichen Jungseglern.

Das Boot ist nicht so wesentlich. Wirklich wichtig sind die Segel und der Segler selbst.“ (Tibor von Heinrich.) Dennoch gibt es einige Schmuckstücke des KYCK, die auf dem Wörthersee für Aufmerksamkeit sorgen. Wie die  „Annie“, das älteste am Wörthersee gebaute Segelboot (1895), oder die weiße Dame „Aera II“ (Eigner ist der 97-jährige Hubert Kern). Warum diese Oldtimer immer noch auf dem Wörthersee gesegelt werden können, wird in der reich bebilderten Chronik eindrucksvoll beschrieben.

 

Sorgte schon 1938 für Menschenaufläufe: Aera II, mit ungewöhnlicher Spantform und sanften Rundungen.
Foto: Tobias Stoerkle

 

Segelnde Zeitgeschichte: Annie, ein Herreshoff-Riss, das älteste am Wörthersee gebaute Segelboot (1895). Foto: Ben-Scheure

 

Eine kurzweilige, informative Lektüre für alle Wörthersee-Liebhaber! Präsentiert wurde die Chronik im Rahmen eines großen Jubiläums-Clubfestes im Stil der 1930er-Jahre, erhältlich ist sie über den KYCK (segeln@kyck.at) und im Buchhandel, der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit des Kärntner Yachtclub Klagenfurt.

Seensucht Segelsport. Sieger, Typen, Anekdoten. Von Philipp Novak. Verlag Heyn. 160 Seiten, 24,5 x 30,7 cm, ISBN 978-3708406138, € 49,90, www.verlagheyn.at

Leseprobe (PDF)

Kärntner Yachtclub Klagenfurt
www.kyck.at

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Schon als Jugendlicher bei der 24-Stunden-Regatta dabei: Martin Kropfisch (ganz links), der seit 2017 die Geschicke des KYCK leitet und die bisherige eindrucksvolle und insgesamt erfolgreichste Jugendarbeit aller Kärntner Segelclubs weiterführen will. Foto: Familienalbum Kropfitsch

 

 

Robby Jessenig (2 x Weltmeister Tornado), Lara Vadlau und Walter Passegger (3 x Europacup-Sieger, 3 x Staatsmeister Starboot) mit dem erfolgreichen Nachwuchs des KYCK: Roman Egger, Paul Kropfitsch und Florian Krömer. Foto: Catharina Pichler

 

Der Reinerlös der Chronik fließt in die Jugendarbeit des KYCK. Foto: Tine Foto

 

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