Nachdem WU-Wien-Professor Sebastian Kummer auf See zwischen griechischem und türkischem Festland aufgrund der Covid19-Reiserestriktionen “gestrandet” ist (wie wir hier bereits berichteten), dürfte ihm nun von offizieller Seite vielleicht doch noch eine Handbreit Wasser unterm Kiel gewährt werden.

Die sichere Bucht bei vorgehaltener Maschinenpistole und unter Eskorte der griechischen Küstenwache verlassen zu müssen, ist definitiv eine Horrovision für jeden Segler. Aber dann noch fast einen Monat lang im Niemandsland zwischen Griechenland und der Türkei in Ungewissheit zu schwimmen, das ist schon ein besonders hartes Schicksal möchte man meinen.
Nun, dem ist nicht ganz so, wie Sebastian Kummer im ocean7-Video live von Bord versichert: “Ich bin weiterhin guter Laune, weiß, dass es meiner Familie gut geht und soweit ist alles wunderbar hier”, so der Skipper des nagelneuen 46-Fuß-Lagoon-Katamarans Blue, den er unter türkischer Flagge von der Werft in La Rochelle in eine Charterbasis nach Göcek überstellen sollte…

Lagebericht live für ocean7 von Skipper Sebastian Kummer.

Dauerzustand ist das dennoch keiner, zumal Kummer nicht vor hatte, Landurlaub zu machen, sondern den Auftrag, umgehend mit einem anderen zu überstellenden Lagoon-Katamaran wieder aus der Marina (und den türkischen Hoheitsgewässern) auszulaufen. Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung, also wurde ein türkischer Agent zwecks Krisenmanagement engagiert. Der brachte keine Lösung, machte aber die Rechnung länger.
“Es ist schwer zu akzeptieren, dass es zur Zeit lt. türkischen Behörden keine Möglichkeit gibt und ich vielleicht noch einen weiteren Monat hier ausharren muss”, sagt Sebastian Kummer, der drei durchaus praktikable Lösungsansätze sieht:

Wir bleiben in Verbindung.
  1. Einreise in die Türkei mit Sondergenehmigung, gerne auch mit 14 Tagen Quarantäne
  2. Tausch der Schiffe in einer zollfreien Zone, so müsste ich nicht einreisen und könnte dort die Lagoon 450, die ich aus der Türkei rausbringen soll, übernehmen (ausklariert)
  3. Tausch der Schiffe auf See, dazu müsste eine türkische Crew mit der Lagoon 450 ausreisen und mit der Lagoon 46, auf der ich zur Zeit bin, wieder einreisen
Auch wenn die Behördenwege mühsam sind, die türkische Gastfreundschaft ist lt. Kummer “wie eh und je”.

“Durchaus denkbare Szenarien”, befindet auch Klaus Pitter von Pitter Yachtcharter, in dessen Auftrag Sebastian Kummer unterwegs ist. Also hakten wir von ocean7 diesbezüglich per Presseanfrage bei den offiziellen Behörden in Deutschland (Sebastian Kummer ist deutscher Staatsbürger) und in der Türkei (die Blue ist türkisch beflaggt) nach.
Eine Antwort der türkischen Behörden stand bis kurz vor Veröffentlichung dieses Artikels noch aus, das deutsche Auswärtige Amt signalisierte aber bereits (mit üblichem Verweis auf Daten- und Persönlichkeitsrechtsschutz), dass über die verständigte Auslandsvertretung konsularische Hilfe zur Verfügung steht.
Ein Hoffnungsschimmer am Horziont? Individuell durchaus, zumal Turkish Airlines generell seine Flotte ab 20. Mai wieder aufsteigen lassen will. Wir werden berichten…
ORF TVThek Wien heute

Hoffnungsschimmer am Horizont? Wir berichten!

Video und Fotos: Sebastian Kummer.

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