Versilberte 49er

Die österreichischen 49er Benjamin Bildstein und David Hussl holten beim Weltcup im Olympia-Revier von Enoshima die Silbermedaille. Das Duo vom Yacht Club Bregenz landete am Samstag im dramatischen Medal Race auf Rang drei. Die 470er-Herren David Bargehr und Lukas Mähr segelten in ihrer letzten Wettfahrt noch einmal in die Top-10.

In fünf Klassen fanden am Samstag beim Weltcup vor Enoshima die Finalrennen statt. Da der Wind zunächst ausblieb, wurde knapp eineinhalb Stunden zugewartet. Dann konnte das erste Medal Race beginnen. Die neuen Bedingungen waren auch für Benjamin Bildstein und David Hussl, die als Gesamtdritte in das abschließende 49er-Rennen gingen, eine Herausforderung. „Wir haben das Setup geändert und unsere Strategie adaptiert. Beim Einsegeln hatten wir schon ein gutes Gefühl“, berichtet Steuermann Bildstein. Obwohl das Duo vom Yacht Club Bregenz gleich nach dem Start wenden musste, waren die Weltranglisten-Zweiten vorne dabei und gingen an vierter Stelle um die Luv-Tonne. Da die spanischen Konkurrenten Botin/Lopez Mara bei den aggressiven Wellen kenterten, machten die Österreicher einen Platz gut und brachten dieses Ergebnis auch solide ins Ziel. Damit holten Bildstein/Hussl beim ersten Weltcup der Saison Silber, mussten sich nur den punktegleich Ersten James Peters / Fynn Sterritt aus Großbritannien geschlagen geben. Auf Rang drei landeten die Deutschen Tim Fischer/Fabian Graf, denen eine Kenterung auf der zweiten Kreuz den Gesamtsieg kostete. „Es ist schön wieder am Podest zu stehen. Wir trauern auch dem einen fehlenden Punkt auf den Gesamtsieg nicht nach und sind mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Wir haben noch den Zieleinlauf der restlichen Boote verfolgt und dann sofort realisiert, dass wir Silber gewonnen haben“, erklärt der Tiroler Vorschoter Hussl. Nach Rang vier bei den Pre Olympics in der vergangenen Woche bestätigten die beiden 27-Jährigen ihre starke Form. „Das Revier hier in Japan liegt uns. Es ist schön, dass wir die guten Trainingsleistungen umsetzen konnten. Nachdem wir beim Testevent nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt sind, freuen wir uns jetzt umso mehr. Es ist auch eine Stärkung für die Weltmeisterschaft“, blickt Bildstein bereits nach vorne. Das gesamte OeSV-Team fliegt am Montag nach zwei Monaten im Olympia-Revier zurück nach Österreich. Bildstein/Hussl werden Anfang Oktober nach Neuseeland aufbrechen, um sich bestmöglich auf die Weltmeisterschaft im Dezember vorbereiten zu können. Dann geht es für die beiden um das Olympia-Nationenticket.

Bargehr/Mähr verpassen Medal Race
Am letzten Tag der 470er-Flottenrennen konnten David Bargehr und Lukas Mähr ihre Chance auf die Top-10 und eine Teilnahme am morgigen Medal Race nicht nützen. Nach einem 15. Platz im ersten Rennen stellte Bargehr/Mähr der stärker aufkommende Wind vor Setup-Probleme, ein 19. Rang war die Folge. In der dritten Wettfahrt kamen die beiden Vorarlberger als Neunte ins Ziel und sorgten damit für einen versöhnlichen Abschluss. Der Weltcup ging für das Duo vom Yacht Club Bregenz an 15. Stelle liegend zu Ende. „Mit dem letzten Rennen können wir zufrieden sein, gerade weil uns auch der Topspeed fehlt. Insgesamt sind wir aber bei drei Regatten hinter den Erwartungen geblieben. Es ist hart, wenn einem die Grenzen aufgezeigt werden. Wir werden jetzt Kraft sammeln und sicher auch einige Veränderungen vornehmen, um wieder neu angreifen zu können“, konstatiert Vorschoter Mähr. Für das zweite OeSV-Boot Nikolaus Kampelmühler und Thomas Czajka gab es am Samstag die Ränge 25, 22 und 27. Für die Wiener endete der Weltcup auf Platz 26.

Sportdirektor Matthias Schmid zieht Bilanz
„Wir waren vom ersten Tag in Japan bis jetzt zum Schluss sehr fokussiert und sind als starke Einheit aufgetreten. Uns ist in allen Klassen ein weiterer Schritt nach vorne gelungen. Wir haben bei den Revierkenntnissen und der Materialauswahl sehr viel weitergebracht. Roman Hagara hat frischen Wind hineingebracht, er hat allen Teams helfen können. Mit dem Abschneiden der 470er bei der Weltmeisterschaft, der Verletzung von Thomas Zajac und dem krankheitsbedingten Ausfall von Anna Boustani kurz vor dem Weltcup hat es auch Wermutstropfen gegeben“, fasst Matthias Schmid zusammen.

Fotocredits: Sailing Energy / World Sailing

 

Schwierige Wind- und Wellenbedingungen vor Enoshima, sehr gut kamen damit Benjamin Bildstein und David Hussl zurecht. Silber zum Weltcupauftakt!
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