Zahn und Zeit | ocean7

Der Zahn der Zeit der nagt, offensichtlich auch an Yachten und oder zumindest Teilen davon. Also war Ant Arctic Lab auch beim vierten Anlauf bereits nach wenigen Tagen auf See Geschichte. 

Zerknirscht gibt sich und zermürbt ist auch sicher Skipper und Mastermind Norbert Sedlacek, der seit dem Jahr 2015 an dem Weltrekordversuch durch alle fünf Ozeane arbeitet. Seit dem ersten Startversuch sind mittlerweile etwas mehr als vier Jahre vergangen. Technische und gesundheitliche Probleme zwangen den an der französischen Atlantikküste beheimateten Wiener immer wieder an Land. Auch beim vierten Versuch waren ihm gerade einmal vier Tage aus See gegönnt. Ein Ausreizen der PR wegen wäre wohl zweifellos möglich gewesen, an die planmässige Durchführung war aber schon nach der zweiten Nacht nicht mehr zu denken. Ein Schaden an der Ruderanlage hätte mit den an Bord verfügbaren Mitteln jedenfalls nicht repariert werden können. Sedlacek entschied sich schweren Herzens für eine sofortige Umkehr und damit die Rückkehr mit eigenen Mitteln, ohne Hilfskräfte involvieren zu müssen. 

4,5 Tage auf See, dann war Norbert Sedlacek wieder zurück im Hafen. Wie die Geschichte des Rekordversuchs weitergeht, ist aktuell noch offen.

„Für uns sieht es aus, als sei die Situation die Summe kleinerer Probleme wie Mikrorisse und Elektrolyse seit dem Vorfall während des zweiten Rekordversuches im Sommer 2019. Damals brach das Vorstag südlich von Irland. Beim vierten Start am 15. August 2022 waren alle bisher aufgetretenen Probleme behoben und die gesamte Bordtechnik funktionierte einwandfrei. In der zweiten Nacht auf See hatte Norbert jedoch stürmisches Wetter und die kurzen Wellen im Ärmelkanal waren steil. Unglücklicherweise bekam in dieser Nacht ein zentraler Ruderflansch sichtbare Risse und begann sich unkontrolliert zu bewegen. In diesem Moment, als Norbert nicht glauben konnte, was er sah, musste er schließlich unter Tränen akzeptieren, dass dieser Rekordversuch wieder einmal zu früh zu Ende war“, so eine erste Stellungnahme des Innovation Yachts Teams nach ersten Evaluierungen. 

Für einen zweiten Start in diesem Jahr ist es zu spät, da das Wetterfenster in der Arktis recht klein ist. Es geht zurück zu den „Hausaufgaben“, neue Bauteile sollen aus anderem Material gefertigt werden, der IY Open60AAL soll noch bis Ende Oktober für Testfahrten im Wasser bleiben.

Wie geplant soll in einigen Wochen auch das Konzept der Innovation Yachts 60Explorer vorgestellt werden und die IY Open60AAL für Journalisten bereitstehen, die in der Bucht von Les Sables d’Olonne, Frankreich segeln wollen.

Alle Fotos: Innovation Yachts

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