Mit einem Jahr „Startverschiebung“ startete das Österreichische Segel-Nationalteam heute in die Olympische Segelregatta.

Tanja Frank und Lorena Abicht ist ein solider Auftakt in die 49erFX-Olympia-Regatta gelungen. Die beiden Athletinnen belegen nach drei von zwölf Rennen den zwölften Gesamtrang. In der später gestarteten 49er-Flotte konnte wegen teilweise zu wenig Wind nur ein Rennen durchgeführt werden. Benjamin Bildstein und David Hussl klassierten sich in ihrer Olympia-Premieren-Wettfahrt auf dem zehnten Rang. Das Nacra-17-Gespann mit Thomas Zajac und Barbara Matz startet seine Regatta morgen, Mittwoch.

Tanja Frank und Lorena Abicht haben in der 49erFX-Klasse einen soliden Auftakt hingelegt. Im 21 Boote umfassenden Feld liegt das Duo vom Union Yacht Club Neusiedlersee nach drei von zwölf Rennen der Opening-Series auf dem zwölften Gesamtrang. In den einzelnen Wettfahrten klassierten sich die Vizeweltmeisterinnen von 2018 auf den Plätzen elf, 13 und neun. „Wir sind sehr froh, dass wir den ersten Tag mit dieser Performance hinter uns gebracht haben. Es waren sehr schwierige Bedingungen: Wir sind auf dem inneren Kurs gefahren bei ablandigem Wind – es war sehr böig und drehend“, skizziert Tanja Frank die Bedingungen zum Auftakt der Olympia-Regatta. Während etwa die zum engen Favoritenkreis zählenden Neuseeländerinnen zweimal patzten, passierte den Österreicherinnen kein grober Fehler. „Es ist immer wichtig, dass man nicht gleich am ersten Tag den ‚Streicher‘ einfährt“, weiß die Wienerin. Ihre Segelpartnerin Lorena Abicht beschreibt den Auftakt als „solide“. Man habe im strategischen Bereich vielleicht etwas zu kompliziert agiert, aber „wir müssen jetzt nicht unglücklich sein. Wir sind dabei.“

Solider Auftakt in die Olympische Regatta: Bronzemedaillengewinnerin von Rio, Tanja Frank, am Steuer und Lorena Abicht locker mit dem Genauer an der Vorschot. (Foto: Sailing Energy/World Sailing)

Probleme hatten die beiden Athletinnen bei den Starts der ersten beiden Wettfahrten: „Wir lagen im ersten Rennen direkt beim Race-Committee-Boot und haben die Abdeckung etwas unterschätzt – wir sind dann einfach nicht richtig rausgekommen. Der zweite Start war ähnlich“, fasst Lorena Abicht zusammen. Im dritten Lauf klappte es dann besser und die beiden segelten zu Rang neun, ihrem ersten Top-10-Ergebnis.

Für den weiteren Verlauf der Regatta sieht Tanja Frank Luft nach oben: „Heute sind wir zwischendurch auf guten Plätzen gelegen und dann haben sich plötzlich zweimal Leinen verwickelt und wir haben Positionen verloren – das ist uns in den letzten fünf Jahren nicht passiert. Aber trotzdem können wir positiv aus diesem Tag gehen.“ Morgen, Mittwoch, stehen weitere drei Rennen in der 49erFX-Flotte am Programm. Das erste Rennen ist für 7.45 Uhr (CET) terminisiert.

Bildstein/Hussl bei Premieren-Rennen auf Rang zehn
Nach den drei FX-Rennen flachte der Wind komplett ab und das für 7.45 Uhr (CET) am selben Kurs angesetzte erste Rennen der 49er-Regatta musste verschoben werden. Benjamin Bildstein und David Hussl warteten auf ihre Olympia-Premiere zunächst 75 Minuten, ehe die erste Wettfahrt gestartet – aber nur wenige Minuten später wieder abgebrochen wurde.

Um 11.30 Uhr zog der Wind wieder an und das Rennen wurde erneut gestartet: „Nach dem langen Warten war es natürlich super, dass wir doch noch einen Wind bekommen haben, um zumindest ein Race zu fahren. Wir haben am Start beschlossen, dass wir nicht so viel riskieren werden, weil die Strömung sehr stark war. Dann haben wir auf die rechte Seite eröffnet, bald aber realisiert, dass auf der linken Seite mehr Druck ist. Wir haben dann noch Schadensbegrenzung betrieben und sind auf links raus. Dann sind wir mit Platz zehn zur Luv-Tonne gekommen. Den Platz haben wir bis ins Ziel verteidigt“, skizziert Steuermann Bildstein Rang zehn bei der Olympia-Premiere. „Wir waren auf einem sehr guten Aktivierungslevel, haben kaum Nervosität verspürt“, erzählt David Hussl von den vielen Minuten des Wartens am Wasser. Das Ergebnis stuft er als „ok“ ein, die Regatta gehe noch lange und „jetzt schauen wir, dass wir uns steigern“.

Bildstein/Hussl kreuzen zum in der einzigen Wettfahrt des Tages die Ziellinie auf Platz 10. (Foto: Sailing energy/World Sailing)

Das sieht auch der Vorarlberger Bildstein: „Ein zehnter Platz bei einer Olympia-Wettfahrt, die für uns noch sehr lange geht und noch viele Rennen vorsieht, darf als solide gewertet werden. Wir können uns sicher noch etwas steigern und werden morgen angreifen. Da werden wir nicht viel mehr Risiko gehen, vielleicht am Start versuchen mehr rauszuholen.“ Für Mittwoch stehen in der 49er-Klasse wie geplant ab 5.00 Uhr früh (CET) drei Rennen auf dem Programm. Die beiden am Dienstag ausgefallenen Wettfahrten werden am Donnerstag (Reservetag) nachgeholt. 

Auftakt für Zajac/Matz am Mittwoch
Am Mittwoch um 7.30 Uhr (CET) startet mit dem Nacra-17-Duo Thomas Zajac und Barbara Matz auch das letzte österreichische Boot in die Olympischen Spiele. Gegen 19 Kontrahenten hat das Team zunächst zwölf Rennen in der Opening-Series zu bestreiten, die ersten drei sind für Mittwoch terminisiert.

Fotocredits: Sailing Energy / World Sailing

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