Da pfeift es auf der „Comanche“ | ocean7

Kaiserwetter zum Start in Sydney und nicht einmal eineinhalb Tage später geht die siegreiche „Comanche“ in Hobart über die Ziellinie. 

Die 77. Auflage des Weihnachtssegelklassikers entlang der Südostküste Australiens wurde am 27. Dezember bei strahlendem Sonnenschein und einer nahezu perfekten Wind- und Wettervorhersage gestartet. Für die „Line Honours“, also den Sieg nach gesegelter Zeit, kamen die vier Maxi-Yachten in Frage, die bereits das letzte Jahrzehnt ohne Unterbrechung diesen Segel-Klassiker dominierten. Als Titelverteidiger ging die „Black Jack“ in die Regatta, die Favoritenrolle wurde jedoch der „Comanche“ zugetragen. Letztgenannte kreuzte in den Jahren 2015, 2017 und 2019 die Linie als erste und fixierte 2017 nach 1 Tag, 9 Stunden und 15 Minuten einen Fabel-Streckenrekord auf, der nur auf den zweiten Blick erkennbare Wermutstropfen: Seriensieger „Wild Oats XI“ der segelverrückten Oatley-Family war schneller, wurde jedoch nach einem Regelverstoß von der Jury mit einer Zeitstrafe belegt und verlor damit Rekord und Titel. 

Die 100-Fuß-Supermaxi „Comanche“ am Weg zum Titel 2022. Den (eigenen) Streckenrekord verpasste das Team um rund zwei Stunden. (Fotocredit: Rolex / Andrea Francolini)

Für heuer war aus meteorologischer Sicht „angerichtet“, für die schnellsten im Felde sollte schien eine neue Rekordzeit greifbar. John Winning Jr., Skipper und Eigner der „Comanche“, wurde mit seiner Profi-Crew unter der Leitung von Ian Murray gerecht, sie holten den nächsten Sydney-Hobart-Titel für den 100-Füsser der Amerikanischen Hodgdon-Werft. Der Rekord blieb jedoch unerreicht. Innerhalb von weniger als zwei Stunden waren dann auch die drei weiteren Super-Maxis im Ziel, „LawConnect“ vor „Black Jack“ und der „Hamilton Island Wild Oats“. Aktuell sind nach etwas mehr als zwei Segeltagen rund 20 Yachten in Hobart eingetroffen. Für alle anderen gab es bereits ein paar unruhige Segelstunden, dazu sind auch noch die einen oder anderen Böen jenseits der 40 Knoten für die kommenden Stunden vorhergesagt.

Ehemaliger Seriensieger der Oats-Familie aus Australien: die Hamilton Island Wild Oats, vormals schlicht Wild Oats XI. Sie machten mit Wein richtig viel Geld und waren für Down Under auch schon im America’s Cup aktiv. (Fotocredit: Rolex / Andrea Francolini)

Wer sich auch die Ergebnisse der nachkommenden, kleineren Yachten zu Gemüte führen will, der schaut auf: https://www.rolexsydneyhobart.com/standings/

Diesen Artikel teilen