Wo Schiffe über Land fahren | ocean7

Die Eylauer Seenplatte zählt zu den Highlights der polnischen Binnen­­reviere. Wer sie von der Ostseeküste aus ansteuern will, wird auf Roll­­wagen verladen und künstlich auf­­geschüttete Rampen hochgezogen.

Geschichtsbuch auf: Über die Jahrhunderte zählte das Holz aus den Wäldern der Region zu den größten Exportschlagern der preußischen Könige. Doch wie sollte man die Dukatenesel kostengünstig und ef­fizient an die Küste transportieren?
Der preußische Ingenieur Georg Jakob Steenke hatte eine Idee. Statt die rund 100 Höhenmeter hinunter zur Ostsee mit einer Vielzahl von Schleusen zu überwinden, häufte er auf einer Strecke von 10 km fünf zwischen 350 und 550 m lange und 13 bis 24,5 m hohe Rampen – sogenannte Rollberge – auf, legte ­jeweils ober- und unterhalb eines Rollbergs Wasserbassins an und verband diese mit Eisenbahnschienen. 
Je nach Fahrtrichtung dampften die Schiffe entweder im „Ober-“ oder „Unterbassin“ in eine Art ­offenen Güterwaggon – sogenannte Rollwagen – ein und wurden dann quasi huckepack per Seilwinde den Rollberg hinuntergelassen bzw. hinaufgezogen. Im „Unter-“ bzw. „Oberbassin“ angekommen, setzte das Schiff seine Reise bis zur nächsten „Huckepackverlade“ mit eigenem Antrieb fort.

Wir können und wollen natürlich nicht das gesamte „Schiffslift-Quintett“ bis hinunter nach Elbląg unter den Kiel nehmen, aber eine Station dieser berühmten „Huckepack-Rollberge“ müssen wir selbstredend ausprobieren. 

Der Bericht über die rumpelige Fahrt und den Törn im polnischen Binnenrevier ist in der aktuellen ocean7-Ausgabe 5/2022 nachzulesen  – Print-Ausgabe erhältlich im Abo, im ausgesuchten Einzelhandel und auf Bestellung in jeder Trafik. Und für alle unterwegs gibt’s das E-Paper für alle Geräte.

Fotos: Gerald Penzl

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