Heimsieg für Achensee

Mit zwei Tagessiegen holt sich der SCTWV Achensee den ersten Heimsieg in der Bundesliga-Geschichte. Einen Punkt vor den amtierenden Meistern vom Wolfgangsee und zwei Punkte vor den neuen Gesamtführenden vom Yachtclub Hard triumphieren die Tiroler vor heimischer Kulisse. Die Segel-Bundesliga macht jetzt fast zwei Monate Pause, weiter geht es Mitte September beim Finale am Mattsee. In der Zwischenzeit geht Mitte August noch das Sailing Champions League Finale mit Österreichischer Beteiligung in der Schweiz über die Bühne.

„Es war eine Nervenschlacht am Wasser und an Land. Jetzt ist es einfach: große Erleichterung und wir sind überglücklich“, freut sich SCTWVA Steuermann Michael Meister über den Heimsieg beim dritten Event zur heurigen Segel-Bundesliga. Zu Beginn heißt es jedoch auch heute in der Früh wieder: Bitte warten! Regen und Flaute verhindern zunächst weitere Wettfahrten, die Teams bleiben an Land. Doch am frühen Nachmittag kommt die Sonne wieder raus und eine Südströmung mit zwei Windstärken stabilisiert sich. Die Tiroler zeigen dabei Nervenstärke und Revierkenntnis, zwei Rennen bringen zwei Siege und damit den Triumph im Heimrevier. „Unsere Grundtaktik in punkto Wind ist am ganzen Wochenende perfekt aufgegangen. Dazu haben wir alle drei Tage die Crewwechsel eigentlich perfekt hinbekommen“, ergänzt Meister. Im Gegensatz zu den meisten anderen Wettkämpfen im Segelsport ist bei der Segel-Bundesliga ein Wechsel von Teammitgliedern nach jedem Rennen möglich. Die Achenseer tauschen dabei ein Teammitglied aus, um das Gesamtgewicht an die zu erwartenden Windverhältnisse anzupassen, dazu müssen sie die Positionen vor dem Steuermann ebenfalls rotieren. „Das ist mit einem gewissen Risiko behaftet, weil da natürlich von Rennen zu Rennen die interne Abstimmung adaptiert werden muss, aber das hat wie am Schnürchen geklappt“, so Springerin Carolina Flatscher.

 

Wolfgangsee meldet sich zurück, Hard übernimmt die Führung & Rust fällt zurück

Die Entscheidung über den Tagessieg fällt erst in den letzten beiden Rennen des heutigen Tages. Der UYCWg holt zwar in der ersten Runde auch einen Wettfahrtsieg, kreuzt im vorletzten Rennen der Regatta jedoch „nur“ auf Platz drei die Ziellinie. In der folgenden allerletzten Wettfahrt des Tages hat es damit das Tiroler Team in der Hand, mit einem Wettfahrtsieg an den Salzburgern vorbeizuziehen. „Man darf sich wirklich nicht mehr die kleinste Schwäche erlauben, mit dem dritten Rang haben wir es aus der Hand gegeben. Aber insgesamt sind wir mit dem Abschneiden da sehr zufrieden. Unserem ersten Saisonziel, am Ende einen internationalen Startplatz fix zu haben, sind wir einen sehr großen Schritt näher gekommen. Ein Podestplatz am Ende der Saison ist auch noch möglich, aber da müssen die vor uns Patzen“, ist Wolfgangsee-Steuermann Michael Luschan mit Rang zwei am Achensee zufrieden. Und ergänzt: „Sowohl hier als auch im Gesamtklassement haben uns die Platzierungen unserer Konkurrenten in die Hände gespielt. Das erklärt den großen Sprung nach vorne.“ Wie knapp es an der Bundesliga-Spitze zugeht, muss auch der Burgenländische Yachtclub (BYC) zur Kenntnis nehmen. Ein Penalty an der vorletzten Wendemarke im letzten Rennen des Tages kostet den Rustern drei Plätze, damit heitß es am Ende Platz acht statt Rang fünf. Die Führung in der Saisonwertung geht damit verloren. An der Spitze findet sich nunmehr das Team des Yachtclub Hard. Die Vorarlberger bestechen die gesamte Serie über bis dato mit Konstanz, vor dem Finale am Mattsee liegen sie mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze. „Wir reisen mit einem super Gefühl ab, wissen aber, dass ein Punkt Vorsprung aber gar nichts bedeutet. Außer natürlich jede Menge Selbstvertrauen“, so Michael Thaler vom YCH.

Die Bundesliga macht jetzt Pause, weiter geht es von 13. – 15. September am Mattsee. Dort wird der Titelkampf entschieden. Davor geht noch das Sailing Champions League Finale in St. Moritz in der Schweiz über die Bühne. Die heimische Liga ist dabei mit zwei Teams vertreten. Der UYCWg sowie der Yachtclub Breitenbrunn haben die Qualifikation geschafft, beide peilen einen Top-Ten-Platz an.

 

Endergebnis 3. Segelbundesliga-Event am Achensee:

  1. SCTWV Achensee                   (1, 2, 3, 1, 1, 1) 9
  2. UYC Wolfgangsee                   (2, 1, 2, 1, 1, 3) 10
  3. YC Hard                                   (3, 1, 1, 3, 2, 1) 11
  4. UYC Wörthersee                     (1, 4, 1, 3, 2, 2) 13
  5. Nautic Club Austria                (3, 2, 2, 1, 4, 2) 14
  6. SC Kammersee                       (2, 1, 2, 6, 4, 1) 16

 

Zwischenstand in der Segel-Bundesliga nach 3 von 4 Events

  1. YC Hard                                   (4, 2, 3) 9
  2. SCTWV Achensee                   (3, 6, 1) 10
  3. Burgenländischer YC              (1, 4, 8) 13
  4. UYC Wolfgangsee                   (9, 7, 2) 18
  5. UYC Wörthersee                     (10, 5, 4) 19
  6. UYC Mattsee                          (5, 3, 14) 22

Alle Ergebnisse im Detail finden sich auf www.sapsailing.com. Die vier bestplatzierten Teams der Saison haben einen fixen internationalen Startplatz, die letzten vier Teams müssen in die Relegation.

 

Nein, keine gestellte Szene! Die Sunbeam Flotte der Segelbundesliga unmittelbar nach dem Wettfahrtstart. (Fotocredit: SBL/Regnemer).
Diesen Beitrag teilen: