Mehrgleisig auf den Olymp

Segeln ist ein unglaublich vielfältiger Sport. Im Breiten- und Freizeitbereich genauso wie im Regattasektor. Was bei Clubregatten beginnt, endet beim Volvo Ocean Race, dem America’s Cup oder den Olympischen Spielen (und den unzähligen Facetten dazwischen). Faszinierend waren schon immer die Ausnahme-Erscheinungen und Talente, denen es im Laufe eines langen Sportlerlebens gelang, auf mehreren dieser Bühnen zu reüssieren. Wer in die jüngere Vergangenheit blickt, der sieht, dass mittlerweile auch rund um und während einer laufenden Kampagne, auf „mehreren Kirtagen getanzt werden kann“.

Peter Burling und Blair Tuke gemeinsam beim Friseur in Kapstadt im November 2017. Danach ging es wieder auf getrennten Booten weiter auf der Volvo Ocean Race. Foto: Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

 

Da fallen natürlich unweigerlich Peter Burling und Blair Tuke ein. Die neuseeländischen Segel-Superstars sind nach den gemeinsamen Erfolgen bei den Olympischen Spielen mit Gold in Rio in der 49er-Klasse und dem darauf folgenden Sieg beim 35. America’s Cup in Bermuda, zuletzt getrennt aber doch beide, beim Volvo Ocean Race auf Podestplätze gesegelt.

Bisher galt landläufig, „dass es bei den Kiwis und Australiern halt anders ist“, adäquat auch bei den Engländern. Die eben zu Ende gegangenen Weltmeisterschaften der Olympischen Klassen in Aarhus zeigten aber, dass erfolgreiche sportliche Vielfalt auch in unserer Umgebung mittlerweile häufig zu finden ist. Unsere schweizer Nachbarn, gesegnet mit einer guten Tradition im Mehrrumpfbereich, reüssierten noch im Mai bei der WM in der foilenden GC32 Klasse. In Dänemark kämpfte Team-Tilt-Steuermann Sébastian Schneiter bis zum abschließenden Medal Race in Dänemark um eine Medaille in der 49er-Klasse, landete schlussendlich auf Rang 10 und sicherte den Eidgenossen damit das Nationenticket für die Olympischen Spiele in Tokyo. Auch Schweden zeigte mit 470er-Steuermann Anton Dahlberg, dass parallel zur erfolgreichen Olympischen Kampagne auch auf anderen Regattabahnen Lorbeeren zu holen sind.

Roland Regnemer

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