Das Ocean Race erreichte die Kapverden.

Gerade einmal einen halben Tag nahmen die schnellsten IMOCA’s den jungen Teams auf den älteren VOR65 auf der ersten Etappe des „Ocean Race“ von Alicante auf die Kapverden ab. Das Team „Austrian Ocean Racing powered by Team Genova“ erreichte 18 Stunden nach dem siegreichen WindWhisper Racing Team den ersten Zielhafen. In der Morgendämmerung des 22. Januar jubelte das österreichisch-italienische Team, als es die Ziellinie überquerte und die folgenden Worte offiziell über den Funk zu hören waren: Austrian Ocean Racing – Team Genova dritter Platz – Podium. 

Großer Jubel bei der multikulturellen Truppe, segelnd unter österreichisch/italienischer Fahne. Credit: Sailing Energy / The Ocean Race

Die Erleichterung nach diesen Worten war selbst auf dem Begleitboot zu spüren und der anschließende Jubel unter den Teammitgliedern war wohl auch im 2 Meilen entfernten Mindelo auf Cabo Verde zu hören, wo sich der Ocean Live Park befindet. Auch Skipper Gerwin Jansen war überwältigt: „Ein unwirkliches Gefühl, als drittes Boot die Ziellinie beim Auftakt zu überqueren – trotz der kurzen Vorbereitungszeit war das Segeln wirklich gut und das Team hat einen übermenschlichen Job gemacht, um alles aus dem Boot zu holen.“ 

Diese Etappe kann mit der Begehung eines Achttausenders verglichen werden, das Team hatte bis zu den letzten Metern hart zu kämpfen. Das viertplatzierte Team Ambersail aus Litauen lag bis zum Schluss nur wenige Seemeilen hinter dem sichtbar gezeichneten Team der internationalen Seglerinnen und Segler auf der Sisi. Mit einer starken Strategie und viel Willenskraft des gesamten Teams wurde dieses hervorragende Ergebnis über die 2.000 Meilen bis zu den Kapverdischen Inseln gebracht. Die erste Etappe von The Ocean Race war eine echte Herausforderung. Sie begann am 15. Januar in Alicante, Spanien, wo das Team einen schlechten Start erwischte. In der Einfahrt zur Straße von Gibraltar gelang es dem Team mit viel guten taktischen Entscheidungen das Feld wieder einzuholen. Bei starkem Wind und 5-Meter-Wellen konnte man sich zwischenzeitlich sogar auf den zweiten Platz vorarbeiten. Als drittes Boot kamen sie dann aus der Straße von Gibraltar und von da an fühlte es sich an wie eine Fahrt auf dem Highway in den Süden. Von der Küste Marokkos bis zu den Kapverdischen Inseln hatten die Teams starken Rückenwind, der die Boote auf Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 32 Knoten trieb.

Das Hochformat passt zwar nicht perfekt ins Layout, aber das Bild wollten wir euch trotzdem nicht vorenthalten. (Credit: Austrian Ocean Racing / Stefan Leitner)

Nach ein paar Tagen in Cabo Verde reist das Team mit einem guten Gefühl in die Karibik, um einige Regatten zu segeln und zu trainieren. Das Ocean Race VO65 Sprint wird im Juni mit Etappen von Aarhus nach Den Haag und Den Haag nach Genua fortgesetzt.

IMOCA’s machten es spannend, Herrmann muss pausieren

Das unter Schweizer Flagge segelnde Team Holcim-PRB entschied die erste Etappe in der foilenden IMOCA-Klasse in einem packenden, über fünf Tage dauernden Duell, knapp für sich. Mit schlussendlich knapp drei Stunden Rückstand segelte das 11th Hour Racing Team über die Ziellinie, weitere 2,5 Stunden kam dann auch Team Malizia mit Skipper Boris Herrmann auf den Kapverden an. Herrmann gab sich unmittelbar nach dem Zieleinlauf voll zufrieden mit der Gesamtperformance, lobte vor allem die gelungene Aufholjagd durch die Straße von Gibraltar.

Mit Verbrennungen schipperte Boris Herrmann die „Malizia“ auf den dritten Rang der erste „Ocean Race“-Etappe. (Credit: Team Malizia/Antoine Auriol)

Aufgrund von Verbrennungen am Fuss, die sich Herrmann mit kochendem Wasser noch auf der ersten Etappe zuzog, muss der deutsche Segelsuperstar die zweite Etappe auslassen. Für ihn steigt der Franzose Yann Eliès an Bord, der 29jährige Will Harris übernimmt die Rolle des Skippers. In zwei Tagen geht es für die Ocean Race Flotte weiter, es stehen 4.600 Seemeilen nach Kapstadt am Programm.

Alle Infos gibt es unter: www.theoceanrace.com

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