Ab sofort geht es vor Geelong/Australien in den olympischen Klassen 49er, 49erFX und Nacra 17 um WM-Medaillen. Österreich ist gleichmit sieben Booten am Start. Es sind die ersten großen Titelkämpfe im Jahr der Olympischen Spiele, bei denen im Sommer vor der japanischen Halbinsel Enoshima um Medaillen gesegelt wird.

49erFX-Trio peilt Goldflotte an

Das zahlenmäßig größte OeSV-Aufgebot startet in der 49erFX-Klasse, drei Boote werden diese Titelkämpfe in Angriff nehmen. Die Vizeweltmeisterinnen von 2018 Tanja Frank und Lorena Abicht brennen bereits auf ihren Einsatz. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so viele Wasserstunden gesammelt wie nie zuvor – und den Fokus eben genau auf diese Einheiten gelegt. Wir sind nun startklar, gut vorbereitet und fest entschlossen hier eine gute Leistung abzurufen“, sehnt Vorschoterin Lorena Abicht den Auftakt am Montag herbei. Ziel der beiden für den Union Yacht Club Neusiedlersee startenden Athletinnen ist das Erreichen der Goldflotte, die sie bei der letzten WM ganz knapp verpassten. „Diesen Schritt wollen wir schaffen, das ist das wichtigste an den ersten drei Tagen. Wir werden darum kämpfen“, so Abicht. In den letzten Tagen habe das Duo an der Startvorbereitung gefeilt und auch einige Trainingsrennen bestritten, „um weiterhin im Renn-Flow zu bleiben“. Das anspruchsvolle Revier vor Geelong lässt laut der 25-Jährigen spannende Titelkämpfe erwarten, da „gerade bei ablandigem Wind alles offen ist und es wichtig sein wird, die richtige Seite zu wählen“.

Podium gibt Zajac/Matz Auftrieb

Für das österreichische Nacra-17-Duo mit Thomas Zajac und Barbara Matz gab es bei der ozeanischen Meisterschaft den hervorragenden zweiten Gesamtrang zu bejubeln. Mit diesem Ergebnis im Rücken steigt das OeSV-Boot am Montag in die Weltmeisterschaft ein, wo „das Level sicher noch einmal höher sein wird“, weiß Steuermann Thomas Zajac über das nahezu idente Teilnehmerfeld. Insgesamt wollen die beiden ihr Segeln bei Flachwasser optimieren. „Es wird hier erneut sehr ,tricky‘ werden. Entscheidend werden mit Sicherheit die Starts, aber auch unsere Manöver müssen perfekt passen“, berichtet der Bronzemedaillen-Gewinner von Rio, der in den nächsten Tagen bis zum Beginn der Titelkämpfe mit seiner Partnerin noch viele Trainings-Rennen absolvieren wird. „Diese Races sind deutlich kürzer, um mehr Starts und mehr Manöver zu bekommen und zu trainieren“, erklärt der Wiener.

„Es läuft im Training schon sehr gut“

Die Ozeanienmeisterschaft verlief für Benjamin Bildstein und David Hussl hingegen noch nicht nach Wunsch. Dabei zeigte sich einmal mehr die enorme Leistungsdichte im 49er. Denn neben den OeSV-Seglern qualifizierten sich noch drei weitere Boote, die im Dezember bei der letzte WM in die Top-10 kamen, nur für die Silberflotte. Seit der Warmup-Regatta hat Österreichs Parade-49er durchtrainiert. „Wir sind mitten im Aufbau, werden aber jeden Tag besser. Schritt für Schritt kommen wir näher und es läuft im Training schon sehr gut“, weiß der Vorarlberger Benjamin Bildstein. Aufgrund der Bedingungen erwarte das Duo „eine Regatta mit vielen Ups and Downs bei allen Teams“, der launige Wind sei „manchmal vorhersehbar, manchmal nicht“, ergänzt Vorschoter David Hussl. Der Tiroler weiß genau, worauf es ankommen wird: „Wir müssen den Wind besser lesen als die anderen Teams. Wenn wir einen kühlen Kopf bewahren und die Nerven behalten, dann werden wir vorne dabei sein.“ Nachdem sich das Duo vom Yacht Club Bregenz vor zwei Monaten mit einem sechsten Platz bei der WM vor Auckland den Olympia-Nationenplatz sicherte, werden sie bei den anstehenden Titelkämpfen auch erstmals mit der Segelnummer „AUT06“ an den Start gehen. Die beiden wollen wieder um die Medaillen mitreden, haben aber nicht das beste Material im Einsatz. „Es ist sehr seicht hier und wenn wir kentern ist die Gefahr da, dass der Mast bricht“, rechtfertigt Steuermann Benjamin Bildstein den Verzicht auf das bestmögliche Equipment in Hinblick auf die Olympischen Spiele.

Fotos: Drew Malcolm, Tobias Stoerkle

Mit dem Olympiaticket im Gepäck wäre jetzt – wenige Wochen danach – eine WM-Medaille die Krönung für Bildstein/Hussl.  

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