Sturm & Drang

Genua im Herbst kann auch Welle und sehr viel Wind bedeuten. Eine Leidensgeschichte in 2.4mR.

Über 80 Seglerinnen und Segler in der als aktive Inklusions-Disziplin geführten, ehemals paralympischen, 2.4mR-Klasse ist definitiv einmal ein kräftiges Ausrufezeichen für alle Segler, mit und ohne Handicap. Erstes Ziel war der altehrwürdigte Yachtclub Italiano, mitten im Hafen von Genua gelegen. Und einem Clubhaus, um das die Stadtautobahn herumgebaut wurde. Während im Frühjahr zum Weltcupfinale der olympischen Klassen Leichtwind bis Flaute herrschte, zeigte sich das Revier vor der ligurischen Hauptstadt von seiner rauen und ungestümen Seite. Das rot-weiß-rote 2.4mR Nationalteam trat in ansehnlicher Stärke an, gleich sechs Damen und Herren fanden sich in Genua ein.

Die für insgesamt sieben Tage ausgeschrieben Weltmeisterschaft wurde immer wieder von längeren Warteperioden dominiert. Diesmal waren herbstliche Stürme samt den einhergehenden Wellenbergen ausschlaggebender Faktor. Coach Alfred Pelinka brachte die segelbaren Tage fachlich auf den Punkt: „Swell mit rund 20 – 30 Grad rechts vom Wind, Strömung parallel zum Wind und eigentlich immer Wind mit 15 Knoten aufwärts. Dazu das riesige Teilnehmerfeld, das war für unser gesamtes Team sehr herausfordernd – entsprechend zahlte jeder auf seine Art Lehrgeld.“ Mittendrin bei ihrer ersten internationalen Großveranstaltung in der 2.4mR, als aktuelle Vizeeuropameisterin in der Hansa 303, war Marina Perterer. Sie beendete die WM auf Rang 34, verpasste damit bei ihrer Premiere das erste Drittel nur um wenige Plätze.

Herausragend jedenfalls die neue Weltmeisterin. Mit drei Wettfahrtsiegen, drei zweiten Plätzen und Rang drei als Streicher setzte sich die Britin Megan Pascoe im offen ausgeschriebenen Bewerb vor allen männlichen und nicht-behinderten Gegnern äußerst souverän durch. Der Schwede Marko Dahlberg holte als bester „Inklusionsteilnehmer“, also nicht beeinträchtigte Segler, Silber, Bronze ging mit Fia Fjeldahl ebenso an einen Parasportler. Die heimische Inklusionssaison ist damit zu Ende, Teilnahmen an den großen Übersee-Events sind bis dato noch offen. 

Fotocredits: Martina Orsini/YCI

Marina Perterer (AUT 7) bei einer Luvbojenrundungen im Rahmen ihrer ersten 2.4mR WN. Platz 33 unter 85 StarterInnen mit und ohne Handicap. Chapeau!

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