Princesa Sofia Trophy & 470er-Weltmeisterschaft in Palma abgesagt bzw. verschoben, das Nationalteam wohlbehalten zurück in der Heimat. So lassen sich die letzten Tage aus Sicht des rot-weiß-roten olympischen Segelsports zusammenfassen.

OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid war in den letzten Tagen wahrlich nicht zu beneiden. Das OeSV-Nationalteam reiste letzte Woche am Sonntag nach dem Besuch auf der Austrian Boat Show in Tulln zur Vorbereitung auf die in Palma de Mallorca bevorstehenden Groß-Events noch auf die Baleareninsel. Schon in den unmittelbar folgenden Tagen wurde über einen Trainingsabbruch sowie die Rückholung beraten. Die Entscheidung über die Heimreise fiel dann innerhalb des Teams und unter Konsultation zahlreicher Experten. Nur einen Tag nach der Absage des für Mitte April geplanten Weltcups vor Genua reagierten die Veranstalter der 470er-WM vor Palma de Mallorca sowie der im Anschluss geplanten Princess Sofia Trophy. Der Trainerrat des Österreichischen Segel-Verbands sprach bereits Stunden vor der offiziellen Verkündung der Verschiebung die vollste Unterstützung an die Nationalteamsegler aus, eine ehestmögliche Rückreise nach Österreich zu ermöglichen, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Segler und des Betreuungsstabs bestmöglich zu gewährleisten. 

„Wir waren an einem Punkt angekommen, an dem nicht mehr der sportliche Erfolg die oberste Priorität hat, sondern die Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Wir mussten alles in unserer Macht stehende unternehmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Da wir selbst italienische Staatsbürger in unserem Betreuungsteam haben, bekamen wir hautnah mit, in welch schwierige Situation das Coronavirus ein Land bringen kann. Wir müssen jetzt alle Hebel in Österreich in Bewegung setzen, um nicht dieselbe Entwicklung zu nehmen. Selbst wenn die WM nicht abgesagt worden wäre, hätten wir auch aufgrund unserer gesellschaftlichen Verantwortung sowie der aktuellsten Entwicklung in Spanien allen Teams vollste Unterstützung bei ehestmöglichen Heimreisen zugesichert“, war sich Sportdirektor Matthias Schmid der Verantwortung des Segelnationalteams bewusst. Die Teams organisierten dann Teams ihren individuellen Rücktransport nach Österreich, heute im Laufe des Tages sind die letzten Athleten mit Auto und Anhänger im Schlepptau daheim angekommen.

470er im “Niemandsland”

470er-Steuermann David Bargehr, der gemeinsamen mit seinem Partner Lukas Mähr in den nächsten Wochen die Olympia-Qualifikation für Tokyo 2020 im Auge gehabt hätte, unterstützte die Entscheidung des OeSV und der Veranstalter. „Die Gesundheit hat absoluten Vorrang, insofern ist die Entscheidung nachvollziehbar. Wir befinden uns gerade in einer entscheidenden Phase für Tokyo, wissen aber auch, dass die Frist für die Olympia-Qualifikation bis 30. Juni 2020 verlängert wurde. Insofern sind wir aktuell guter Dinge, dass wir sowohl auf unsere Gesundheit bedacht handeln können und dennoch die Chance auf die Olympia-Qualifikation bekommen werden“, so der 470er-Steuerman David Bargehr. Wann und wie das letzte Nationenticket für Europa für die Olympischen Spiele vergeben werden soll, ist aktuell noch nicht bekannt.

Fotos: OeSV, Gepa Pictures/Matthias Mandl

David Bargehr blickt zuversichtlich einer ungewissen finalen Phase der Olympiaqualifikation entgegen.

Diesen Artikel teilen