Auf den Anambas-Inseln Indonesiens wird nicht alles so heiß gegessen wie gekocht. Wolfgang Hausner übte sich bei den lästigen Formalitäten in Geduld und wurde mit traumhaft schönen Inseln und unberührten Korallenriffen belohnt.

2002 segelte ich über das Südchinesische Meer und hatte Gelegenheit, die Anambas-Inseln kurz zu besuchen. Damals benötigte man noch das sogenannte C.A.I.T., eine Art von „cruising permit“, abgestempelt von vier Behörden, das man nur durch einen indonesischen Agenten nach acht oder zehn Wochen bekommt und das obendrein mit beträchtlichen Kosten verbunden ist.  
2016 schaffte Indonesien diesen Unfug ab und seitdem kann man das Land ohne größeren Aufwand mit einer Yacht besuchen. In anderen Worten: Die Bahn war frei für einen erneuten Besuch der Anambas, noch dazu seitdem die Hauptstadt Tarempa seit kurzem ein offizieller Einklarierungshafen war.

Im Zickzackkurs zwischen die Öl- und Gasplattformen Bruneis hindurch führt der Weg nach Tarempa, Hauptstadt der Anambas-Inseln.

Unser Törn begann in Kudat, wir segelten nach dem Süden, ankerten bei den Mantanani-Inseln und danach bei Pulau Tiga, einer kleinen tropischen Insel, ehe wir in das südchinesische Meer hinausstachen. 

Der leichte Nordostmonsun blies uns stetig über das Meer, bis wir ein paar Tage später in Tarempa einliefen. Beim Immigration Office ging alles glatt und kostenlos über die Bühne, wenn man von der langsamen Umständlichkeit absieht. Beim Zoll war es dann aber nicht ganz so einfach. Wir waren freitags angekommen, die Zollbehörde übers Wochenende aber zu. Wir hatten jedoch keine Lust, zwei Tage in dem kleinen Hafen herumzuhängen, wo von den Minaretten zweier Moscheen lautstark, aber nicht synchron, zum Gebet gerufen wurde.
Also segelten wir aus der Bucht, um nahe ­liegende Inseln zu erkunden. Zwei Meilen später kam uns ein Zollboot nachgehetzt, die sofort losbrüllten: „Stopp, Stopp“.
„Ich kann jetzt nicht stoppen“, antwortete ich.
Ich hätte stoppen können, hatte aber keine Lust …

Intakte Korallen­riffe und viele Fische überall auf den Anambas-Inseln – ein paradiesisches Schnorchelrevier folgt dem anderen.

Wir segelten von Insel zu Insel und landeten unter anderem bei Akar, wo ich 17 Jahre vorher gewesen war. Dort ankerten wir auf 20 Meter, um das nahe Korallenriff nicht zu beschädigen. Seit langer Zeit hatte ich nicht so eine Vielfalt an schönen und filigranen Korallen gesehen, zwischen denen sich Fische in allen Farben tummelten. Beein­druckend waren riesige Wackelsteine, die wir immer wieder antrafen. Es gab Strände, aber Palmen hatten Seltenheitswert, ­außer auf Turtle Island. Das klare Wasser und die schöne Unterwasserwelt erkundeten wir schnorchelnd.

Kleine Inseln mit vielen Wackelsteinen und ­wenigen Palmen auf dem Weg von Tioman nach Tarempa.
Geankert wird zum Schutz der Korallenriffe in bis zu 20 Metern Tiefe davor.

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Wolfgang Hausner ist Weltumsegler, Schriftsteller und ocean7-Autor. Derzeit weilt er mit seiner Taboo III, einem 18-Meter-Katamaran, in Indonesien.
www.wolfgang-hausner.com

Fotos: Wolfgang Hausner, Shutterstock (1)

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