Unter Segel zum weißen Kontinent

Vor 100 Jahren nur in langwierigen Expeditionen mit ungewissem Ausgang zu erreichen, ist der siebente Kontinent nähergerückt – nicht nur im Bewusstsein der Menschen, sondern auch in der Erreichbarkeit. Kreuzfahrtschiffe bieten Fahrten ins ewige Eis, ebenso eine Handvoll Segelyachten. Darf man das? Soll man das? Diese unberührte Natur besuchen und damit ja auch ein Stück weit einzugreifen in das ökologische Gleichgewicht? Osvaldo Escobar und Jutta Walter planten einen rein privaten Törn ins Eis und stellten sich genau diese Frage. Und nach reiflicher Überlegung war die Antwort „ja“.

Nur coole Skipper dürfen mit ihrem Boot in die Antarktis. Sie haben mental die besseren
Karten, um da auch heil wieder rauszukommen. Skipper Osvaldo Escobar ist einer davon, hat mehrere Antarktis-Expeditionen begleitet und startet am Weihnachtstag mit seiner Familie von Puerto Williams aus Richtung Antarktis. Die SY Polarwind segelt seit Jahren im Revier Kap Hoorn und Feuerland, ist für extreme Reviere gebaut und hat sich bewährt. Nach fünf Tagen zwischen Wache und Schlafen in der Drake-Straße kommen mit den ersten Eisbergen in der Ferne die Lebensgeister wieder.

 

„Wo, wenn nicht in der Schönheit des ewigen Eises
werden unsere Kinder verstehen, dass unser Planet schützenswert
ist und dieses Wissen hoffentlich ihr Leben lang weitergeben?“

Wochenlang ist die Crew im ewigen Eis unterwegs, trifft Buckelwale, Gentoo-Pinguine und Seeleoparden, flüchtet vor Eisstücken, die während des Abendessens aufs Deck fliegen, und arbeitet sich durch die Inselwelt der antarktischen Halbinsel.

Als an den Rückweg gedacht wird, ist in der Drake-Passage kein Durchkommen. Es bläst kontinuierlich aus Nord mit 30 bis 40 Knoten, Böen bis 50. “Also blieben wir und erkundeten die Insel, beobachteten aus sicherer Ent­fernung einige Weddellrobben, erklommen schneebedeckte Berge, genossen die fantastische Aussicht, erspähten Orcas in der Ferne und rutschten auf dem Hosenboden die Berge wieder hinunter.”

 

 

Lesen Sie den ganzen Bericht über den Antarktis-Törn in der aktuellen ocean7-Ausgabe 1/2019  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

 

Osvaldo E. Escobar Torres und Jutta Walter sind seit 2010 Eigner der SY Polarwind. Drei Jahre lebten sie als Familie an Bord und überführten in dieser Zeit mit Sohn Theo (inzwischen 9) die Yacht von Griechenland nach Feuerland (wir berichteten exklusiv in Ausgabe 2/2011, hier als E-Paper erhältlich). Tochter Antonia (heute 5) wurde im Winter Feuerlands in Argentinien geboren. Skipper Osvaldo ist der einzige chilenische Skipper, der Törns im Revier Feuerland und Kap Hoorn anbietet. Fast hundert Mal hat er das Kap Hoorn umrundet, in den letzten Jahren mit der SY Polarwind. Seit August 2017 lebt die ganze Familie wieder an Bord. Zurzeit segelt sie durch die chilenischen Kanäle nach Puerto Montt. Von dort geht es dann auf unbestimmte Zeit in den Pazifik.
www.polarwind-expeditions.com

 

Fotos: Osvaldo Escobar, Jutta Walter

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