Kann man auf Luxus verzichten, so eröffnet sich in Kuba dem Segler in den Wintermonaten ab Cienfuegos ein kommunistisch konserviertes Charterrevier, dessen Ursprünglichkeit (noch) einzigartig ist.

Gut versteckt auf der Halbinsel Ancón liegt die Marina von Trinidad. Mit den letzten Sonnenstrahlen legen wir von Cienfuegos kommend an und werfen uns in Schale, schließlich erwartet uns in der UNESCO-geadelten Stadt Kultur und Musik, wie sie hier schon seit Jahrhunderten gelebt wird.

Auf dem prächtigen Plaza Mayor bewundern wir die pastös gestri­chenen Kolonialhäuser, ehe wir die Casa de la Música betreten. Eine Live-Band spielt den legendären Son, das junge Publikum tanzt den Salsa – begleitet von den strengen Blicken der Alten. Sittenwächter? Ja, denn es wird darauf geachtet, dass die von Generation zu Ge­neration tradierten Tänze auch ­perfekt wiedergegeben werden.
Da lehnt die Big Mama vom Nachbartisch auch schon den Gehstock an die Hauswand und zeigt, was beim Tanzen nie fehlen darf: Emoción! Wir können kaum fassen, was die resche 65-jährige und ihr weißhaariger Tanzpartner da entrückt aufs Parkett legen – geschweige denn ­mithalten.

Nach einer Piña Colada im Gassenverkauf Abendessen mit Programm und Salsa pur in der Casa de la Música.

Am nächsten Tag ist Proviant und Wasser fassen oberstes Gebot für die Überfahrt nach Cayo Largo und da uns 80 (Hochsee-)Meilen von der Insel trennen, einigen wir uns auf eine Nachtfahrt.
Das Bild, das sich uns am nächsten Morgen bietet, könnte einer Szene aus „Fluch der Karibik“ entnommen sein: Wir liegen vor einem unendlich langen, weißen und menschenleeren Sandstrand. Eine sanfte Brise weht von hochgewachsenen Palmen herüber, die Sonne lacht uns ins Gesicht. 

Playa Sirena.

Wer zuerst kommt, schwimmt mit den Fischen
Vor Cayo de los Ballenatos tauchen wir inmitten eines kunter­­bunten tropischen Fischschwarms ein, etwas abseits des vorgelagerten Korallenriffs zieht gemächlich ein kleiner Hai vorbei und direkt unter dem Katamaran streift ein Rochen über einen lichtdurchfluteten Seegras-Teppich, als wolle er nachsehen, ob unser Anker auch richtig hält. Fehlt nur noch, dass Jacques Cousteau im Mini-­U-Boot um die Ecke biegt!

Playa paraíso.

Abstecher ins Paradies und im Schutz der Leguane
Auf dem Playa Paraíso, dem einzigen FKK-Strand in Kuba, räkelt sich ein einsames Pärchen im Adam-und-Eva-Kostüm, ansonsten ist der lange Sandstrand überraschend frei von Touristen. Der Cuba Libre schmeckt vorzüglich, sodass wir uns hier tatsächlich wie im siebten Himmel fühlen.

Auch vor dem Leuchtturm des Cayo ­Guano, der östlichsten Insel des Archipels, werfen wir den Anker. Wie der Name schon erahnen lässt, sind die wahren Herrscher über die Insel die unzähligen Leguane, die sich tagsüber wie ein riesiger Leder­­gürtel über die schroffen Felsen legen. Dieselben Felsen sind es übrigens auch, die dem Segler nachts etwas Schutz vor den teils heftigen Ostwinden bieten. 

500 Jahre Havanna noch dazu
Das politische Zentrum Kubas wurde 1519 aufgrund seiner strategisch bedeutenden Lage von Spaniern gegründet, die Altstadt La Habana Vieja ist seit 1982 UNESCO-Welterbe.
Wir bestaunen US-Oldtimer aus den 1950er-Jahren nahe dem Capitol, schlendern über den Bücher­­markt am Plaza de Arma und entdecken die Bar Floridita, wo Ernest Hemingway mit Vorliebe seine Daiquiris genoss.

 

Den vollständigen Revierbericht mit Übersicht der schönsten Strände auf Cayo Largo
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Fotos: Tahsin Özen

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