Zeitgeistig

Wir sind angekommen, in der neudeutsch genannten „sharing economy“. Die nachfolgenden Generationen wollen Autos fahren, nicht unbedingt besitzen. Fahrräder stehen mit der Bankomatkarte oder dem Handy in allen großen Städten stundenweise zur Verfügung. Und natürlich macht der Trend auch vor dem Sport und dem Segelsport nicht Halt.

Was mit der „Sailbox“ in der Schweiz begonnen hat, findet seinen momentanen Höhepunkt im Liga-Segeln. Es ist die gelungene Weiterentwicklung des Match Race-Formats. Die Wettkampf-Boote werden vom Veranstalter zur Verfügung gestellt, die Teams reisen sozusagen nur mit dem Handgepäck an. Die Boote dürfen nicht verändert werden, allfällige Reparaturen müssen vom Service-Team durchgeführt werden. Um die Einheitlichkeit nicht zu gefährden.

Was im Jahr 2013 in Deutschland begann, hat sich binnen fünf Jahren in knapp zwanzig Ländern in ganz Europa etabliert. Dazu haben sich die aus anderen Sportarten bekannten internationalen Bewerbe parallel etabliert: Champions League, Jugend- und Damen-Champions League sowie Club-Europameisterschaften. Gesegelt werden kurze Kurse, möglichst nahe unter Land. Damit wurde erstmals dem Vereins-Segelsport ein hochwertiger und attraktiver Bewerb geboten. Nicht mehr Steuerleute, Skipper oder Teams stehen im Vordergrund, sondern die Clubs. Was in anderen Sportarten gang und gäbe ist, war für den Segelsport so etwas wie eine kleine Revolution. Und das Liga-Segeln als Format steht noch ganz am Anfang …

Roland Regnemer

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