Hinfallen ist keine Schande, | ocean7

liegenbleiben aber schon. Dem Sir Winston Churchill zugeschriebenen Zitat beschreibt den österreichischen Extremsegler und Bootsbauer Norbert Sedlacek punktgenau.

Alles begann vor sieben Jahren mit der Idee, eine einzigartige Open60-Segelyacht für einen einmaligen Weltrekordversuch zu bauen, um nonstop, einhand und ohne Hilfe von außen durch alle fünf Ozeane einschließlich des Arktischen Ozeans und des Südpolarmeeres zu segeln. Heute, am 15. August 2022 um 10 Uhr, hieß es für Skipper Norber Sedlacek erneut „Leinen los“. Der insgesamt mittlerweile vierte Startschuss erfolgte vom Vendée Globe-Ponton in Les Sables d’Olonne.
Im Jahr 2018 wurde der Innovation Yachts Open60AAL erfolgreich zu Wasser gelassen und startete kurz darauf zum ersten Mal in das Projekt ANT ARCTIC LAB. Nach dem erfolgreichen Start musste Sedlacek akzeptieren, dass mehrere neuartige Ausrichtungsgegenstände noch nicht vollständig ausgereift waren und kehrte um.  Beim zweiten Versuch im Jahr 2019 geriet Norbert südlich von Irland in einen sehr starken Sturm, bei einem Handlingfehler des Vorsegels brachen Ausrüstungsteile und er verlor letztlich das Segel. Wieder musste er zurückrudern. Im Jahr 2020 konnte Norbert aufgrund von Covid-Einschränkungen und einer Krebsoperation, der er sich unterziehen musste, keinen Versuch starten. Entsprechend ging der dritte Versuch erst im Jahr 2021 über die Bühne. Im Südosten von Island bekam er gravierende Probleme mit der Energieversorgung und entschloss sich erneut zur Rückkehr auf eigenem Rumpf.

Auch gesundheitliche Probleme können den in Frankreich wohnenden Wiener Segler und Bootsbauer nicht aufhalten.

Sedlacek wäre nicht Sedlacek würde er sich davon aufhalten lassen. Die Ziele dieses Rekordversuchs sind unverändert, nachhaltiger Yachtbau und umweltschonendes, emissionsfreies Segeln soll unter dem härtesten Bedingungen getestet und öffentlichkeitswirksam gemacht werden. Der Open60AAL ist vollelektrisch und wird ausschließlich durch erneuerbare Energien aus Wind, Wasserkraft und Solarenergie angetrieben. Gebaut wurde die Yacht aus recycelbaren Materialien wie Vulkanfasern, Balsaholz und biokompatiblem Epoxidharz. 

Geplant sind für den ANT ARCTIC LAB Rekordversuch mindestens 32.000 Seemeilen, Sedlacek erwarten etwa 200 Tage auf See. Die Route kann über die Website von Innovation Yachts live mitverfolgt werden und wird alle vier Stunden aktualisiert. 

Gestern stellte sich Sedlacek noch den Fragen der Presse, heute um 10 Uhr verließ er den Hafen im französischen Les Sables d’Olonne.

Alle Fotos: Innvoation Yachts

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